SigPhi · Friedrich Engels

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster B

German

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Vergnügen den ganzen Betrag schicken; so muß ich mich für heute darauf beschränken, die Pflicht eines gewöhnlichen Warenempfängers zu erfüllen und Dir ein Halb des Wertes auf Abschlag zuschicken. Die andere Hälfte erfolgt spätestens in den ersten Tagen des Februar, vielleicht früher, sobald nämlich ein Brief der Firma an meinen Alten, der die an mich gemachten Zahlungen enthält, abgegangen sein wird.

[Ernest] Jones war hier und trat seinen Feinden in _public meeting_[3] in ihrem eigenen Lokal entgegen. Leach und Donovan opponierten ihm. Die Debatte war nicht ganz, was ich erwartete. Kleine Kriegslisten auf beiden Seiten, viel _chronique scandaleuse_,[4] die über manche Londoner Annehmlichkeiten tröstete. Auf Jones’ Seite die Überlegenheit des deklamatorischen Talents. Leach dagegen enorm impertubabel, aber stellenweise greulich absurd. Donovan eine kommune intrigierende Lokalgröße. Jones war übrigens durch die Neue Rheinische Zeitung und meine Anwesenheit gezwungen, sich als _red republican_[5] und Anhänger der Nationalisation _of landed property_[6] zu erklären, wogegen Leach als vollständiger Vertreter der _cooperative societies_[7] auftrat, und zwar auch insofern sie die politische Agitation repudiieren.[8] Diese Gesellschaften scheinen übrigens jetzt in Lancashire sehr zahlreich zu sein, und Jones und seine Freunde fürchten, daß sie bei irgend einer Allianz zwischen ihnen und den Chartisten das Chartist Movement in ihre Hände bekommen würden. Dieser Umstand erklärt manche der Konzessionen, die Harney ihnen zu machen für gut hielt.

Der Erfolg von Jones’ Auftreten hier war alles, was zu erwarten stand; er schlug als Punkt der Entscheidung zwischen ihm und dem Manchester Chartist Council die Frage der Anerkennung der Exekutive in London vor.

Die Stimmen waren gleich geteilt, obwohl Leach und Komp. zirka drei Stunden Zeit gehabt hatten, ihre Leute ins Meeting zu bringen und eine gehörige Masse gekommen war. Am Anfang, wo die Gesellschaft eine rein zufällige war (Leach hatte kalkuliert, daß Jones nicht vor 9 Uhr da sein könne, er war aber schon um 8 da, was Leach ihm sehr übelnahm), wurde Jones enthusiastisch empfangen.

Jones in Gesellschaft von Chartisten, die er gewinnen oder sich mehr attachieren will, ist keineswegs so naiv, als wenn er unter uns ist. _He is very wide awake_.[9] Vielleicht etwas zu sehr – unsereins wenigstens Von Harneys Freunden hier ist der eine ein langweiliger Schotte mit unendlichen Gefühlen und daher endlosen Reden, der zweite ein kleiner, resoluter und auffahrender Bursche, über dessen intellektuelle Kapazitäten ich noch nicht im klaren bin; ein dritter, von dem Harney mir nicht sprach, Robertson, scheint mir bei weitem der Verständigste zu sein. Ich werde sehen, daß ich mit den Kerls einen kleinen Klub oder regelmäßige Zusammenkunft organisiere und mit ihnen das Manifest diskutiere. Harney und Jones haben hier eine Masse Freunde, und O’Connor eine Masse versteckter Feinde, aber ehe er nicht einen Akt großartiger öffentlicher Blamage begangen hat, wird er – offiziell – hier nicht zu stürzen sein. Jones sprach übrigens von ihm und Reynolds im Meeting mit möglichst wenig Respekt.

Eine gute Nachricht, die mich betrifft, teilte mir mein Schwager dieser Tage mit: mein proponierter amerikanischer Associé war in London, und nach einer Unterhaltung zwischen beiden stellte sich heraus, daß ich nicht der Mann bin, der in seinem Geschäft brauchbar ist. Amerika ist also auf unbestimmte Zeit vertagt, da sich jetzt ohne meine Einwilligung kein neues Projekt formieren kann.

Grüße Deine Frau und Kinder bestens.

Dein F. E.

---------- [1] Postanweisung [deren Betrag sich der Empfänger der Anweisung von der Post abholen mußte und nur gegen Nennung des Auftraggebers erhielt. Hierauf bezieht sich das Wort Particulars = Einzelheiten].

[2] Das ist zu verstehen.

[3] Öffentliche Versammlung.

[4] Skandalchronik, Klatsch.

[5] Roter Republikaner.

[6] Des Bodeneigentums.

[8] Von sich abweisen.

[9] Er paßt sehr auf [kennt sich sehr aus].

22. Januar 1851.

Lieber Engels!

Du bist _taciturne comme la mort_.[1] Ich habe noch keine Nachricht, weder von Schabelitz, der die Fortsetzung unserer Revue übernehmen wollte, noch von Becker, der die Herausgabe meiner Aufsätze besorgen wollte. Bei Herrn Schuberth haben alle meine Schritte bisher nichts genützt. Wenn Haupt einen Advokaten finden kann, der die Sache übernimmt, so wird er prozessualisch gegen ihn verfahren.

Was macht Mary und Lizzy? Und vor allem, was machst Du? Harney war einen Abend hier bei mir mit Pieper, Eccarius usw. und sehr fidel, bis seine „teure Gattin“ ihn halb gewaltsam, halb zog sie ihn, halb sank er hin, von hier wegbrachte.

Dein K. M.

---------- [1] Schweigsam wie der Tod.

Mittwoch abend, 29. Januar [1851].

Lieber Marx!

Dein Schweigen und Dein Verwundern über mein Schweigen wird mir allerdings plötzlich erklärlich, nachdem meine alte Hexe von Hauswirtin mir heute, _after some sharp cross examination_,[1] aus einem Haufen Bücher in meinem Zimmer Deinen Brief vom 7. ds. herausgesucht hat, wo er seit dem 8. Januar ruhig schlummerte. Ich war nämlich die Nacht nicht zu Hause gewesen, und die Person hatte den Brief einfach auf die Bücher gelegt; nachher beim Aufräumen legte sie in der Eile ein anderes Buch obendrauf, und da dieser Haufen Bücher die ganze Zeit unangerührt blieb, so hätte ohne Deine Anzeige der Brief dort bis zum jüngsten Tage schlummern können. Hätte ich in diesem Monat statt Physiologie Russisch getrieben, so wäre das nicht vorgekommen.

Jedenfalls ist Deine neue Geschichte mit der Grundrente vollständig richtig. Die mit der Bevölkerung immer steigende Unfruchtbarkeit des Bodens bei Ricardo hat mir nie einleuchten wollen, und auch für seinen immer steigenden Getreidepreis habe ich nie die Belege finden können, aber bei meiner bekannten Trägheit _en fait de théorie_[2] habe ich mich bei dem inneren Knurren meines besseren Ich beruhigt und bin der Sache nie auf den Grund gegangen. Es ist außer Zweifel, daß Deine Lösung die richtige ist, und Du hast Dir so einen neuen Titel auf den Titel des Ökonomen der Grundrente erworben. Gäbe es noch Recht und Gerechtigkeit auf Erden, so würde die Gesamtgrundrente wenigstens für ein Jahr jetzt Dir gehören, und das wäre noch das wenigste, worauf Du Anspruch machen könntest.

Es hat mir nie in den Kopf gewollt, daß Ricardo in seinem einfachen Satz die Grundrente als Differenz der Produktivität der verschiedenen Bodengattungen hinstellt und im Beweis dieses Satzes 1. kein anderes Moment kennt als die Hereinbringung stets schlechterer Erdarten, 2. die Fortschritte der Agrikultur vollständig ignoriert und 3. die Hereinbringung der schlechteren Erdarten schließlich fast ganz fallen läßt und dafür stets mit der Behauptung operiert, daß das Kapital, das sukzessive auf ein bestimmtes Feld verwandt wird, immer weniger zur Vermehrung des Ertrags beitrage. So einleuchtend der zu beweisende Satz war, so fremd waren die im Beweis angeführten Motive diesem selben Satze, und Du wirst Dich erinnern, daß ich schon in den Deutsch-französischen Jahrbüchern gegenüber der Theorie der steigenden Unfruchtbarkeit auf die Fortschritte der wissenschaftlichen Agrikultur provozierte – natürlich sehr _crude_[3] und ohne alle zusammenhängende Durchführung. Du hast jetzt die Sache ins Reine gebracht, und das ist ein Grund mehr, weshalb Du eilen solltest mit der Vollendung und Publizierung der Ökonomie. Wenn man einen Artikel von Dir über die Grundrente überhaupt in eine englische Review bringen könnte, das würde enormes Aufsehen machen. Denk darüber nach, _je me charge de la traduction_.[4] Inliegend Herr Groß-Groß zurück. Ich werde Dir nächstens ein paar Zeilen für den süßen Dronke schicken, heute abend bin ich zu schläfrig, noch weitere Arbeiten zu übernehmen. Eine schöne Bande Lumpaci, Groß, Wilhelmi und der Fortschrittspamphletär von Cincinnati! Die Kerle müssen wirklich glauben, man pfiffe physisch, moralisch und intellektuell auf dem letzten Loch, um einem solche Zumutungen zu machen. _C’est amusant, cependant_,[5] und ich habe redlich gelacht über diese hinterwäldlerischen Gesellschaftsretter und ihre Anerbietungen, mit Honorar für Dronke. Das „spitz und gesalzen“ des Dr. Siegfried Weiß ist _outdone_[6] durch das „Rot, pikant, sarkastisch und mehrseitig“ des „Adonis einer längst vergessenen Schönen“. _Que Dieu le bénisse!_[7] Die hiesige O’Connor-Konferenz ist auf reinen Humbug hinausgelaufen. Sie besteht, die angebliche Repräsentation des gesamten englischen Chartismus, aus acht Mann, die vier Städte repräsentieren: Manchester, Bradford, Warrington und Sowerby. Davon sind Warrington und Bradford in der Opposition und mit der Exekutive einverstanden. Mantle, der Warrington repräsentiert, treibt den größten Spott mit der Majorität, eröffnete die _proceedings_[8] mit der Motion, daß die Konferenz, _seeing their utter insignificance and contemptibility_,[9] beschließen solle, sofort nach Hause zu gehen, und wird ihnen morgen ein Vertrauensvotum für die Exekutive, also für Harney und Jones, abnötigen, für das O’Connor auch stimmen muß. Bei der Frage: ob man sich den _financial reformers_ anschließen solle, stimmten 3 für und 2 gegen, 3 enthielten sich, unter ihnen O’Connor, den Mantle durch freches Auftreten leider intimidiert hatte; der Kerl hätte sonst dafür gestimmt und sich kolossal und unrettbar blamiert. Die Majorität der Konferenz sind O’Connor, Leach, Mac Grath, Clark und ein gewisser Hurst. Herr Thomas Clark brachte bei einem für O’Connor am Montag gegebenen Diner folgenden Toast aus. _The queen: her rights and no more; the people: their rights and no less._[10] Mantle, ein petillanter,[11] undiplomatischer Hitzkopf verhinderte auch hier O’Connor, für den Toast aufzustehen und ihn zu trinken.

Der Brief an Weerth ist fort und wird in ein paar Tagen in seinen Händen sein müssen, wenn er nicht gar zu tief in Marokko sitzt.

---------- [1] Nach etlichem scharfen Kreuzverhör.

[2] In bezug auf die Theorie.

[3] Roh, unbearbeitet.

[4] Ich nehme das Übersetzen auf mich.

[5] Es ist jedoch erheiternd.

[6] Übertroffen.

[7] Gott segne ihn.

[8] Verhandlungen.

[9] Da sie ihre äußerste Unbedeutendheit und Verächtlichkeit ersieht.

[10] Die Königin: ihre Rechte und nicht mehr; das Volk: seine Rechte und nicht weniger.

[11] Übersprudelnder.

3. Februar 1851.

Lieber Engels!

Studierst Du Physiologie an der Mary oder anderswo?

Einstweilen hat mir meine neue Rententheorie nur das brave Bewußtsein eingebracht, wonach jeder Biedermann notwendig strebt. Indes bin ich jedenfalls zufrieden, daß Du damit zufrieden bist. Das umgekehrte Verhältnis der Fruchtbarkeit der Erde zu der menschlichen Fruchtbarkeit mußte einen Familienvater wie mich tief affizieren, um so mehr, da _mon mariage est plus productif que mon industrie_.[1] Jetzt lege ich Dir nur eine Illustration zur Currencytheorie[2] vor, deren Studium bei mir von Hegelianern als Studium des „Andersseins“, des „Fremden“, kurz des „Heiligen“ charakterisiert werden dürfte.

Die Theorie des Herrn Loyd und _tutti frutti_[3] von Ricardo an besteht in folgendem: Gesetzt, wir hätten eine rein metallische Currency. Wäre sie zu voll hier, so würden die Preise steigen, also der Export von Waren abnehmen.

Ihr Import vom Ausland hierhin würde zunehmen. Die Imports über die Exports würden so steigen. Also ungünstige Handelsbilanz. Ungünstiger Wechselkurs. Klingende Münze würde ausgeführt werden, die Currency würde sich zusammenziehen, die Preise der Ware würden fallen, die Imports abnehmen, Geld wieder herfließen, kurz, die Situation in das alte Gleichgewicht kommen.

Beim umgekehrten Falle ebenso, _mutatis mutandis_.[4] Moral davon: Da das Papiergeld die Bewegungen der metallischen Currency[5] nachahmen muß, da hier eine künstliche Regulation an die Stelle dessen treten muß, was im anderen Falle natürliches Gesetz ist, muß die Bank of England ihre Papier-[Noten-]Ausgaben vermehren, wenn das Bullion[6] einströmt (zum Beispiel durch Ankauf von _government securities_,[7] _Exchequer bills_[8] usw.), und vermindern, wenn das Bullion abnimmt, durch Verminderung ihrer Diskontos oder Verkauf von Regierungspapieren. Ich behaupte nun, daß die Bank umgekehrt handeln muß, ihre Diskonten _vermehren_, wenn das Bullion _abnimmt_, und sie ihren gewöhnlichen Gang gehen muß, wenn es zunimmt. Unter Strafe, die Handelskrise, die im Anzug ist, unnötig zu intensieren. Indes darüber Was ich hier auseinandersetzen will, geht auf die Elementargrundlagen der Sache. Ich behaupte nämlich: _Auch unter einer rein metallischen Currency hat das Quantum derselben, ihre Extension und Kontraktion nichts zu tun mit dem Aus- und Einfluß der edlen Metalle, mit der günstigen oder ungünstigen Handelsbilanz, mit dem günstigen oder ungünstigen Wechselkurs_, außer in äußersten Fällen, die praktisch nie eintreten, aber theoretisch bestimmbar sind. Tooke stellt dieselbe Behauptung auf; ich habe aber keinen Beweis gefunden in seiner _History of Prices_ für 1843 bis 1847.

Du siehst, die Sache ist wichtig. Erstens wird die ganze Zirkulationstheorie in ihrer Grundlage geleugnet. Zweitens wird gezeigt, wie der Verlauf von Krisen, so sehr das _Kreditsystem_ eine Bedingung desselben ist, mit der _Currency_ nur insofern zu schaffen hat, als verrückte Einmischungen der Staatsgewalt in ihre Regelung die vorhandene Krise erschweren können, wie 1847.

Bei der folgenden Illustration zu bemerken, daß hier angenommen [ist]: Der _Einfluß_ von Bullion hängt zusammen mit flottem Geschäft, noch nicht hohen, sondern steigenden Preisen, Überfluß von Kapital, Überschuß der Exports über die Imports. Der Ausfluß von Gold _vice versa_,[10] _mutatis mutandis_.[11] Nun, diese Voraussetzung haben die Leute, gegen die die Polemik gerichtet ist. Sie können nichts dagegen sagen. In der Wirklichkeit können 1001 Fälle eintreten, wo Gold ausfließt, obgleich in dem Lande, das es ausführt, die Preise der übrigen Waren weit niedriger stehen als in denen, wohin es Gold führt. Zum Beispiel dies der Fall für England 1809 bis 1811 und 1812 usw. Indes die _allgemeine Voraussetzung_ erstens _in abstracto_ richtig, zweitens von den Currencykerls angenommen. Also hier einstweilen nicht zu debattieren.

Vorausgesetzt also, es herrsche _rein metallische Currency in England_.

Damit aber nicht vorausgesetzt, daß das _Kreditsystem_ aufgehört hat.

Die Bank von England würde sich vielmehr in eine _Depositen- und Leihbank_ zugleich verwandeln. Nur würden ihre Ausleihen bloß in barem Gelde bestehen. Wollte man diese Voraussetzung nicht, so würde, was hier als _Depositen der Bank of England_ erscheint, als __hoards__[12] _der Privaten_ erscheinen, und was als Ausleihe derselben, als Ausleihe der Privaten. _Was hier also von den Deposits der Bank of England_ gesagt wird, [ist] nur _Eine Abkürzung, um den Prozeß nicht zersplittert, sondern auf Einen_ __focus__[13] zusammengefaßt darzustellen.

Fall I. __Influx__[14] _von Bullion_. Hier die Sache sehr einfach. Viel unbeschäftigtes Kapital, also Zunehmen der Deposita. Um sie zu verwenden, würde die Bank ihren _Zinsfuß_ herabsetzen. Also Ausdehnung des Geschäftes im Lande. Die _Zirkulation_ würde nur steigen, wenn das Geschäft so stiege, um vermehrte Currency zu seiner Führung nötig zu machen. Sonst würde die überflüssig ausgegebene Currency wieder in die Bank zurückströmen durch den Verfall der Wechsel usw. als Deposits usw.

Die _Currency_ wirkt hier also nicht als _Ursache_. Ihre Vermehrung schließlich _Folge_ des größeren in Aktion gesetzten Kapitals, nicht umgekehrt. (In dem angegebenen Falle würde also die _nächste_ Folge _Wachsen der Deposits_, das heißt des unbeschäftigten Kapitals sein, nicht der Zirkulation.)

Fall II. Hier fängt eigentlich die Sache an. _Export von Bullion_ wird vorausgesetzt. Anfang einer Periode der _pressure_.[15] Wechselkurs ungünstig. Dabei mache schlechte Ernte usw. (oder auch Verteuerung der Rohmaterialien der Industrie) beständig größere Wareneinfuhr nötig.

Gesetzt, die Rechnung der Bank of England stehe beim Beginn einer solchen Periode wie folgt: Die Bank schuldet, da unter der _Voraussetzung_ keine _Noten_ existieren, nur die 12 Millionen _Deposits_. Nach ihrem Prinzip (die Deposits in Zirkulationsbanken [...unlesbar], nur den dritten Teil ihrer Zahlungsverpflichtungen in bar liegen haben zu müssen) ist ihr Bullion von 8 Millionen um die Hälfte zu groß. Um mehr Gewinn zu machen, setzt sie den _Zinsfuß herab_ und steigert ihre _discounts_[16] zum Beispiel um 4 Millionen, die für Korn usw. ausgeführt werden. Die Rechnung der Bank steht dann so: Aus dieser _figure_[17] folgt: Die Kaufleute agieren _zuerst_ auf die _Bullionreserve der Bank_, sobald sie _Gold_ ausführen müssen. Dieses exportierte Gold _vermindert_ ihre Reserve (die der Bank), ohne im mindesten auf die _Currency_ zu wirken.

Ob die 4 Millionen in ihren Kellern oder in einem Schiffe nach Hamburg liegen, ist _dasselbe_ für die Currency. Es zeigt sich endlich, daß ein bedeutender _drain_ von Bullion,[18] hier von 4 Millionen Pfund Sterling, stattfinden kann, der nicht im geringsten weder die _Currency_ noch das Geschäft des Landes im allgemeinen affiziert. Nämlich während der ganzen Periode, wo die _Bullionreserve_, die _zu groß_ gegen die Liabilities[19] war, nur auf ihre __due proportion__[20] zu denselben reduziert wird.

c. Nehmen wir aber an, daß die Umstände, die den _drain_[21] der 4 Millionen nötig gemacht, fortdauern: Kornmangel, Steigen des Preises der Rohbaumwolle usw. Die Bank wird besorgt für ihre Sicherheit. Sie _erhöht den Zinsfuß_ und limitiert ihre _discounts_.[22] Daher _pressure_[23] in der Handelswelt. Wie wirkt diese _pressure_? Es wird auf die _Deposits_ der Bank gezogen, ihr Bullion sinkt verhältnismäßig. Sinken die _Deposits_ auf 9 Millionen, das heißt vermindern sie sich um 3 Millionen, so müßten dann 3 abgehen von der Bullionreserve der Bank.

Diese würde also fallen (4 Millionen bis 3 Millionen) auf 1 Million gegen Deposits von 9 Millionen, Verhältnis, das gefährlich für die Bank würde. Will sie also ihre Bullionreserve auf dem dritten Teil der Deposits halten, so wird sie ihre _discounts_ um 2 Millionen verringern.

Die Rechnung wird dann so stehen: Folgt hieraus: Sobald der _drain_ so groß wird, daß die Bullionreserve ihre _due proportion_ gegen die Deposits erreicht hat, erhöht die Bank den Zinsfuß und vermindert die _discounts_. Aber dann beginnt die _Wirkung auf die Deposits_, und infolge ihrer Verminderung vermindert sich die Reserve von Bullion, aber in größerem Verhältnis der Diskont von Bills.[24] Die _Currency_ wird nicht im geringsten affiziert. Ein Teil der entzogenen Bullion und Deposits _füllt_ das Vakuum,[25] das die Kontraktion der Bankakkomodation[26] in der inländischen Zirkulation erzeugt, ein anderer wandert ins Ausland.

d. Gesetzt der Import von Korn usw. dauere fort, die Deposits sänken auf 4 500 000, so würde die Bank, um die nötige Reserve gegen ihre Liabilities zu behalten, ihre _discounts_ um 3 Millionen noch reduzieren, und die Rechnung stünde wie folgt: Die Bank hätte unter der Voraussetzung ihre _discounts_ von 16 auf 11 Millionen, also um 5 Millionen reduziert. Der nötige Bedarf der Zirkulation ersetzt durch weggenommene Deposits. Aber gleichzeitig Mangel an Kapital, hoher Preis der Rohmaterialien, Abnahme der Nachfrage, also des Geschäftes, also _schließlich_ der Zirkulation, der nötigen _Currency_. Der überflüssige Teil derselben würde als Bullion ins Ausland zur Zahlung des Imports geschickt. Die Currency wird _zuletzt_ berührt, und sie würde erst über ihre notwendige Quantität hinaus _vermindert_, wenn die Bullionreserve vermindert [ist] über das notwendigste Verhältnis zu den Deposits hinaus.

Zu dem Obigen noch zu bemerken: 1. Statt ihre _discounts_ zu vermindern, könnte die Bank ihre _public securities_ verklopfen, was unter der Voraussetzung unprofitlich wäre.

Indes Resultat dasselbe. Statt ihre eigene Reserve und _discounts_ würde sie die von Privatpersonen, die ihr Geld in _public securities_ stecken, vermindern.

2. Ich habe hier einen _drain_ auf die Bank von 6 500 000 Pfund vorausgesetzt. 1839 fand einer von 9 bis 10 Millionen Pfund statt.

3. Der vorausgesetzte Prozeß bei einer rein _metallic currency_[27] kann wie beim Papier zum Schlusse mit der Kasse [?] fortgehen, wie dies zweimal in Hamburg im achtzehnten Jahrhundert geschehen.

Schreibe bald.

Dein K. M.

---------- [1] Meine Ehe produktiver ist wie meine Erwerbstätigkeit.

[2] Theorie der Währung [beziehungsweise des Geldsystems].

[3] Allesamt.

[4] Nach Abänderung des zu Ändernden; das heißt gemäß den veränderten Bedingungen.

[5] Metallischen Umlaufsmittel.

[6] Barren Geldmetall.

[7] Vom Staate verbürgte Papiere.

[8] Schatzscheine.

[9] Ein anderes Mal.

[10] Ebenso umgekehrt.

[11] Gemäß den veränderten Bedingungen.

[12] Ersparnisse, Schatzansammlungen.

[13] Brennpunkt.

[14] Einstrom, Zufluß.

[15] Druck, Depression.

[16] Diskonten, Ankauf von Wechseln.

[17] Zahlenbild.

[18] Abzug von Geldmetall.

[19] Zahlungsverpflichtungen.

[20] Richtiges Verhältnis.

[21] Abfluß, Abzug.

[22] Beschränkt ihre Wechselankäufe.

[23] Gedrückte Lage.

[24] Wechsel.

[25] Leere.

[26] Zusammenschrumpfen der Ausgleichmittel der Banken.

[27] Metallische Währung.

Manchester, 5. Februar 1851.

Lieber Marx!

Inliegend das restierende eine Pfund von dem Atlas, das ich Dir leider nicht früher schicken konnte.

Sage Harney, wenn Du ihn siehst, daß er Ende der Woche von mir mindestens die erste Hälfte einer Reihe von Artikeln über _Continental Democracy_[1] bekommt – die Artikel so eingeteilt, daß jeder einzelne nicht mehr als 2 bis 2-1/2 Kolumnen in seinem Friend of the People ausmacht. Ich werden unter dem obigen Vorwand die gesamte offizielle Demokratie beim Kragen nehmen und sie dem englischen Proletariat dadurch verdächtigen, daß ich sie, inklusive Mazzini, Ledru-Rollin usw., mit den _financial Reformers_[2] auf dieselbe Stufe stelle. Das europäische Komitee wird _catch it nicely_.[3] Die Herren werden einzeln durchgenommen werden, Mazzinis Schriften, Ledru-Rollins famose Heldentaten vom Februar bis Juni 1848, Herrn Ruge natürlich nicht zu vergessen. Den Italienern, Polen und Ungarn werde ich deutlich genug sagen, daß sie in allen modernen Fragen den Mund zu halten haben. Das Ding mit dem Humbug, den Harney mit den Bettelbriefen der Mazzini und Konsorten treibt, wird zu arg, und da er sonst nicht zu bessern ist, so werde ich genötigt sein, die Albernheit dieser Kerls in seinem eigenen Blatt aufzudecken und den englischen Chartisten die Mysterien der kontinentalen Demokratie zu enthüllen. Ein ausführlicher polemischer Artikel hilft bei Harney immer mehr als alles Debattieren. Leider habe ich hier verflucht wenig Material.

Ich habe jetzt hier _Sarraus jeune, Lafayette et la révolution de Juillet_.[4] Wüßte ich noch ein paar andere Quellen aufzutreiben, so könnte ich für unsere Revue einen Artikel über die Julirevolution nebst Fortsetzung bis zur Februarrevolution machen und dabei die _Histoire des dix ans_[5] einer freundschaftlichen Kritik unterwerfen. Diese _Dix ans_[6] stehen noch immer von den Weitergehenden unangegriffen da und bilden in Deutschland wie in Frankreich ein sehr bedeutendes Bildungselement in der ganzen revolutionären Partei. Ich glaube, es könnte gar nicht schaden, den Einfluß dieses Buches auf die gebührenden Grenzen zurückzuführen; bis jetzt ist es unattackierte Autorität.

Herr Russell, der feige Patron, hat sich wieder einmal glänzend blamiert. Erst speit er Feuer und Flammen gegen die _papal aggression_.[7] Dann sieht er, daß die Manchester _men_[8] sich absolut nicht in die Schmiere mischen wollen und accouchiert nun mit seiner heroischen Maßregel, den katholischen Bischöfen das Tragen englischer Titel verbieten zu wollen. Und dann die schöne Andeutung, die er durch Herrn Peto machen läßt, es sei zwar sehr wünschenswert gewesen, in dieser Session schon das Stimmrecht auszudehnen, aber da die Law-Reform diesmal vorkomme, so müsse man das Stimmrecht bis nächstes Jahr verschieben. Echte Whig-Musterlogik. Übrigens sind die _membres_[9] sehr krittlig und unsicher, die Wahlen rücken heran, sie müssen liberale oder protektionistische _flourishes_[10] machen, und wenn die Exhibition nicht gerade in die belebteste Zeit der sessionalen _grande politique_[11] fiele, so könnte es dem kleinen Männchen schlecht gehen.

Und auch so – _qui sait_?[12] Das tägliche politische Brot wird überhaupt immer trockener. Die schöne Position, in der sich _la belle France_[13] jetzt wohlgefällt, ist auch erbaulich. Es läßt sich übrigens nicht leugnen, daß die Herren Burggrafen mehr und mehr aufhören, die Repräsentanten der Bourgeoisfraktionen zu sein, oder besser, daß die Bourgeois sich von ihren alten legitimistischen und orleanistischen Chefs mehr und mehr trennen. Erstens die bedeutende Minorität für Baroche in der Sitzung, wo die Koalition ihn stürzte, und die auch aus sehr vielen Nichtbonapartisten, ehemaligen Orleanisten usw. bestand; dann die offenbare Stimmung der konservativen Bourgeoisie _en masse_,[14] die weit günstiger für den Napoleon ist wie früher. Die Masse dieser Kerls will jetzt unbedingt weder orleanistische noch legitimistische Restaurations-Intrigen; _les solutions les embêtent_,[15] und was sie wollen, ist der Schlendrian der präsidentiellen Gegenwart. Die Kerls sind weder royalistisch, noch republikanisch, noch imperialistisch, sondern präsidentiell; das schönste aber dabei ist, daß diese süße Unbestimmtheit nur möglich ist bei der Masse selbst, und daß jeder, der sich als offizieller Repräsentant dieser Richtung geltend machen wollte, doch binnen sechs Monaten wieder aus der Neutralität und in eine bestimmte royalistische oder imperialistische Fraktion getrieben würde.

Übrigens habe ich hier von französischen Blättern nur die Débats und den Charivari, der einem indes hier wieder leider Gottes witzig vorzukommen anfängt, _grâce à l’esprit exquis du peuple dans ces parages_.[16] Von einem stupiden ungarischen Flüchtling, der mir hier dieser Tage zwischen die Beine lief, hörte ich, daß diese edle Sorte wieder von Mordkonspirationen und Emeuten bei Gelegenheit der _great Exhibition_[17] faselt. Mir schien es fast, als vernähme ich aus diesem Gepolter die heroische Stimmung der Stürmer von London, Willich und Barthélemy. Man entrinnt übrigens den Geistern nicht: neulich redet mich ein Kerl auf der Straße an, und siehe, es war ein Greatwindmillstreet-Flüchtling, der in Liverpool eine Stelle hat. „Und nähme ich Flügel der Morgenröte und flöge ans äußerste Meer“, so würde ich der Bande nicht entrinnen.

Die hiesigen Freetrader benutzen die Prosperität oder Halbprosperität, um das Proletariat zu kaufen, und John Watts ist der Makler dabei. Du kennst den neuen Cobdenschen Plan: eine National Free School Association, um eine Bill durchzusetzen, wodurch die _townships_[18] bevollmächtigt werden sollen, sich Lokalsteuern aufzulegen zur Errichtung von Schulen. Das Ding wird famos poussiert. In Salford ist außerdem schon eine Free Library und ein Museum eingerichtet – Leihbibliothek und Lesezimmer gratis. In Manchester ist die Hall of Science – und hier war Watts, wie der Herr Mayor von Manchester gnädigst anerkannte, wirklich der Makler – von einem Komitee aus dem Ertrag öffentlicher Sammlungen (zirka 7000 Pfund Sterling sind zusammen) aufgekauft und wird ebenfalls in eine Free Library verwandelt. Ende Juli soll die Geschichte – mit 14 000 Bänden _to begin with_[19] – eröffnet werden. Alle Meetings und Versammlungen zu diesem Zwecke erschallen vom Lobe der Arbeiter, und speziell von dem des braven, bescheidenen, nützlichen Watts, der mit dem Bischof von Manchester jetzt auf dem besten Fuße steht. Ich freue mich schon auf den Ausbruch der Entrüstung über den Undank der Arbeiter, der beim ersten _shock_[20] von allen Seiten losplatzen wird.

Mein Herr Alter hat mir dieser Tage einen angenehmen Brief geschrieben, worin er den Wunsch ausspricht, daß ich auf unbestimmte Zeit, das heißt solange der Tuck mit den Ermens dauert (und das kann bis 1854 sein), hier bleibe. Mir natürlich sehr angenehm, _s’il me paie bien mon ennui_.[21] Ich lasse mir das natürlich nicht merken, bringe dem „Geschäft“ dies „Opfer“ und erkläre mich bereit, „die Entwicklung der Verhältnisse hier vorderhand abzuwarten“. Nächsten Sommer kommt er her, und ich werde ihm dann mich so unentbehrlich zu machen suchen, daß er auf alles eingehen muß.

Grüße Deine Frau und Kinder herzlich.

Dein F. E.

Particulars bei der Post Office Ordre[22] wie früher.

---------- [1] Die festländische Demokratie.

[2] Finanzreformer. [So nannten sich die radikalen Freihändler, die neben den Schutzzöllen auch die meisten Finanzzölle abschaffen und durch Steuern auf Bodenwerte, Erbschaften usw. ersetzen wollten.]

[3] Es schön abbekommen.

[4] Lafayette und die Julirevolution.

[5] Geschichte der zehn Jahre. [Louis Blancs Buch über die Julirevolution und die ersten Regierungsjahre Louis Philipps.]

[6] Zehn Jahre.

[7] Angriffe des Papstes.

[8] Männer, Leute.

[10] Fahnenschwenken, Aufputzerei.

[11] Hohe Politik.

[12] Wer weiß?

[13] Das schöne Frankreich.

[14] In der Masse.

[15] Die Lösungen sind ihnen unbequem.

[16] Dank dem feinen Geiste des Volkes in diesem Landstrich.

[17] Große Ausstellung.

[18] Städteverwaltungen.

[19] Zum Anfang.

[20] Stoß, Auflehnung.

[21] Wenn er mir meine Langeweile gut bezahlt.

[22] Einzelheiten bei der Postanweisung.

10. Februar 1851.

Lieber Engels!

Als Du schriebst, es sei bald Zeit, den Louis Blanc anzugreifen, warst Du mindestens ein _clairvoyant_.[1] Nun horche auf folgende Geschichtserzählung: Vor einigen Tagen, ungefähr einer Woche, begegnet mir Landolphe, und ich merkte an der verlegenen Art, worin er mich und meine Frau grüßte, daß etwas „faul“ war im Zustand unseres _ami chevaleresque_, unseres Bayard von der Montagne. _Eh bien!_[2] _Landolphe und Louis Blanc_ haben sich mit dem Komitee _Willich-Schapper_ vereint, aus dem Herr Adam ausgetreten ist! Und vierzehn Tage vorher schimpfte Landolphe noch weidlich über Barthélemy und erzählte ich ihm die Affäre der Herren Willich und Schapper. _Qu’en dis-tu?_[3] Mit keinem Worte haben die Biedermänner mich vorher unterrichtet.

Du stellst Dir leicht vor, wie Willich und Schapper in ihrer Vorstellung gewachsen sind und wie sie uns geschlagen wähnen!

Aber wir werden sie anders schlagen. Wir sind auf dem kürzesten Wege, den Unteroffizier und Zimmermann Willich _verrückt_, _literaliter_[4] verrückt zu machen.

Du erinnerst Dich des Briefes, den Schramm im Namen von Becker [in Köln] an Willich schrieb, worin er ihm die Militärdiktatur anbot, die Presse abschaffte und leichte Schlagschatten auf Schappers Moralität warf.

_Eh bien!_ Willich ist in die Falle gegangen. Er hat Becker bombardiert mit Briefen, er hat auch schon einen Emissär zur Absendung bereit, hat sich ganz schon das herrische Wesen eines Cromwell II. angeeignet, ist auffahrend geworden, duldet keinen Widerspruch mehr und hat dem Becker den Auftrag gegeben, eine Revolution in Köln zu machen, wonach er sich bereit erklärt, die oberste Leitung zu übernehmen. Ich werde von Becker in einigen Tagen die Briefe von Willich erhalten und dann die Minen springen lassen.

Hier ganzer Schwarm von neuem demokratischen Gesindel, aus Brüssel vertriebene Franzosen, Heise aus Kassel, Oppenheim aus Brüssel, Günther aus Frankfurt usw. Von letzteren jedoch habe ich glücklicherweise keinen gesehen.

Du hast doch meinen letzten Brief erhalten?

Dein K. M.

[2] Ritterlicher Freund...Bayard der Bergpartei. Wohlan.

[3] Was sagst Du dazu?

[4] Wörtlich.

[Ohne Monats- und Jahresangabe.] Mittwoch [undatiert].

Lieber Marx!

Ich finde eben Deinen Brief zu Hause und benutze gleich die heutige Post, Dir anzuzeigen, daß ich es Ende dieser oder spätestens Anfang nächster Woche möglich machen werde, Dir die 1 Pfund 10 Schilling für Landolphe zu schicken, damit diese jetzt nicht länger fortzuziehende Geschichte aus der Welt kommt. _Notre ami_[1] Landolphe hat sich abermals als ein altes Weib bewiesen, und die alberne Zwergseitelkeit des superklugen Louis Blanc entwickelt sich in einer Weise, die den erhabenen Knirps wirklich zum reinen Narren stempelt. _C’est bien._[2] Man sieht mehr und mehr ein, daß die Emigration ein Institut ist, worin jeder notwendig ein Narr, ein Esel und ein gemeiner Schurke wird, der sich nicht ganz von ihr zurückzieht und dem die Stellung des unabhängigen Schriftstellers, der auch nach der sogenannten revolutionären Partei den Teufel fragt, nicht genügt. Es ist eine reine _school of scandal and of meanness_,[3] worin der letzte Esel zum ersten Vaterlandsretter wird.

Harney kriegt heute drei Artikel, einleitungsweise, etwas weitläufig, hier und da mit einer gelinden Andeutung besäet. Was bei der Sache fatal ist, ist dies, daß man für die englischen Proletarier und das Publikum Harneys schwerlich den Ledru-Rollin und Komp. angreifen kann, ohne sich mit der Clique Willich-Barth[élemy] wenigstens zum Teil zu identifizieren. Es wird nichts übrigbleiben, als dieser Clique schließlich einige besondere Artikel zu widmen. Diese ersten drei Artikel enthalten noch nichts, sie sind mehr geschrieben um Harneys willen, _to put him in the right track_,[4] als zu irgend einem anderen Zwecke.

Die Geschichte mit Willich ist _impayable_.[5] _Sorge nur, daß Du die Briefe erhältst._ Ich möchte die sittliche Entrüstung sehen, wenn die Bombe platzt. Ihr scheint seit einiger Zeit wieder gute Kundschafter in der G. W. [Great Windmillstreet] zu haben, _cela ne fait pas de mal_[6] und verschafft wenigstens Erheiterung. Ich gestehe, ich hätte den Kerl kaum für so dumm gehalten. Er wird übrigens jetzt erst recht in hellen Flammen sein, seit die preußischen Ministerialblätter den Krieg gegen die Schweiz in Aussicht stellen, und die Gardereserven, wie ihnen auf der Parade mitgeteilt, gerade deswegen unter den Waffen erhalten werden.

Die Regierungen der heiligen Allianz arbeiten wirklich diesen phantastischen Eseln in unverantwortlicher Weise in die Hände, und wenn Palmerston nicht wäre, so könnte die nächste „Emanzipation der allgemeinen Dummheit“ wirklich sechs Monate zu früh zur Welt kommen.