Wir wenden nun unſer Augenmerk auf das Verhaͤltniß, neh shes die Maſſen der Himmelskoͤrper nach unſerm Lehrbegriffe, in Vergleichung ihrer Entfernungen, haben ſollen, um das Reſul⸗ tat unſeres Syſtems an den untruͤglichen Rechnungen des News ton zu pruͤfen. Es bedarf nicht viel Worte, um begreiflich zu machen: daß der Centralkoͤrper allemal das Hauptſtuͤck ſeines Sy⸗ ſtems, folglich die Sonne auf eine vorzuͤgliche Art an Maſſe groͤſ⸗ ſer, als die geſammten Planeten, ſeyn muͤſſe; wie denn dieſes auch vom Jupiter, in Anſehung ſeiner Nebenplaneten, und vom Saturn und Uranus, in Betrachtung der ihrigen, gelten wird. Der Centralkoͤrper bildet ſich aus dem Niederſatze aller Partikeln, in dem ganzen Umfange ſeiner Anziehungsſphaͤre, welche die ge⸗ naue Beſtimmung der Cirkelbewegung, und die nahe Beziehung auf die gemeinſchaftliche Flaͤche, nicht haben bekommen koͤnnen, und deren ohne Zweifel eine ungemein groͤßre Menge, als der letztern ſeyn muß. Denn, um an der Sonne vornemlich dieſe Betrachtung 8 8 ſo iſt ihr Klumpen nicht nur durch die e) Daß zum 1 die Venus A der 1 noch dichter ſeyn müffe, haben Andre auch aus dem großen Glanie gemuth⸗ maßt, den fie ſtets von ſich wirft.
Er NN a Anhaͤufung der großen Menge Partikeln in! der Nähe des Centri der Anziehung, ſondern auch vornemlich durch den groͤßten Theil des Grundſtoffs in den aͤußerſten Gegenden der Anziehungsiphäre über den Saturn hinaus vermehrt worden. Nun macht aber, in» dem die Planetenkreiſe von der gemeinſchaftlichen Flaͤche nach bey⸗ den Seiten ausſchweifen, ihre groͤßte Neigung gegen einander kaum 72 Grade aus. Alſo kann man alle Materie, daraus die Planeten ſich gebildet haben, ſich als in demjenigen Raume aus⸗ gebreitet geweſen, vorſtellen, der zwiſchen zwey Flächen, von, dem Mittelpunkte der Sonne aus, begriffen war, die einen Win⸗ kel von 73 Grade eingeſchloſſen. Nun iſt aber eine, nach der Richtung des größten Cirkels, gehende Zone von 7 4 Grad Brei⸗ te, etwas mehr als der 17te Theil der Kugelflaͤche, alſo der fürs perliche Raum zwiſchen den zwo Flaͤchen, die den ſphaͤriſchen Raum in der Breite obgedachten Winkels ausſchneiden, etwas mehr, als der 17te Theil des koͤrperlichen Inhalts der ganzen Sphäre, Alſo wuͤrde dieſer Hypotheſe gemaͤß alle Materie, die zur Bil⸗ dung der Planeten angewandt worden, ohngefehr den ſiebzehnten Theil derjenigen Materie ausmachen, die die Sonne aus eben der Weite, als der aͤußerſte Planet ſteht, von beyden Seiten zu ihrer Zuſammenſetzung geſammlet hat. Allein dieſer Centralkoͤrper hat einen Vorzug des Klumpens vor dem geſamten Inhalte aller Pla⸗ neten, der nicht zu dieſem wie 17: 1, ſondern wie 650 zu 1 iſt, wie die Ausrechnung des Newtons es beſtimmt; aber es iſt auch leicht einzuſehen, daß in den obern Raͤumen über dem Sa⸗ turn, wo die planetiſchen Bildungen entweder aufhoͤren, oder doch im Verhaͤltniß auf die Groͤße der Raͤume ſeltner werden, wo nur einige wenige kometiſche Koͤrper ſich gebildet haben, und wo vor⸗ nemlich die Bewegungen des Grundſtoffs, indem fie daſelbſt nicht geſchickt find, zu der geſetzmaͤſigen Gleichheit der Centralkraͤfte zu gelangen, als in der nahen Gegend zum Centro, nur in eine faſt allgemeine Senkung zum Mittelpunkte oder, wie bey den Kome⸗ ten, in eine derſelben nahe Bewegung ausſchlagen, und die Son⸗ ne mit aller Materie aus ſo weit ausgedehnten Raͤumen vermeh⸗ ren, daß, ſage ich, aus dieſen Urſachen der Sonnenflumpen die fo vorzügliche Gräfe der Re erlangen Ban: | * un 25 die Planeten in Anſehung ihrer Maſſen unter einan⸗ der zu vergleichen: ſo bemerken wir erſtlich, daß nach der ange⸗ zeigten Bildungsart die Quantitat der Materie, aus welcher ein Planet zuſammen geſetzt wird, auf die Weite ſeiner Entfernung von der Sonne vornemlich ankomme! 1) weil die Sonne durch ihre Anziehung die Sphaͤre der Attraction eines Planeten ein⸗ ſchraͤnkt, aber bey den entferntern, wenn ſonſt die Umſtaͤnde gleich ſind, weniger als bey den naͤhern: 2) weil die Cirkel, aus denen alle Theilchen zuſammen gekommen find, einen entferntern Planeten auszumachen, groͤßer ſind und alſo mehr Grundſtoff, als die kleinern Cirkel, in ſich faſſen: 3) weil aus eben dem letzten Grunde der Raum zwiſchen den zwey Flaͤchen der groͤſten Abwei⸗ chung, bey gleicher Anzahl Grade, in großen Höhen groͤßer, als in kleinen iſt. Dagegen wird dieſer Vorzug der entferntern Pla⸗ neten, vor den niedrigern, zwar dadurch eingeſchraͤnkt, daß die Partikeln naͤher zur Sonne dichtrer Art, und allem Anſehen nach i auch weniger zerſtreut, als in größeren Abſtande ſeyn werden; allein man kann leicht erachten, daß die erſtern Vortheile, zu Bildung großer Maſſen, die letztern Einſchraͤnkungen weit uͤber⸗ treffen, und uͤberhaupt die Planeten, die ſich in weitem Abſtande von der Sonne bilden, groͤßre Maſſen, als die nahen bekommen muͤſſen. Dieſes geſchieht alſo, ſo fern man ſich die Bildung ei⸗ nes Planeten nur als in Gegenwart der Sonne vorſtellt; allein, wenn man mehrere Planeten, in verſchiedenem Abſtande, ſich bilden laͤßt; fo wird einer den Umfang der Attraction des ans dern, durch ſeine Anziehungsſphaͤre einſchraͤnken, und dieſes bringt eine Ausnahme von dem vorigen Geſetze zuvege. Denn a derjenige Planet, welcher einem andern, von ausnehmender Maſſe nahe iſt, wird ſehr viel von der Sphaͤre ſeiner Bildung verlieren, und dadurch ungleich kleiner werden, als das Verhaͤltniß ſeines Abſtandes von der Sonne allein es erfordert. Obgleich alſo im Ganzen die Planeten von groͤßrer Maſſe ſind, nachdem ſie weiter don der Sonne entfernt find, (wie denn überhaupt Saturn und Jupiter, als die zwey Hauptſtuͤcke unſeres Syſtems, darum die groͤſten ſind, weil ſie von der Sonne am weitſten entfernt ſind: ) fo finden ſich dennoch Abweichungen von dieſer Analogie, in de⸗ gen aber jederzeit das Merkmal der allgemeinen Bildung hervor⸗ E Mr ch leuchtet, die wir von den Himmelsförpern behaupten; daß nem⸗ lich ein Planet von ausnehmender Groͤße die naͤchſten von bey⸗ den Seiten, der, ihnen wegen ihrer Sonnenweite, gebuͤhrenden Maſſe beraubt, indem er einen Theil der Materien ſich zueignet, die zu jener ihrer Bildung kommen ſollten. In der That hat Mars, der vermoͤge feines Ortes größer als die Erde ſeyn ſollte, durch die Anziehungskraft des ihm nahen ſo großen Jupiters an feiner Maſſe eingebußt; a) und Saturn ſelbſt, ob er gleich durch ſeine Hoͤhe einen Vorzug uͤber den Mars hat, iſt nicht gaͤnzlich frey geblieben, durch Jupiters Anziehung einen betraͤchtlichen Verluſt zu erleiden, und mich duͤnkt, Merkur habe die ausneh⸗ mende Kleinheit ſeiner Maſſe, nicht allein der Anziehung der ihm ſo nahen maͤchtigen Sonne, ſondern auch der Nachbarſchaft der Venus zu verdanken, welche, wenn man ihre muthmaßliche Dich⸗ tigkeit mit ihrer Größe vergleicht, ein Planet von betraͤchtlicher Maſſe ſeyn muß. b) | Indem nun alles fo vortreflich, als man es nur wuͤnſchen mag, zuſammenſtimmt, die Zulaͤnglichkeit einer mechaniſchen Lehrver⸗ faſſung, bey dem Urſprunge des Weltbaues und der Himmels⸗ koͤrper, zu beſtaͤtigen; ſo wollen wir, indem wir den Raum ſchaͤ⸗ gen, darin der Grundſtoff der Planeten vor ihrer Bildung aus» gebreitet geweſen, erwaͤgen, in welchem Grade der Duͤnnigkeit dieſer Mittelraum damals erfüllt geweſen, und mit was für Grey heit, oder wie wenigen Hinderniſſen die herumſchwebenden Par⸗ tikeln ihre geſetzmaͤßige Bewegungen darin haben anftellen koͤnnen. Wenn der Raum, der alle Materie der Planeten in ſich begriff, in demjenigen Theile der Saturniſchen Sphaͤre enthalten war, der von dem Mittelpunkte der Sonne aus, zwiſchen 2 und 7 Grad weit, in allen Hoͤhen von einander abſtehenden Flaͤchen begriffen, und daher der ſiebzehnte Theil der ganzen Sphäre war, die man mit dem Radius der Hoͤhe des Saturns beſchreiben kann; ſo 40 Aus welchem Uederſchuſſe ſich vielleicht die mehrern Monde des Jupiters gebildet haben, ſo wie Mars wohl gar eben da⸗ durch ſeine eignen Monde eingebuͤßt hat. 5 5) Die Venuskugel wird von den Aſtronomen faſt von gleicher Bee als die Erdkugel geachtet. Ihre Achſendrehung unters cheidet ſich auch von dem Umſchwunge der Erde nur um 38 Mi⸗ * nuten weniger.
„„ wollen wir, um die Veraͤnderung des planetiſchen Grundſtoffs, da er dieſen Raum erfuͤllete, auszurechnen, nur die Höhe des Sa⸗ turns 100000 Erddiameter anſetzen; a) ſo wird die ganze Sphaͤ⸗ re des Saturniſchen Kreiſes den Raumes inhalt der Erdkugel 1009 5 Billionenmal übertreffen; davon, wenn wir anſtatt des ſiebzehn⸗ ten Theils, auch nur den zwanzigſten nehmen, der Raum, darin der elementariſche Grundſtoff ſchwebte, den Raumsinhalt der Erd⸗ kugel dennoch 50 Billionenmal uͤbertreffen muß. Wenn man nun die Maſſe aller Planeten b) mit ihren Begleitern 335 des Sonnenklumpens nach dem Newton anſetzet; ſo wird die Erde, die nur rg derſelben if, ſich zu der geſammten Neffe aller planetiſchen Materie wie 1 zu 276: verhalten; und wenn man i daher alle dieſe Materie zu gleicher ſpecifiſchen Dichtigkeit mit der Erde braͤchte, würde daraus ein Körper entſtehen, der 277; mal groͤßern Raum als die Erde einnaͤhme. Wenn wir daher die Dich⸗ tigkeit der Erde in ihrem ganzen Klumpen nicht viel groͤßer, als die Dichtigkeit der feſten Materie, die man unter der oberſten Flaͤ⸗ che derſelben antrift, annehmen: wie es denn die Eigenſchaften der Figur der Erde nicht anders erfordern, und dieſe obre Ma⸗ terien ohngefaͤhr vier oder fuͤnfmal dichter als das Waſſer, das Waſſer aber 1000mal ſchwerer als die Luft anſetzen: fo würde die Materie aller Planeten, wenn fie zu der Duͤnnigkeit der Luft ausgedehnt wuͤrden, einen faſt 14 mal hunderttauſendmal größern Raum als die Erdkugel einnehmen. Diefer Raum mit dem Rau⸗ me, in welchen nach unſerer Vorausſetzung alle Materie der Pla⸗ neten ausgebreitet war, verglichen, iſt dreißig Millionenmal klei⸗ ner als derſelbe: alſo macht auch die Zerſtreuung der planetiſchen daterie in dieſem Raume eine eben fo vielmal größere Verduͤn⸗ nung aus, als die Theilchen unſerer Atmosphaͤre haben. In | der That dieſe Groͤße der Zerſtreuung, ſo unglaublich ſie auch ſcheinen mag „ war dennoch weder unnoͤthig, noch unnatuͤrlich.
a) Welche nach den neuern Beſtimmungen 231000 Erd- Halbmeſ⸗ ſer oder 199 Millionen Meilen betraͤgt.
2 N A den Uranus und feine 2 jetzt bekannten Traban⸗ cher auf 400 Millionen Meilen oder 465000 Er dhalb⸗ ä meſſer 9 17 der Sonne entfernt iſt, und an Große die Erde 80 i — übertrifft Seine Maſſe iſt wie 18, ſeine Dichtigkeit o, 22, wenn beides für die Erde = 1 iſt. — Diefe Beſtimmungen hätte man zu den Zahlen im Texte himnzurech nen Sie mußte fo groß als moͤglich RE um den ſchwebenden Par⸗ tikeln alle Freyheit der Bewegung, faſt ſo, als in einem leeren Raume, zu verſtatten, und den Widerſtand unendlich zu verrin⸗ gern, den fie einander leiſten fönnten; fie konnten aber auch von ſelber einen ſolchen Zuſtand der Verduͤnnung annehmen, woran man nicht zweifeln darf, wenn man ein wenig die Ausbreitung kennt, die die Materie leidet, wenn ſie in Duͤnſte verwandelt iſt; oder wenn man, um bey dem Himmel zu bleiben, die Verduͤnnung der Materie in den Schweifen der Kometen erwaͤgt, die bey einer fo unerhoͤrten Dicke ihres Durchſchnitts, der den Durchmeſſer der Erde wohl hundertmal übertrifft, dennoch ſo durchſcheinend ſind, daß die kleinen Sterne dadurch koͤnnen geſehen werden; welches unſere Luft, wenn ſie von der Sonne erleuchtet wird, in einer Hoͤhe, die viel tauſendmal kleiner iſt, nicht verſtattet. Ich beſchließe dieſes Hauptſtuͤck, indem ich eine Analogie hin⸗ zufüge, die an und fuͤr ſich allein gegenwaͤrtige Theorie, von der mechaniſchen Bildung der Himmelskoͤrper über die Wahrſcheinlich⸗ keit der Hypotheſe „zu einer foͤrmlichen Gewißheit erheben kann.
Wenn die Sonne aus den Partikeln deſſelben Grundſtoſſes, das raus die Planeten ſich gebildet haben, zuſammengeſetzt iſt: und wenn nur darin allein der Unterſchied beſteht, daß in der erſten die Materien aller Gattungen ohne Unterſchied gehäuft, bey die⸗ ſen aber in verſchiednen Entfernungen „nach Beſchaffenheit der Dichtigkeit ihrer Sorten, vertheilt worden; ſo wird, wenn man die Materie aller Planeten zuſammen vereiniget betrachtet, in ih⸗ rer ganzen Vermiſchung eine Dichtigkeit herauskommen muͤſſen, die der Dichtigkeit des Sonnenkoͤrpers beynahe gleich iſt. Nun findet dieſe noͤthige Folgerung unſers Syſtems eine glückliche Be ſtaͤtigung in der Vergleichung, die der Herr von Buffon, die⸗ ſer ſo wuͤrdig beruͤhmte Philoſoph, zwiſchen den Dichtigkeiten der geſammten planetiſchen Materie und der Sonnen ihren, angeſtellt hat; er fand eine Aehnlichkeit zwiſchen beyden, wie zwiſchen 640 und 6 80 a). Wenn ungekünſteltk Aud desen diet gelaerungen 2 Mechnel han die Dice keit der Maſſe des Uranus fi. den, und der zu 0 e Be ee (die man auf 16 anſetzen kann, ſ. Len 43. Not. a) nebſt dem muth⸗ all hen Monde der We en mehrern des Uranus und Sa⸗ aus einer vehrverfaſſung in den wirklichen Verhaͤltniſſen der Natur fo glückliche Beſtaͤtigungen antreffen; kann man denn wohl glau⸗ ben, daß ein bloßes Ungefehr dieſe Uebereinſtimmung me der Meek und der DICURHERRNE zenith 8 5 hi — en Haupiſſück Von der Eecentricitat der Planetenkreiſe, und dem Abe der; Kometen.
Man kann aus den Kometen nicht eine beſondere Gattung von Himmelskoͤrpern machen, die ſich von dem Geſchlechte der Pla⸗ neten gaͤnzlich unterſchiede. Die Natur wirkt hier, wie ander⸗ waͤrts, durch unmerkliche Abfaͤlle, und, indem ſie alle Stufen der Veraͤnderungen durchgeht, haͤngt ſie, vermittelſt einer Kette von Zwiſchengliedern, die entfernten Ei genſchaften mit den nahen zuſammen. Die Eccentricitaͤt iſt bey den Pl aneten eine Folge des Mangelhaften in derjenigen Beſtrebung, dadurch die Natur trach⸗ tet, die planetiſchen Bewegungen grade Cirkelgleich zu machen, welches ſie aber, wegen Dazwiſchenkunft von mancherley Umſtaͤn⸗ den, niemals völlig erlangen kann, aber doch in größeren Weiten mehr, als in nahen, davon abweicht. | Dieſe Beſtimmung führt, durch eine beffändige beiter, ver⸗ mittelſt aller möglichen Stufen der Eccentricitaͤt, von den Pla⸗ neten endlich bis zu den Kometen, und ob zwar dieſer Zuſammen⸗ hang bey dem Saturn, durch eine große Kluft abgeſchnitten zu ſeyn ſcheint, die das kometiſche Geſchlecht von dem Planeten voͤl⸗ lig abgeſondert; ſo haben wir doch in dem erſten Theile angemerkt, daß es, vermuthlich uͤber dem Saturn, noch andere Planeten ge⸗ ben mag, a) die, durch eine größere Abweichung von der Cirkel⸗ rundung der Kreiſe, dem Laufe der Cometen naͤher treten, und daß es nur an dem e tangef der Beobachtungen, oder auch an der. Schwierigkeit derſelben liegt, daß dieſe Verwandſchaft dem Auge nicht eben ſo fi lone als Van Verſtande, laͤngſt dargeſtellt worden.
turns, rund ein m muthmaßlichen Planeten zwiſchen Mars und Jupiter, dazu, o wird ſich 640 faſt zu 650 erheben. a) Siehe | pag. 19. und die Note b) daſelbſt.
Wir haben ſchon eine Urſache in dem erſten Hauptſtücke dieſes Theils angeführt, welche die Laufbahn eines Himmelskörpers ec⸗ centriſch machen kann, der ſich aus dem herumſchwebenden Grund⸗ ſtoſſe bildet, wenn man gleich annimmt, daß dieſer in allen feinen Oertern grade zur Cirkelbewegung abgewogene Kräfte beſttze. Denn, weil der Planet fie aus weit von einander abſtehenden Hoͤ⸗ hen ſammlet, wo die Geſchwindigkeiten der Eirkellaͤufe unterſchie⸗ den ſind; ſo kommen ſie mit verſchiedenen ihnen beywohnenden Graden der Umlaufsbewegung auf ihm zuſammen, welche von dem Maaße der Geſchwindigkeit, die dem Abſtande des Planen ten gebuͤhrt, abweichen, und dieſem dadurch in ſo fern eine Ec⸗ centricitaͤt zuziehen, als dieſe verſchiednen Eindruͤcke der Parti⸗ keln ermangela, eine der andern Abweichung völlig zu erſetzen.
Wenn die Sccentricitaͤt keine andere Urſache haͤtte, ſo würde ſie allenthalben gemäßigt ſeyn: fie. würde auch bey den kleinen, und weit von der Sonne entfernten Planeten, geringer als bey den nahen und großen ſeyn: wenn man nemlich vorausſetzte, daß die Partikeln des Grundſtoffes, wirklich vorher genaue Cirkelbewe⸗ gungen gehabt haͤtten. Da nun dieſe Beſtimmungen mit der Be⸗ obachtung nicht uͤbereinſtimmen, indem, wie ſchon angemerkt, die Eccentricitaͤt mit der Sonnenweite zunimmt, und die Kleinheit der Maſſen vielmehr eine Ausnahme, zu Vermehrung der Eccentri⸗ citaͤt, zu machen ſcheint, wie wir am Mars ſehen; ſo ſind wir genoͤthiget, die Hypotheſe von der genauen Cirkelbewegung der Partikeln des Grundſtoffes dahin einzuſchraͤnken, daß, wie ſie in den der Sonne nahen Gegenden zwar dieſer Genauheit der Beſtim⸗ mung ſehr nahe beykommen, aber ſie doch deſto weiter davon ab⸗ weichen laſſen, je entfernter dieſe elementariſchen Theilchen von der Sonne geſchwebt haben. Eine ſolche Maͤßigung des Grundſatzes | von der freyen cirkelgleichen Bewegung des Grundſtoffs iſt der Natur gemaͤſer. Denn, ungeachtet der Duͤnnigkeit des Raums, Die ihnen Freyheit zu laſſen ſcheint, ſich einander auf den Punkte der völlig abgewognen Gleichheit der Centralkraͤfte einzuſchraͤnken;; Jo find die Urfachen dennoch nicht minder betraͤchtlich, dieſen Zweck der Natur an feiner Vollfuͤhrung zu verhindern. Je weiter die ausgebreiteten Theile des Urſtoffs von der Sonne entfernt ſind, deſto ſchwaͤcher iſt die Kraft „ die fie 1 Sinken e der Wi⸗ % derſtand der untern Theile, die ihren Fall feitiwärts beugen, und ihn noͤthigen ſoll, ſeine Richtung ſenkrecht von dem Radius des Cirkels anzuſtellen, vermindert ſich nach dem Maaße, als dieſe unter ihm wegſinken, um entweder der Sonne ſich einzuverleiben, oder in nähern Gegenden Umlaͤufe anzuſtellen. Die ſpecifiſch vorzuͤgliche Leichtigkeit dieſer hoͤheren Materie verſtattet ihnen nicht, die ſinkende Bewegung, die der Grund von allem iſt, mit dem Nachdrucke, welcher erfordert wird, um die widerſtehenden Partikeln zum Weichen zu bringen, anzuſtellen; und vielleicht, daß dieſe entfernten Partikeln einander noch einſchraͤnken, um nach einer langen Periode dieſe Gleichfoͤrmigkeit endlich zu übers kommen; ſo haben ſich unter ihnen ſchon kleine Maſſen gebildet, als Anfaͤnge zu ſo viel Himmelskoͤrpern, welche, indem ſie ſich aus ſchwach bewegtem Stoffe ſammeln, eine nur eccentriſche Bewe⸗ gung haben, womit ſie zur Sonne ſinken, und unter Wegs mehr, durch die Einverleibung ſchneller bewegter Theile vom ſenk⸗ rechten Falle abgebeugt werden, endlich aber doch Kometen blei⸗ ben, wenn jene Raͤume, in denen ſie ſich gebildet haben, durch Niederſinken zur Sonne, oder durch Verſamlung in beſondern Klumpen gereiniget und leer geworden. Dieſes iſt die Urſache der mit den Entfernungen von der Sonne zunehmenden Eccentricitaͤ⸗ ten der Planeten und derjenigen Himmelskörper, die um deswil⸗ len Kometen genannt werden, weil ſie in dieſer Eigenſchaft die er⸗ ſtere vorzüglich übertreffen. a) Es find zwar noch zwey Aus⸗ nahmen, die das Geſetz von der mit dem Abſtande von der Son⸗ ne zunehmenden Eccentricitaͤt unterbrechen, die man an den bey⸗ den kleinſten Planeten unſers Syſtems, am Mars und Merkur, wahrnimmt; allein an dem erſtern iſt vermuthlich die Nachbar⸗ ſchaft, des ſo großen Jupiters Urſache, der, indem er durch ſei⸗ ne Anziehung auf ſeiner Seite den Mars der Partikeln zur Bil⸗ dung beraubt, ihm vornemlich nur Platz läßt, gegen die Sonne ſich anezußeee, dadurch eine Ueberwucht der Centralkraft und 9 Nach der Etymologie bedeutet freilich Komet einen Stern,. der einen Schweif von Haaren zu haben ſcheint; hier aber ſieht 3 Herr Kant nur auf die Eigenfchaft des Laufs eines ſolchem Weltkoͤrpers und nimmt den Namen Komet nach dem gemei⸗ nen Sprachgebrauche im Deutſchen, ohne auf den a Urſprung zu 0 G Eccentricitat zuzieht. Was aber den Merkur, den unterſten, aber auch am meiſten eccentriſchen unter den Planeten betrift; ſo iſt leicht zu erachten, daß, weil die Sonne in ihrer Achſendrehung der Geſchwindigkeit des Merkurs noch lange nicht gleich kommt a) der Widerſtand, den fie der Materie des fie umgebenden Raumes thut, nicht allein die nächften Theilchen ihrer Centralbewegung berauben werde; ſondern auch leichtlich dieſe Widerſtrebung bis zum Merkur ausbreiten koͤnne, und deſſen Umſchwungsgeſchwin⸗ digkeit dadurch betrachtlich werde vermindert haben.
Die Eccentricitaͤt iſt das vornehmſte Unter ſcheidungszeichen der Kometen. Ihre Atmosphaͤren und Schweife, welche, bey ihrer großen Annaͤherung zur Sonne, durch die Hitze ſich verbreiten, find nur Folgen von dem erſtern, ob fie gleich zu den Zeiten der Un wiſſenheit gedient haben „als ungewohnte Schreckbilder, dem Pobel eingebildete Schickſale vorher zu bedeuten. Die Aſtronomen, welche mehr Aufmerkſamkeit auf die Bewegungsgeſetze, als auf die Seltſamkeit der Geſtalt, bezeigen, bemerken eine zweyte Eis genſchaft, die das Geſchlecht der Kometen von den Planeten un⸗ terſcheidet, nemlich daß ſie ſich nicht, wie dieſe, an die Zone des Thierkreiſes binden, ſondern frey in allen Gegenden des Himmels ihre Umlaͤufe anſtellen. Dieſe Beſonderheit hat einerley Urſache mit der Eccentricitaͤt. Wenn die Planeten darum ihre Kreiſe in dem engen Bezirke des Zodiakus eingeſchloſſen haben, weil die elementariſche Materie nahe um die Sonne Cirkelbewegungen bes kommt, die bey jedem Umſchwunge den Plan der Beziehung zu durchkreutzen bemüht find, um den einmal gebildeten Körper von dieſer Flache, dahin fie alle Materie von beyden Seiten draͤngt, nicht abweichen laſſen: ſo muß der Grundſtoff der weit von dem Mittelpunkte entlegnen Raͤume, welcher durch die Attraction ſchwach bewegt, zu dem freyen Eirkelumſchwunge nicht gelangen kann, eben aus dieſer Urſache, die die Eccentricitaͤt hervorbringt, nicht vermögend ſeyn, ſich in dieſer Hoͤhe zu dem Plane der Be⸗ ziehung aller planetiſchen Bewegungen zu häufen, um die daſelbſt gebildeten Körper, vornemlich i in dieſem Gleiſe, zu erhalten: viel⸗ a) Die Sonne dreht ſich ya in 25 Tagen 14 Stunden einmal um ihre Achſe, Merkurs Achſendrehung iſt noch nicht beſtimmt, 25 75 a; aber von Schröder auf 23 Stunden, 22 Min.
erechne — mehr wird der zerſtreute Grundſtoff, da er keine Einſchraͤnkung auf eine beſondre Gegend, ſo wie bey den untern Planeten, hat, ſich gleich leicht auf einer Seite ſowohl, als auf der andern, und weit von dem Beziehungsplane eben ſo haͤufig, als nahe bey dem⸗ ſelben, zu Himmelskoͤrpern bilden. Daher werden die Kometen, mit aller Ungebundenheit aus allen Gegenden zu uns herabkom⸗ men: aber doch diejenigen, deren erſter Bildungsplatz nicht weit uͤber dem Planeten Kreiſe erhaben iſt, werden weniger Abweichung von den Schranken ihrer Laufbahne eben ſo wohl, als weniger Eccentricitaͤt beweiſen. Mit den Entfernungen von dem Mittel⸗ punkte des Syſiems nimmt dieſe geſetzloſe Freyheit der Kometen, in Anſehung ihrer Abweichungen, zu, und verliert ſich in der Tiefe des Himmels in einen gaͤnzlichen Mangel der Umwendung, der die äußern ſich bildenden Körper ihrem Falle zur Sonne frey uͤberlaͤßt, und der ſyſtematiſchen Verfaſſung die letzten Graͤnzen ſetzt a. Pan Lin Rudy 15 Ich ſetze, bey dieſen Entwurfe der kometiſchen Bewegungen, voraus: daß, in Anſehung ihrer Richtung, ſie ſelbige groͤßten Theils ihrer mit Richtung der Planeten gemein haben werden.
Bey denen nahen Kometen ſcheint mir dieſes ungezweifelt zu ſeyn, und dieſe Gleichfoͤrmigkeit kann ſich auch nicht eher in die Tiefe des Himmels verlieren, als da, wo der elementariſche Grundſtoff in der größten Mattigkeit der Bewegungen, die etwa durch das Nie, derſinken entſtehende Drehung nach allerley Gegenden anſtellt, weil die Zeit, die erfordert wird, durch die Gemeinſchaft der un⸗ tern Bewegungen, ſie in der Richtung einſtimmig zu machen, we⸗ gen der Weite der Entfernung, zu lang iſt, als daß ſie indeſſen, daß die Bildung der Natur in der niedern Gegend verrichtet wird, 2) Nach dieſen Vorausſezungen ſollte man vermuthen, daß jeder Komet in ſeinem Laufe ſich allemal um eine Sonne bewegen muͤſſe, von der er neuen Umſchwung in ſeiner Ellipſe erhielte, ſonach koͤnnen von den so bisher berechneten Kometen nur die 16, die ſich um unſre Sonne geſchwungen haben, zu unſerm Syſteme gehoͤren, die uͤbrigen aber waͤren aus andern Sonnen⸗ ſyſtemen in das unſre heruͤber geſchweift, und dienten zuglei tur Verbindung dieſes mit jenen. Es müßte dann ſeyn, daß auch die Planeten, in deren Naͤhe einige Kometen wieder um⸗ gekehrt ſind ohne ſich der Sonne weiter zu naͤhern, durch ihre Anziehung eine gleiche Wirkung auf den Umſchwung der Kome⸗ ten aͤußern koͤnnten, ſo wie fie es auf ihre Monde thun. S.
* lich bis dahin erſtreken koͤnne. Es werden alſo vielleicht Kometen ſeyn, die ihren Umlauf nach der entgegen geſetzten Seite, nemlich von Morgen gegen Abend, anſtellen werden; ob ſich gleich aus Urſachen, die ich allhier anzufuͤhren Bedenken trage, mich bey⸗ nahe uͤberreden moͤchte, daß von den 19 Kometen, an denen man dieſe Beſonderheit bemerkt hat, bey einigen vielleicht ein optiſcher Schein Anlaß dazu gegeben haben moͤchte.
Ich muß von den Maſſen der Kometen, und von der Dichtigs keit ihres Stoffs, noch etwas anmerken. Von Rechtswegen ſoll⸗ ten in den obern Gegenden der Bildung dieſer Himmelskörper, aus denen im vorigen Hauptſtuͤcke angeführten Gründen, ſich immer nach dem Maaße, als die Entfernung zunimmt, deſto großere Maſſen bilden. Und es iſt auch zu glauben, daß einige Kometen größer find, als Saturn und Jupiter; allein es iſt eben nicht zu glauben, daß dieſe Groͤße der Maſſen ſo immer zunimmt. Die Zerſtreuung des Grundſtoffs, die ſpecifiſche Leichtigkeit ihrer Par⸗ tikeln, machen die Bildung in der abgelegenſten Gegend des Welt⸗ raums langſam; die unbeſtimmte Verbreitung deſſelben, in dem ganzen unermeßlichen Umfang dieſer Weite, ohne eine Beſtimmung, ſich gegen eine gewiſſe Flaͤche zu häufen, verſtatten, an ſtatt einer einzigen betraͤchtlichen Bildung viele kleinere, und der Mangel der Centralkraft zieht den groͤßten Theil der Partikeln zu der Son⸗ ne herab, ohne ſich in Maſſen verſammlet zu haben. |