SigPhi · Otto Rank

Der Mythus von der Geburt des Helden

German

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Es ist dann wiederum ein Versuch der Rückkehr zum ursprünglichen Typus, wenn die durch Trennung der Rolle des Vaters von der des König bewirkte Rückwendung des Familienromans zum niederen Vater dureh dessen sekundäre Erhöhung zum Gott wieder aufgehoben wird, wie bei Perseus und den anderen Jungfrauensöhnen, Karna, Ion, Romulus, Jesus. Die sekundäre Natur dieser Gott-Vaterschaft sieht man besonders deutlich in den Mythen, wo die durch göttliche Empfängnis schwangere Junglrau später einen Sterblichen heiratet (Jesus, Karna, Ion), der sich dann als der wirkliche Vater darstellt, während der Gott nur die aufs höchste ge- steieerte kindliche Vorstellung von der Größe und Macht- vollkommenheit des Vaters repräsentiert?). Zugleich damit wird in diesen Mythen das anderwärts nur eestreifte Motiv der Virginität der Mutter konsequent durchgeführt, wozu die durch Einführung des Gottes geforderte übersinnliche Tendenz viel- leicht den ersten Anstoß gibt. Die Geburt von der Jungfrau ist aber die schroffste Ablehnung des Vaters, die Vollendung des ganzen Mythus, wie beispielsweise die Sargonlegende zeigt, t) Hieher gehört nebst anderen (Inzestmotiv, Kap. XI angeführten), weit verzweigten Sagengruppen insbesondere die in einer Unzahl von Fassungen umlaufende Erzählung von dem n eugeborenen Knaben, von dem prophezeit ist, daß er dereinst der Sehwiegersohn und Erbe eines gewissen Herrschers oder Mächtigen werden soll, und der dies sehließlieh trotz aller Verfolgungen (Aussetzung ete) auch wird. Aus- führliche Literaturangaben über die weite Verbreitung dieser Erzählung gibt R. Köhler, Kl. Schr. II, 35T ff.; vgl. neuestens auch T. Vaelav: Das Märchen vom Schicksalskind. Zeitschr. d. V. f. Volksk. 1920, S, 22 bis 40, 2») Eine solehe Identifizierung des Vaters mit Gott (Himmelsvater etc.) findet sich nach Freud in den Phantasien des normalen und pathologischen Seelenlebens mit ebensolcher Regelmäßigkeit wie die Identifizierung des Herrschers mit dem Yater. Hier ist auch daran zu erinnern, daß fast jedes Volk seine Abkunft von seinem Gott herleitet. Im übrigen hat ja gerade das psychoanalytische Verständnis des Totemismus die Entwicklung der ersten Gottesvorstellung aus dem Vaterbegriff über jeden Zweifel sichergestellt. Freud: Totem und Tabu. 1913.

126 WEITERE MODIFIKATIONEN die neben der Vestalin-Mutter überhaupt keinen Vater kennen will.

Die letzte Stufe der fortschreitenden Milderung des feind- lichen Verhältnisses zum Vater stellt die Form des Mythus dar, in welcher die Person des königlichen Verfolgers nicht nur von der des Vaters gänzlich losgelöst erscheint, sondern auch jede noch so entfernte verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Helden verloren hat und ihr in der schrofisten Weise als Feind gegenübersteht (wie bei Feridun, Abraham, König Herodes bei Jesus u. a. m.). Es ist ihm von seiner ursprünglich drei- fachen Eigenschaft als Vater, König und Verfolger nur noch die Rolle des königlichen Verfolgers, des Tyrannen, geblieben, aber man hat doch aus der ganzen Anlage des Mythus den Eindruck, als ob sieh nichts geändert hätte, sondern nur statt der Bezeichnung „Vater” die Bezeichnung „Tyrann” eingeführt wäre. Diese gleicherweise für das primitive und kindliche Vor- stellungsleben typische Vorstellung des Vaters als Tyrannen!) wird sich uns später für die Auffassung oewisser abnormer Konstellationen dieses Komplexes als hochbedeutsam erweisen Vorbildlich für die unbewußte Identifizierung des Königs mit dem Vater, die wir auch in den Träumen Erwachsener regel- mäßig wiederfinden, dürfte entwicklungsgeschichtlich der Ur- sprung des Königtums aus dem Patriarchat in der Familie gewesen Sein, den noch der Gebrauch identischer Worte für König und Vater in den indogermanischen Sprachen beweist‘) (vgl. unser „Landesvater”). Die Rückwendung des Familienromans zu den tatsächlichen Verhältnissen ist in diesem Mythen- 1} Ich verweise hier auf ein amüsantes Beispiel von unbewußtem Humor der Kinder, das die Runde durch unsere Tageszeitungen machte. Ein Politiker erklärte seinem kleinen Sohne, ein Tyrann wäre ein Mann, der die anderen zwinge, zu tun, was er wolle, ohne sich nach ihren Wünschen zu ricbten. „So”, meinte der Kleine, „dann seid ihr, du und die Mama, also auch Tyrannen!”

®) Siehe Max Müller: Essais, Bd. II. (Leipzig 1869) S. 20 ff. Über die verschiedenen Ausgangsmöglichkeiten dieser Einstellung vel. S. 86 u.. meines Inzestbuches, — Weiteres sexuologisch verwertete sprachwissen- schaftliche Material zu diesem Thema bei Adolf Gerson: Sprachdenkmale aus deutscher Urzeit. Zeitschr. f. Sex. Wiss. VII, 1920, S. 273.

BEE en se m DES AUFSETZUDOREU ES UND DER VATERROLLE. 127 E typus fast restlos vollzogen. Die niederen Eltern werden mit einer Aufrichtigkeit anerkannt, die der Tendenz des ganzen Mythus direkt zu widersprechen scheint.

Aber gerade diese Aufdeckung der wirklichen Verhältniune, die wir bisher der Deutungsarbeit überlassen mußten, setzt uns in den Stand, deren Richtigkeit an dem Material selbst zu prüfen. Es bietet sich hiezu die auch nach verschiedenen anderen Richtungen bemerkenswerte biblische Mosessage. lassen’ wir das Resultat unseres bisherigen Deutungsverfahrens zusammen, so ergibt sich, nachdem die Auseinanderlegung in die Personen des Vaters und des tyrannischen Verfolgers rückgängig gemacht ist, die Identität der beiden Elternpaare und wir erkannten in den vornehmen Eltern den Nachklang der überschwenglichen Vorstellung, die das Kind anfangs von seinen Eltern hatte. Die Moseslegende zeigt uns nun tatsächlich die Eltern des Helden aller überragenden Attribute entkleidet: es sind ein- fache Leute, die dem Kinde zärtlich zugetan sind und an eine Schädigung desselben gar nicht denken. Das Durchschlagen der zärtlichen Regungen gegen das Kind ist aber hier, wie überall (vgl. Akki, den Gärtner bei Gilgamos, den Fuhrmann bei Karna, den Fischer bei Perseus ete.), für die leibliche Elternschaft beweisend!). Damit steht auch die in dieser Mythen- form vorwiegende freundliche Verwendung des Aussetzungs- motivs in Zusammenhang: Das Kind wird in einem Körbehen dem Wasser übergeben; aber nicht in der Absicht, es zu ver- derben (wie etwa die feindselige Aussetzung des Ödipus und vieler anderen Helden), sondern in der Absicht, es zu retten (vgl.

auch Abrahams Jugendeeschichte, S. 15). Ebenso ist, was für den erhöhten Vater eine unheilverkündende Warnung war, für den niederen Vater eine verheißungsvolle Verkündigung (vgl. in der Geburtsgeschichte Jesu das Orakel an Herodes und den Traum Josefs), die ganz den Hoffnungen entspricht, welche sich die meisten Eltern von dem zukünftigen Lebenslauf ihres Sprößlings machen.

1) Man vgl, hiezu das berühmte Salomonische Urteil (I. Könige 3, 16 bis 28), das übrigens mit seinem Hauptmotiv vom vertauschten Kinde enge zum Familienroman gehört (siehe auch 5. 158).

1?S URSPRÜNGLICHE FORM DES MYTHUS VON MOSES GEBURT.

Halten wir" aber vom Standpunkte der ursprünglichen Romantendenz daran fest, das Bitiah, die Tochter des Pharao, das Kind aus dem Wasser gezogen, das heißt geboren habe, so ergibt sich das uns bereits bekannte Schema (Großvater- typus) vom König, dessen Tochter einen Sohn gebären soll, der aber, durch die unheilvolle Auslegung eines Traumes ge- warnt, sein zukünftiges Enkelkind zu töten beschließt. Die Magd seiner Tochter (die in der biblischen Erzählung das Kästehen auf Geheiß der Prinzessin aus dem Wasser zieht) würde vom König beauftraet, das neugeborene Kind in einem Kästchen im Wasser des Nilflusses auszusetzen, damit es um- komme (hier erschiene natürlich auch das Aussetzungsmotiv, vom Standpunkte der vornehmen Eltern, in seiner ursprüng- lich verderblichen Bedeutung). Das Kästehen mit dem Kinde wird dann von den niederen Leuten gefunden und die arme Frau zieht das Kind (als Amme) auf, das erwachsen von der Prinzessin als Sohn anerkannt wird (ganz wie im Schema die Phantasie mit der Anerkennung durch die vornehmen Eltern schließt). Läge uns die Mosessage in dieser ursprünglichen, von uns aus dem vorhandenen Material rekonstruierten Form vor'), so ergäbe sich etwa als Resultat unseres Deutungsverfahrens — was der tatsächlich überlieferte Mythus aussagt: daß nämlich seine leibliche Mutter keine Prinzessin, sondern das als Amme eingeführte arme Weib gewesen sei und deren Mann sein Vater. Diese Deutung aber brinet uns der rückverwandelte Mythus als Überlieferung entgesen und der Umstand, daß die progrediente Verwandlung, die wir hier annähernd durchführten, uns den wohlbekannten Mythentypus liefert, ist eine unerwartete Bestätigung unserer Deutung.

) Vgl. E. Meyer (Ber. d. kgl. preuß. Akad. d. Wiss, XXXI, 1905, 5. 640): Die Mosessage und die Leviten: „Auch Mose wird oewiß ursprünglich der Sohn der Tochter des Tyrannen (jetzt ist sie seine Ziehmutter} und vermutlich göttlichen Ursprungs gewesen sein. Der Befehl, ihm das Leben | zu nehmen, ist im Alten Testament zur Ausmalung der Not der Israeliten verwendet und auf alle Knaben übertragen. Die Königstochter, die ihn rettet und als ihr Kind aufzieht, übernimmt zugleich die Rolle der rettenden | Gottheit, die sonst von ihr geschieden ist. Auch der Tod des Tyrannen kann nicht gefehlt haben; hier ist er auf seinen Nachfolger übertragen, der in den Wellen des Schilfmeeres zugrunde geht.”

m —-ı PARALLELEN ZUR SCHEINAUSSETZUNG. 129 Während also derart die Mosesgeschichte den Familien- roman auf die nüchterne Wirklichkeit zu reduzieren scheint, wird sie in einem anderen Punkte so recht phantastisch, ja direkt vorbildlich für ein ausgesprochen märchenhaftes Motiv: nämlich die Rettung des Helden, auf deren ursprüngliche Bedeutung und weitere Ausgestaltung im Nachstehenden wenigstens kur- sorisch hingewiesen sei.

Die Mosessage, die auch sonst vielfach vom Schema abweicht, ist die einzige von allen überlieferten mythischen Erzählungen, in der die Aussetzung nur zum Schein erfolgt, indem des Helden Schwester vom Ufer aus zusieht, was mit dem Kind geschieht (eigentlich darüber wacht) und dann auch seine leibliche Mutter als Amme herbeiholt. Ganz analoge Überlieferungen finden sich (nach Frazer, Old Test. III, 168) bei einigen afrikanischen Stämmen, wo das Kind sofort nach der Geburt von der Mutter außerhalb des Dorfes in eine gebüschumwachsene Stelle gebracht wird. Ein altes Weib, mit dem man sich vorher verständigt hat, nimmt es auf und bringt es zunächst zu sich nach Hause, von wo es dann der Vater wieder abholt, indem er der Frau eine Ziege (bei anderen Stämmen auch Geld) dafür gibt. Das alte Weib wird von dem Kind später Mutter genanut und gilt als.eine Art Patin (godmother). Ist das Kind ein Knabe, so wird er Owiti genannt, ist es ein Mädchen, so heißt sie Awiti, was soviel bedeutet wie ein Kind, das weggelegt wurde. Diese Zeremonie, die veranstaltet wird, wenn frühere Ge- schwister des Neugeborenen in zartem Alter gestorben sind, soll den bösen Dämonen vortäuschen, daß die von ihnen scheinbar mit Vorliebe heimgesuchte Familie kein neues Kind bekommen habe, sondern die alte Frau. Deutlich kommt der Dämonenschutz zum Ausdruck in dem entsprechenden Brauch der Dyaks auf Borneo, der ganz an die Mosesgeschichte erinnert: Sie setzen das neugeborene Kind in ein kleines Boot und lassen es stromabwärts treiben, während sie, am Ufer stehend, alle bösen Geister anrufen, das Kind mit sich zu nehmen, damit den Eltern der größere Schmerz erspart bleibe, es später zu verlieren. Wird das Kind, nachdem es eine Strecke weit flußabwärts getrieben wurde, unversehrt aufgefunden, so nehmen es die Eltern nach Hause, befriedigt, daß es uun unangefochten Rank, Der Mythus von der Geburt des Helden,?. Aufl, 9 ee u u nn un u nn nnd, 130 DER TODESWUNSCH GEGEN DAS NEUGEBORENE.

heranwachsen werde (l. ec. p. 173). In Central UCelebes wird eine ganze Aussetzungskomödie inszeniert (l. c. p. 175). — Greradezu grotesk mutet aber diese Rettung des Kindes vor den Todesdämonen an, wenn 8!o in Form einer direkten Darbietung an diese bösen Geister erfolgt, wie z. B. bei den Nandi in Ostafrika, wo das Neu- geborene, dessen Geschwister klein gestorben waren, für ein paar Minuten auf eine Hyänenfährte relegt wird, in der Hoffnung, daß die Raubtiere mit dem Todesdämon um die Beute streiten werden und so das Leben des Kindes verschont würde. Bleibt das Kind am Leben, so heißt es „Hyäne”, womit zugleich erreicht werden soll, daß die Dämonen das Neugeborene für ein junges Raubtier halten und es in Frieden lassen, (Totemistischer Nachklang im Schutz durch das Totemtier „Hyäne”.)

Hier wird deutlich, daß die Schutzzeremonien im tiefsten Grunde doch die in den mythischen Erzählungen erwünschte Besei- tigung des Kindes anstreben und dies nur — gleichwie die ähnlich sentimental abgeschwächten Märchen — in der Form übermäßiger Angst und Besorgnis um das Leben des Kindes darstellen!). Diese übertriebene Angst ist aber nichts anderes als der verdrängte (Todes-) Wunsch, wie die Psychoanalyse lehrt, die auch die Dämonen nicht als letzte Tatsachen anerkennen kann, wieFrazer, der nur eine ethnolo- gische Erklärung der Bräuche gibt, sondern als Projektionen dieser verdrängten Wünsche nach außen.

Daß der Todeswunsch gegen das neugeborene Kind — wenn es ein Knabe ist ausschließlich vom Vater ausgehend — tatsächlich in der Brust des Primitivren — und nicht nur des Primitiven — vorhanden ist, zeigt die von zahlreichen Völkern in verschiedenen Teilen der Welt geübte Sitte, ihre erstgeborenen Kinder tatsächlich zu töten (Frazer, The Folk-lore in the Old Testament I, 562f. — Ihe Dying God, 3.°% p. 166 squ.). Der Grund liegt meist in der abergläubischen Furcht, daß die Geburt des ersten Sohnes das Leben des Vaters bedrohe und dieser Aberglaube gründet sich auf den Glauben an die Wiedergeburt der Seele, der am reinsten bei I) Das hat seine Begründung möglicherweise darin, daß der Brauch mit dem Setzen der Tat ein abschwächendes Gegengewicht in ihrer Moti- vierung braucht, während der Mythus nur von der Tat als etwas Ver- gangenem, Urzeitlichem erzählt, sie aber dafür offen motivieren kann, Mn ee ee See ee DIE OPFERUNG DER ERSTGEBURT. 131 nm N ss sy sy den Hindus ausgeprägt ist, aber auch bei den Wilden fast regel- mäßig vorkommt. So glauben die Hindus, daß ein Mensch in seinem Sohne wiedergeboren werde und darum bedroht die Geburt des Sohnes das Leben des Vaters so unmittelbar, daß man begreift, wieso in den Mythen regelmäßig der Vater durch ein Orakel (oder Traum) gewarnt wird, er werde durch seinen Sohn den Tod finden, Dem sucht er zuvorzukommen, indem er das Kind sofort tötet, Namentlich bei Söhnen von Häuptlingen und Königen — wie ja im Mythus regelmäßig — trifft dies immer zu. Die Aussetzung er- scheint schon als Milderung dieser Maßregel, da sie ja immerhin noch die Möglichkeit einer Rettung bietet und den direkten Kindes- mord vermeidet; denn praktisch betrachtet wäre sie ja ohne schützendes Kästchen noch wirksamer. Die Schein-Aussetzung ist jedoch nur als Verdrängungs- und Reaktionserscheinung dagegen aufzufassen. Die Sitte der Opferung der Erstgeburt hat bekanntlich (siehe auch Frazer, I, c. I, 562£.) bei den verschiedensten Völkern, besonders aber bei den Semiten bestanden (Erstlingsopfer) und spielt in der Mosessage eine bemerkenswerte Rolle, indem nicht nur Moses sellıst als Opfer einer allgemeinen Verfolgung ausgesetzt wird, sondern auch selbst die Ägypter dann mit der Plage des Erst- geburtsterbens straft.

Für den ursprünglich verderblichen Sinn der Aussetzung spricht auch der Umstand, daß zur Täuschung der Dämonen von den Primi- tiven häufig der Brauch geübt wird, den bereits erfolgten Tod des (angeblich bedrohten) Kindes vorzuspiegeln. So wird in Sibirien (Frazer, 1. c. III, 177) ein Abbild des Kindes (eine Art Puppe) durch feierliche Bestattung den Dämonen überlassen, während das Kind selbst verborgen wird. Das gleiche Motiv der Täuschung be- wahrt in den Mythen den jungen Helden vor dem Sterben, indem er von hilfsbereiten Pflegeeltern gerettet und an seiner Stelle ein anderes (meist totgeborenes) Kind feierlich als der dahingeschiedene Herrschersproß bestattet wird (Cyrus)!), An Stelle der (wirklichen oder vorgeblichen) Bestattung des Kindes treten allmählich mildere körperliche Verletzungen als an- 1) Bei den Baganda erwürgt die Hebamme den erstgeborenen Königs- sohn und sagt, es sei ein totes Kind geboren worden. — Vgl. dazu das über die Nachgeburt Gesagte (S. 105 ff.).

g# 132 MILDERUNGEN DER AUSSETZUNG: nn me oe BE on gebliche Schutzmittel' gegen die Dämonen, die uns jedoch noch deutlich die Schädigungsabsicht verraten. Die Art dieser Beschädigungen macht es auf Grund unseres psychoanalytischen Wissens wahrschein- lich, daß sie der auch in der Urgeschichte an Stelle der Tötung der Söhne gesetzten Milderung, der Kastration, entsprechen. Es sind dies Abschneiden eines Fingergliedes, eines Ohrläppchens etc. Ins- besondere das Durchbohren des Ohres ist ein so weitverbreiteter und typischer Brauch bei Kindern, deren ältere Geschwister ver- storben sind, daß Frazer ihm ein großes Kapitel (IIT) in seinem angeführten Werk gewidmet hat. Diese Sitte, daß der Vater dem Kinde vor der Aussetzung die Ohren durchbohrt, findet eine auf- fallende Parallele in der griechischen Ödipusüberlieferung, nach der dem ausgesetzten Knäblein die Füße durchbohrt wurden, woher sich auch sein Name erklären soll. Noch auffallender wird die Über- einstimmung in der Sitte der Annamiten, bei denen das Neuge- borene dem Schmied des Dorfes verkauft wird, der einen kleinen Eisenring macht und ihn dem Kind an den Fuß legt, indem er ihn noch mit einer kleinen Eisenkette befestigt!).

In Europa wurde vielfach der Brauch der (Schein-) Aussetzung Erstgeborener mit ihrer Adoption durch Fremde verknüpft, wie in Mazedonien, Bulgarien, Rußland, Schottland und Albanien, wo das Kind auf einem Kreuzweg ausgesetzt wird und vom Erstbesten, der es findet, den Namen erhält (1. c. III, 250 ff.). Bei manchen. Primi- tiven wird die Adoption durch Veranstaltung einer Wiedergeburt vollzogen (l. c. II, 27 bis 37).

Eine noch stärkere, bewußte Ablehnung der feindseligen Im- pulse gegen das Neugeborene äußert sich bei den Primitiven in den Bräuchen, die auf jede, auch die Scheinaussetzung, des Kindes ver- zichten, und es — ganz im Sinne des neurotischen Familienromans — nur bei Pflegeeltern aufwachsen lassen; so auf den ostindischen Inseln, wo die Kinder, deren ältere Geschwister gestorben sind, zu Verwandten oder Freunden in Pflege gegeben werden und später (mit fünf Jahren) erst ins Elternhaus kommen (l. ec. II, 174).

Auch in der abgeschwächten Form findet sich der Familienm i) Auch Halskettchen und sonstige Amulette dienen dann in den mittelalterlicehen Legenden zur Erkennung des Findlings (und Verhütung des Inzests).

EEE EEE U — VERSTÜMMELUNG, ADOPTION, SOZIALE ERNIEDRIGUNG., 183 roman in den Bräuchen gewisser Primitiven, daß das Kind, wie bei den meisten indischen Stämmen (besonders in Bombay), einem Weib aus einer niederen Kaste zum Schein um einen geringen Preis verkauft und dann um einen weit höheren Geldbetrag von ihr wieder zurückgekauft wird. In den mittleren und niederen Kasten bekommen die Kinder sogar den Namen der Kaste des Weibes, dem sie zum Schein verkauft wurden (manchmal genügt eine solche Namen- gebung allein, ohne den fiktiven Kauf). (Frazer, 1. c. 179f£) In diesen Bräuchen erscheint die soziale Seite des Familienromans be- sonders betont (Kastenwesen), obwohl sie natürlich auch sonst nirgends fehlt.

An der Mosessage und ihren ethnographischen wie folk- loristischen Parallelen wird vom Standpunkt unserer Auffassung besonders deutlich, wie irreführend und oberflächlich die bloß äußerliche Parallelisierung auf Grund des gemeinsamen Aus- setzunesmotivs ist. Denn unsere Untersuchung zeigt gerade, wie wenig es auf das — übrigens ganz verschiedenartige — Aus- setzungsmotiv ankommt, wie viel dagegen seine besondere Verwendung in einem bestimmten Zusammenhange sowie in gewisser Tendenz bedeutet. Ebenso ersahen wir die Unmöglichkeit, die Bräuche — selbst ganz primitiver Völker — zur Erklärung mythischer Motive heranzuziehen, da sie — wie diese selbst — bereits hochkomplizierte seelische Vorgänge voraussetzen, die selbst erst der psychologischen Deutung be- dürfen, um verständlich zu sein.

Die der Mosessage scheinbar anhaltende Verallgemeine- rungstendenz!) setzt uns in den Stand, von ihr aus eine ı) Während Hugo Greßmann (Mose u. s. Zeit. Göttingen 1918, S. 3) meint, daß die Aussetzungssage in unlösbarem Widerspruch zu den übrigen Sagen des Auszugs stehe und darausibren jüngeren Ursprung folgert, macht Ed. Meyor (Die Israeliten, 9. 48), der diese Widersprüche aufgedeckt hat, es wahrscheinlich, daß das, was ursprünglich von dem Mosesknaben erzählt wurde, später auf alle Kinder und dann sogar auf das ganze Volk über- tragen wurde, um dadurch zugleich eine Motivierung für den Auszug aus Ägypten zu geben.

Die das Aussetzungsmotiv mit der Flutsage verbindende Durch- schreitung des Roten Meeres ist ebenso wie die Exoduserzählung, eine m oe 134 DAS RETTUNGSNOTIV andere hochbedeutsame Mythengruppe psychologisch zu ver- stehen.

Das in der Mosessage zum Rettungsmotiv umgebogene Aussetzungsmotiv erscheint in großartiger, makrokosmischer Ausgestaltung im biblischen Sintflutbericht, hinter dessen religiöser Tendenz und späten ethischen Färbung man leicht den umgearbeiteten und verallgemeinerten Geburtsmythus er- kennt?). In der Sintflutsage ist die ganze Menschheit in ihrem besten Vertreter zum Helden geworden, der zürnende Vater erscheint als der himmlische, mit dem Unterschied, daß die Rettung des braven, gottgefälligen Sohnes zum Mittelpunkt der ganzen Erzählung gemacht ist.

In Angleichung an die Aussetzungssage läßt sich das Schema der Flutsage, wie sie sich namentlich in babylonischer und biblischer Überlieferung findet, mit Frazer (l. «. I, p. 140) folgendermaßen formulieren: Gott beschließt, das Menschen- geschlecht durch eine große Flut zu vernichten. Das Geheimnis wird vorher einem Manne (im Traum) durch einen Gott ver- raten (Orakel), der ihn anweist, ein großes Schiff zu bauen und großartige Projektion vom einzelnen Helden auf das ganze Volk, wobei der Mythus offenbar den Spuren eines realen Ereignisses, eines großen Völker- schubes folgte, ') Zum Motiv der großen Flut siehe Jeremias a. a. O., S. 226 u. ff. sowie Leßmann am Schlusse seiner Abhandlung über die Kyrossage in Europa, der die Sündflut als eine mögliche Seitenentwicklung der Aus- setzung im Wasser hinstellt — Als charakteristische Übergangsbeispiele seien hier genannt, die Flutsage, die Bader in seinen badischen Volkssagen er- zählt: Als einst das Sunkental durch einen Wolkenbruch überschwemmt wurde, schwamm auf der Flut in einer Wiege ein Knäblein, das auf wunder- bare Weise durch eine Katze gerettet wurde; ähnlich bei Grimm (Myth. II, 821) die Flutsage, nach der ein Kind im Wipfel eines Baumes, in seiner Wiege liegend, hängen bleibt.

Es ist in diesem Zusammenhange bemerkenswert, daß der verpichte Kasten, in dem Noah auf dem Wasser schwimmt, im Alten Testament mit demselben Worte (tebah) bezeichnet ist wie das Gefäß, in dem der kleine Moses ausgesetzt wird (Jeremias, A. T. L. A. O.?, 1906, 8. 250). — Inter- essanterweise wird in einer Überlieferung der mexikanischen Indianer (der Huichol) ein Mann von den Göttern gewarnt, ein Kästchen so groß wie seinen Körper zu machen, es wasserdicht zu verschließen und sich darin mit einer Ziege zu retten (Frazer, L'e.}; Main EC ne nn ne u UND DIE N 155 eG nn sich darin zu retten. Er befolgt die Weisung, besteigt beim Beginn der Flut das Schiff, verpicht es wasserdicht und rettet sich so vor dem allgemeinen Untergang. Zur Feststellung des Endes der Flut werden Vögel ausgesandt (die hilfreichen, rettenden Tiere, die sich übrigens im biblischen Bericht schon als Reisegefährten in der Arche befinden). Schließlich landet das Schiff auf einem Berg und der gerettete' Heros bringt an Land dem Gott ein Opfer. Wie im Heldenmythus der Vater, so setzt in der Flutsage der Gott (der erhöhte Vater) den Heros auf dem Wasser aus, aber um ihn zu erretten und ‘die übrige Menschheit zu verderben. Außerdem ist der Held hier bereits erwachsen!) und anstatt seiner Geburt wird die Geburt (eigentlich Wiedergeburt) des ganzen Menschenge- chlechtes durch ihn selbst berichtet; in der Regel erfolgt dies durch eine inzestuöse Verbindung, deren enge Zugehörig- keit durch eine Reihe von Flutsagen der Naturvölker, die Frazer?) zusammengestellt hat, bekräftigt wird.

Im Zusammenhang unserer Deutung — und nur soweit sei das Flutmotiv hier betrachtet?) — wird ohne weiteres klar, daß wir es mit einem Wunschgebilde des Sohnes zu tun haben, sozusagen mit einer versöhnenden Darstellung des Helden- 1) Spätjüdische Ausschmückungen verringern auch diesen Unterschied, indem sie erzählen, die Menschen hätten vor der Flut magische Künste ge- trieben, so daß die Kinder statt neun Monate nur wenige Tage im Muiter- leib waren (Aussetzung) und sogleich nach der Geburt gehen und sprechen konnten (wie Erwachsene). (Ginzberg, Jüd. Legenden.) (Auch Deukalion schwimmt neun Tage und Nächte im Kasten auf dem Wasser.) Ganz ähn- lich erzählen die Pima (Frazer, 1. c. 284 f.), daß der „Ältere Bruder”, der sich im „schwarzen Haus” gerettet hat, dann einen wunderbaren Jüngling erschafft, der mit dem ersten Weib nach vier Monaten, mit dem zweiten nach drei Monaten ein Kind hat usw., bis er endlich von der letzten Frau am Hochzeitstage ein Kind bekommt: dieses verursacht (ganz wie in der jüdischen Legende) die Flut (nach dem Willen des „Älteren Bruders”).

3) Die psychologischen Beziehungen zwischen dem Aussetzungsmythus, der Sintflutsage und dem Verschlingungsmythus versuchte ich in meiner Arbeit über „Die Symbolschichtung im Wecktraum und ihre Wiederkehr im amythischen Denken” (Jahrb. f. Isa. IV, 1912) darzulegen (s. auch Psycho- analytische Beiträge zur Mythenforschung. 1919. Kap. vn.

nn — ET A a A zu 136 DER VERSCHLINGUNGSMYTHUS mm LP nn ln nn m nn 7 EL n Een 0 ar nn a m nn om u. Sr mythus, worauf im biblischen Bericht auch der Bund Noahs mit Gottvater (Regenbogenmotiv) hinzuweisen scheint. Während im Heldenmythus der Vater durch einen Traum vor dem ge- fährlichen Sohn gewarnt wird, läßt sich hier der brave Sohn vom Vater — vor dessen eigenem Vernichtungsplane — warnen, auf Grund eines Paktes (Tieropfer nach erfolgter Rettung), in dem wir ein Spiegelbild der totemistischen Grundsituation er- blicken (Schonung der Tierpaare, der totemistischen Eltern, gegen Schonung des Sohnes). Auf diese Weise gelingt es dem schlauen Sohn, die lästige Konkurrentschaft der Brüder los zu werden, die in der Flut umkommen, gleichzeitig aber sich selbst die verbotene Inzestverbindung zu ermöglichen, derentwegen sonst die Aussetzung erfolgt und sich durch Zeugung der neuen Generation an die Stelle des Urvaters zu setzen. Diese unblutige Revolution wird erreicht durch eine verallgemeinernde Umarbeitung der ursprünglichen Geburtssage zu einem Wieder- geburtsmythus, welchem die gleiche Symbolik von Kästchen und Wasser zugrunde liegt.

Einen indirekten Beweis für diesen tiefreichenden psycholo- gischen Zusammenhang bietet uns eine verwandte Mythengruppe, die schon aus rein äußerlichen Gründen von den Mythologen zur Flut- sage gestellt wird, nämlich die Verschlingungsm ythen, die sich jedem unvoreingenommenen Betrachter als Geburtsdarstellungen auf- drängen müssen, Dieser Nachweis wäre an Hand des reichhaltigen, von Frobenius l. c. gesammelten Materials leicht im Detail zu erbringen. Doch mag hier eine schematische Inhaltsangabe und Deu- tung dieser meist als Walfischsagen eingekleideten Überlieferungen hinreichen, als deren typischer Repräsentant die Jona-Sage allgemein bekannt ist!) Der Held wird entweder als Knabe oder Erwachsener (manchmal auch mit seiner Mutter, seinen Brüdern usw.) von einem ungeheuren Fisch verschlungen, ganz wie in der biblischen Jona- sage, und schwimmt eine Zeitlang im Fischbauch auf dem Meere. Zur Stillung des Hungers beginnt er häufig das Herz des Fisches abzuschneiden, entzündet ein Feuer in dessen Innern und wird endlich TU ) Für die mythologischen Zusammenhänge vgl. Hans Sehmidt: Jona. Eine Unters. z, vgl. Rel. Gesch. 1907.

er UND DIE GEBURTSSYMBOLIK. 157 -— = ar _—_ -—-.— EHE Ö—ä—ä ee ee ölRRAEEEE von dem Ungetüm ans Land gespien oder gelangt durch Aufschlitzen des Bauches ins Freie. Frobenius hat diese zahlreichen und mannig- fach variierten Überlieferungen, besonders mit Rücksicht darauf, daß dem Helden meist infolge der großen Hitze im Innern des Tieres das Haar (Strahlen) ausfällt, als Sonnenuntergangs-, respektive Auf- gangssymbole betrachtet, Diesen himmlischen Ursprung des Mythos hat jedoch bereits Wundt (l. c. 244) abgewiesen, indem er den menschlichen Inhalt der Vorstellungen betonte (S. 262) und ihre Beziehungen zum Truhenmärchen und zur Flutsage hervorhob, Auf Grund unserer Kenntnis der Traumsymbolik und der infantilen Sexualtheorien!) kann uns die Bedeutung des Verschlingungsmythos als infantile Auffassung der Schwangerschaft (Aufenthalt im Mutter- leib) und des Geburtsvorganges kaum zweifelhaft sein; manclıe der Überlieferungen symbolisieren den Geburtsvorgang mit aller detaillierten Deutlichkeit (vgl. die S. 19 mitgeteilte Mythe) und meist spielt in der Geschichte überdies auch eine Schwangere eine Rolle. Der Auf- enthalt im „Bauch” und die Ernährung im Mutterleib kann wohl nicht deutlicher geschildert werden und nur die Verblendung allem gegenüber, was mit der Sexualität in Verbindung steht, konnte diese Bedeutung des Mythus verkennen. Der scheinbar feindliche aber zum „Retter” gewordene Fisch ist in der Flutsage zum bergenden Schiff (das lautlich merkwürdigerweise der Umkehrung von Fisch entspricht)?) und im Aussetzungsmythus zum schützenden Kasten oder Körbehen geworden, symbolisiert aber überall in gleicher Weise den bergenden Mutterschoß?).

1) Dazu gehören: Die Befruchtung durch Verschlucken, das Gebären dureh Aufschneiden des Bauches (Rotkäppchen), durch Ausspeien (Kronos) und auf dem Wege eines Exkrementes (vgl. Frobenius, S. 9%, 92, 125). Siehe in des Verf. „Psychoanalytische Beiträge zur Mythenforschung” (Internat, Psa. Bibl. Band IV, 1919). Kap. VI „Völkerpsychologische Parallelen zu den infantilen Sexualtheorien”, 2) In der indischen Flutsage ist es sonderbarerweise ein Wunderfisch, der die Arche Manus dem rettenden Berge zuführt.

3) Ein vierjähriges, mit dem Geburtsproblem beschäftigte Mädchen erzählte Jung nachstehenden Traum: „Ich habe heute Nacht die Arche Noah geträumt und da waren viele Tierchen darin und da war unten ein Deckel daran, der ging auf und die Tierchen fielen alle heraus”, (Jahrb, f. Psycho- Vgl. dazu auch die interessanten Geburtsphantasien einer Dementia- } a N : u | Ta u nn De gg —— ee nn 133 MÄRCHENHAFTE FORMEN DES RETTUNGSMOTINVS.

KT Es ist klar, daß auch der Verschlingungsmythus nicht ein- fach den Geburtsvorgang symbolisiert, sondern in der Rettung im Bauch des Tieres die gleiche Tendenz des mütterlichen Schutzes (vor dem Vater) zum Ausdruck bringt wie der Helden- mythus und insofern das ergänzende Gegenstück zur Säugung durch das Tier darstellt (Ernährung im Mutterleib)'). Die ver- schiedenen mythischen Formen erklären sich daraus, daß bald das Motiv der Wassergefahr betont wird (Flutmotiv), bald das rettende (schützende) Tier (Verschlingungssage), bald wieder das Gefäß („Truhenmärchen”: nach Wundt). Allen diesen Ab- wandlungen liert jedoch, im vollen Gegensatz zum manifesten Inhalt des Heldenmythus, die Rettung des Helden als treibende Tendenz zugrunde, die — an und für sich ein märchenhaftes Motiv — auch im Märchen erst zu eigentlich voller Entfaltung gelangt ist?).

Als besonders charakteristisch für diese Entwicklung aus dem Heldenmythus seien nachstehende Märchen kurz genannt: Das neu- griechische vom schönen Jusif (Prym und Socin, Syrische Sagen und Märchen, Göttingen 1887, S. 80 ff), der als Findelkind seinen Pflegevater und dessen Solın erschlägt, weil sie ihn wegen seiner nn praecox-Kranken, die S. Spielrein im Jahrbuch f. Psychoanalyse, III, S. 367 fg. analysiert hat; z. B. „Schiffszefahr” = Abortus usw.