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Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften

Moses Mendelssohn

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Condition of the text:
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Extent:
~27,400 words · 130 passages
Cite this work
  • APAMoses Mendelssohn. (n.d.). Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/moses-mendelssohn/abhandlung-uber-die-evidenz-in-metaphysischen-wissenschaften
  • MLAMoses Mendelssohn. Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/moses-mendelssohn/abhandlung-uber-die-evidenz-in-metaphysischen-wissenschaften.
  • ChicagoMoses Mendelssohn. Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/moses-mendelssohn/abhandlung-uber-die-evidenz-in-metaphysischen-wissenschaften.

Reference to the edition that SigPhi reproduces: SigPhi is its digital reproduction, not its publisher. The edition's year is not in the metadata (hence "n.d."), and the translator appears only when recorded.

What it is about

On Evidence in the Metaphysical Sciences (1763): the prize he won ahead of Kant.

Context and history

The Berlin Academy set a competition on whether metaphysics can be as certain as mathematics. Mendelssohn won it; Kant came second. It is worth reading knowing that. Text in GERMAN: the original, and what should be cited.

Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.

How it begins
die Begriffe in dieſem Leben durch Veranlaſſung der ſinnlichen Eindrücke ad ickelt haben. Man ſiehet hier den Uebergang zu den Lehren der neuern Weltweiſen, daß die Seele niemals aufhoͤre ſich implieite schlechterdings die ganze Welt, explicite aber nur die Welt nach der Lage ihres Körpers in derſelben vorzuſtellen, daß die ſinnlichen Ein⸗ drücke nur die Anlaͤſſe und Gelegenheiten ſeyn, bey welchen die Vorſtellungen der Seele ſich entwickeln und wahrgenommen werden, und daß dieſe Ent⸗ wickelung der Begriffe in der Seele mit der Entwickelung der Begebenhei⸗ ten auſſer derſelben vollkommen harmoniere. Jedoch dieſe Nebenbetrach— tung hat mich ſchon zu weit von meinem Gegenſtande abgefuͤhret. Ich kehre zurück. | e 5 Die ganze Kraft der geometriſchen Gewißheit beruhet alſo auf der nothwendigen Verknüpfung der Begriffe. Man zergliedert nemlich den urfprünglichen Begriff von der Ausdehnung, und zeigt, daß dieſelbe mit ge⸗ wiſſen davon abgeleiteten Folgen in einer unzertrennlichen Verbindung ſtehe, und ohne dieſelben einen offenbaren Widerſpruch enthalte. Mit ei⸗ nem Worte, man zeigt, daß der urfprüngliche Begriff, den wir von der Ausdehnung haben, mit denen darvon abgeleiteten Begriffen und Folge⸗ rungen objective betrachtet, einerley ſey. Denn ob wir gleich eine Ausdeh⸗ nung wahrnehmen koͤnnen, ohne die geometriſchen Warheite zu denken, die mit derſelben verknuͤpft find ; fo erkennet man doch vermittelſt einer richtigen Zergliederung der Begriffe, daß fie alle implicite in dem urſpruͤng⸗ lichen Begriffe der Ausdehnung enthalten ſind, und alſo objective betrach⸗ tet, von derſelben ohne Widerſpruch nicht koͤnnen getrennet werden. Was hier von der Geometrie gezeiget worden, das gilt von der Ma⸗ thematik uberhaupt. Denn die Ausdehnung ift nichts anders, als eine ſtetige Quantitat, der ile neben einander anzutreffen find. Wenn die tig iſt, oder nicht als ſtetig betrachtet wird, fo wird die f erſelben die Arithmetik genennet.…

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