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Briefe aus dem Gefängnis

Rosa Luxemburg

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Condition of the text:
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Extent:
~16,200 words · 77 passages
Cite this work
  • APARosa Luxemburg. (n.d.). Briefe aus dem Gefängnis. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/briefe-aus-dem-gefangnis-german
  • MLARosa Luxemburg. Briefe aus dem Gefängnis. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/briefe-aus-dem-gefangnis-german.
  • ChicagoRosa Luxemburg. Briefe aus dem Gefängnis. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/briefe-aus-dem-gefangnis-german.

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What it is about

Letters written from prison during the First World War, mostly to Sophie Liebknecht.

Context and history

This is the other Luxemburg: the one describing the birds in the yard, the clouds, and a buffalo beaten by soldiers — a page that is among the finest things she ever wrote. Anyone who knows only the political texts does not know her. Text in GERMAN: the original. It is the language Luxemburg thought and published in, and the one to cite.

Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.

How it begins
der Welt mit lächelnder Skepsis betrachtet. Die feinen ironischen Bemerkungen, die Galsworthy über seine eigenen personae dramatis mit dem ernstesten Gesicht macht, lassen mich oft laut auflachen. Aber wie wirklich wohlerzogene und vornehme Menschen nie oder selten über ihre Umgebung spötteln, wenn sie auch alles Lächerliche bemerken, so ironisiert ein wirklicher Künstler nie über seine eigenen Geschöpfe. Wohlverstanden, Sonitschka, das schließt die Satyre großen Stils nicht aus! Zum Beispiel »Emanuel Quint« von Gerhart Hauptmann ist die blutigste Satyre auf die moderne Gesellschaft, die seit hundert Jahren geschrieben worden ist. Aber Hauptmann selbst grinst dabei nicht; er steht zum Schluß mit bebenden Lippen und weit offenen Augen, in denen Tränen schimmern. Galsworthy dagegen wirkt auf mich mit seinen geistreichen Zwischenbemerkungen wie ein Tischnachbar, der mir auf einer Soiree beim Eintreten jedes neuen Gastes in den Salon eine Malice über ihn ins Ohr flüstert..... ... Heute ist wieder Sonntag, der tötlichste Tag für Gefangene und Einsame. Ich bin traurig, wünsche aber sehnlichst, daß Sie es nicht sind und Karl auch nicht. Schreiben Sie bald, wann und wohin Sie endlich zur Erholung gehen. Ich umarme Sie herzlichst und grüße die Kinder Ihre Rosa. Kann Pf. mir nicht noch etwas Gutes schicken? Vielleicht etwas von Th. Mann? Ich kenne noch nichts von ihm. Noch eine Bitte: die Sonne fängt an, mich im Freien zu blenden; vielleicht schicken Sie mir im Briefcouvert 1 Meter dünnen schwarzen Schleier mit zerstreuten schwarzen Pünktchen! Vielen Dank im voraus. Wronke, 19. 4. 17. Ich habe mich gestern über Ihren Kartengruß herzlich gefreut, obwohl er so traurig klang. Wie möchte ich jetzt bei Ihnen sein, um Sie wieder zum Lachen zu bringen, wie damals nach Karls Verhaftung, als wir Beide -wissen Sie noch?…

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