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Marokko

Rosa Luxemburg

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Condition of the text:
Clean text
Extent:
~2,740 words · 13 passages
Cite this work
  • APARosa Luxemburg. (n.d.). Marokko. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/marokko
  • MLARosa Luxemburg. "Marokko." SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/marokko.
  • ChicagoRosa Luxemburg. Marokko. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/marokko.

What it is about

Morocco (1911): on the Agadir crisis and European imperialism in North Africa.

Context and history

A topical article that still reads as analysis: it shows how a colonial dispute between powers drags a whole continent toward war. Three years before 1914. Text in GERMAN: the original. It is the language Luxemburg thought and published in, and the one to cite. This is an article or a congress speech, not a book: its size in the catalogue is the size of the actual piece.

Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.

Eine imperialistische Gewitterwolke ist in der kapitalistischen Welt aufgezogen. Vier Großmächte Europas – Frankreich Deutschland, England und Spanien – sind unmittelbar in einen Handel verwickelt, in dem es zunächst um die Schicksale Marokkos [1], in weiterer Folge um mehrere große Gebiete des „schwarzen Erdteils“ geht, die als „Kompensationen“ hin und her erwogen werden. Jeder Tag bringt neue Drahtmeldungen über den Stand des Handels, und mit ihnen gehen die Hoffnungen und die Befürchtungen in jähen Sprüngen auf und ab. Wird aus der neuen Gewitterwolke der Blitz eines mörderischen Krieges auf zwei Weltteile herniederzucken, oder wird sich das drohende Ungewitter verziehen, so dass das Ende „bloß“ der „friedliche“ Schacher ist, der einige Fetzen der Welt aus einer gepanzerten Faust des europäischen Militarismus in eine andere überträgt? Das ist die Frage, die jetzt Millionen Menschen bewegt. Und um eine Antwort auf diese Frage zu finden, richten sich alle Blicke mit banger Erwartung auf die verschlossene Tür eines Zimmers, in dem zwei „Staatsmänner“ miteinander konferieren: der französische Botschafter Cambon und der deutsche Staatssekretär Kiderlen-Wächter. [2] In der ganzen weiten Welt gibt es keinen Menschen, für den es ein Geheimnis wäre, dass den beiden „Staatsmännern“ auch der beste Freund keine besonderen geistigen Zauberkräfte nachrühmen könnte, ja, dass sie einfach armselige Hampelmänner sind, deren pappene Ärmchen und Köpfchen durch einen Bindfaden automatisch

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