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Miliz und Militarismus

Rosa Luxemburg

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Condition of the text:
Clean text
Extent:
~9,470 words · 45 passages
Cite this work
  • APARosa Luxemburg. (n.d.). Miliz und Militarismus. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/miliz-und-militarismus
  • MLARosa Luxemburg. "Miliz und Militarismus." SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/miliz-und-militarismus.
  • ChicagoRosa Luxemburg. Miliz und Militarismus. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/miliz-und-militarismus.

What it is about

Militia and Militarism (1899): against the standing army, for arming the people.

Context and history

An early and very clear text on a question that divided the Second International. Her analysis of militarism as a business — not merely an ideology — anticipates what she would develop in The Accumulation of Capital. Text in GERMAN: the original. It is the language Luxemburg thought and published in, and the one to cite.

Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.

Es ist nicht das erste und hoffentlich auch nicht das letzte Mal, daß sich aus den Reihen der Partei kritische Stimmen über einzelne unserer Programmforderungen und über unsere Taktik erheben. An sich kann das nicht genug begrüßt werden. Es kommt aber dabei vor allem auf das Wie der Kritik an, und zwar verstehen wir unter dem Wie nicht den „Ton“, mit dem es in der Partei leider Mode geworden ist, bei jeder Gelegenheit Aufhebens zu machen, sondern etwas viel Wichtigeres – die allgemeinen Grundlagen der Kritik, die bestimmte Weltanschauung, die in der Kritik zum Ausdruck kommt. Tatsächlich liegt dem Kreuzzuge Isegrim-Schippels gegen die Milizforderung und für den Militarismus eine ganz konsequente sozialpolitische Weltanschauung zugrunde. Der allgemeinste Standpunkt, von dem Schippel in seiner Verteidigung des Militarismus ausgeht, ist die Überzeugung von der Notwendigkeit dieses militärischen Systems. Er beweist durch alle möglichen Argumente kriegstechnisch, sozialer und wirtschaftlicher Natur die Unentbehrlichkeit der stehenden Heere. Und er hat allerdings von einem gewissen Standpunkte aus recht. Das stehende Heer, der Militarismus, sind tatsächlich unentbehrlich aber für wen? Für die heutigen herrschenden Klassen und die jetzigen Regierungen. Was folgt aber daraus anderes, als daß für die heutige Regierung und die herrschenden Klassen von ihrem Klassenstandpunkt die Abschaffung der stehenden Heere und die Einführung der Miliz, das heißt die Volksbewaffnung, als ein Ding der Unmöglichkeit, als eine Absurdität erscheinen mag? Und wenn Schippel seinerseits die Miliz gleichfalls für eine Unmöglichkeit und eine Absurdität hält, so zeigt er damit nur, daß er auch selbst in der Frage des Militarismus auf bürgerlichem Standpunkte steht, daß er sie mit den Augen der kapitalistischen Regierung oder der bürgerlichen Klassen betrachtet. Dies beweisen auch deutlich alle seine einzelnen Argumente. Er behauptet, die Ausrüstung aller Bürger mit Waffe

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