Wie weiter?
- Language:
- German
- Status:
- Complete work
- Authorship:
- Written by the author
- Condition of the text:
- Clean text
- Extent:
- ~5,050 words · 24 passages
Cite this work
- APARosa Luxemburg. (n.d.). Wie weiter?. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/wie-weiter
- MLARosa Luxemburg. "Wie weiter?." SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/wie-weiter.
- ChicagoRosa Luxemburg. Wie weiter?. SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/rosa-luxemburg/wie-weiter.
What it is about
What Next?: on what the workers' movement should do after a defeat.
Context and history
The question in the title is the one Luxemburg asked all her life, and her answer was always the same: analyse the defeat without consoling yourself. Text in GERMAN: the original. It is the language Luxemburg thought and published in, and the one to cite. This is an article or a congress speech, not a book: its size in the catalogue is the size of the actual piece.
Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.
Die Frage des preußischen Wahlrechts, die über ein halbes Jahrhundert lang im Zustand der Unbeweglichkeit verharrte, steht heule im Brennpunkt des öffentlichen Lebens Deutschlands. Einige Wochen energischer Massenaktion des Proletariats haben genügt, um den alten Sumpf der preußischen Reaktion aufzupeitschen, eine frische Brise in das politische Leben ganz Deutschlands zu wehen. Die preußische Wahlreform kann unmöglich durch parlamentarische Mittel gelöst werden, nur eine unmittelbare Massenaktion draußen im Land vermag hier Wandel zu schaffen – diese lebendige Erkenntnis steht jetzt, nach den ersten Erfahrungen mit den Straßendemonstrationen einerseits, nach den Vorgängen in der Wahlrechtskommission des preußischen Landtags andererseits, fester denn je. Allein, wenn die jüngsten imposanten Straßendemonstrationen bereits an sich eine erfreuliche Neuerung in den äußeren Kampfformen der Sozialdemokratie bedeuten und zugleich in kräftigster Weise den Massenkampf um das preußische Wahlrecht eröffnet haben, so legen sie ihrerseits der Partei, auf deren Initiative und Leitung sie zurückzuführen sind, bestimmte Pflichten auf. Unsere Partei muß angesichts der von ihr entfachten Massenbewegung einen klaren bestimmten Plan haben, wie sie die begonnene Massenaktion weiterzuführen gedenkt. Straßendemonstrationen sind, wie militärische Demonstrationen, gewöhnlich nur die Einleitung zum Kampf. Es gibt Fälle, wo Demonstrationen allein durch Einschüchterung des Feindes den Zweck erreichen. Doch abgesehen von der unleugbaren Tatsache, daß der Feind, in diesem Fall die vereinigte junkerlich-großbürgerlich-monarchische Reaktion Preußen-Deutschlands vor Straßenkundgebungen der Volksmassen nicht im geringsten die Segel zu streichen gesonnen ist, vermögen Demonstrationen auch nur dann einen wirksamen Druck auszuüben, wenn hinter ihnen die ernste Entschlossenheit und Bereitschaft steht, nötigenfalls zu schärferen Mitteln des Kampfes zu greifen. Und dazu← Back to Rosa Luxemburg