SigPhi · Friedrich Engels

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster B

German

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pretend to anything like consistency, condemn not only Bakunin but every continental Revolutionist, as a russian agent. In his eyes Revolution itself is a russian agent. Why not Bakunin?_“[14] Nun in der _heutigen_ Nummer wagt sich der Lump Golowine nicht zu nennen, sondern unter dem Titel „_from a foreign Correspondent_“[15] bringt der Morning Advertiser das Folgende von ihm: _How to write History._ _Bakunin is a Russian agent – Bakunin is not a Russian agent. Bakunin died in the prison of Schluesselburg, after having endured much ill treatment – Bakunin is not dead: he still lives. He is made a soldier, and sent to the Caucasus – no, he is not made a soldier: he remains detained in the citadel of St. Peter and St. Paul. Such are the contradictory news which the press has given in turn, concerning Michael Bakunin. In these days of extensive publicity we only arrive at the true by affirming the false; but, has it at least been proved that Bakunin has not been in the military pay of Russia?_ _There are people who do not know that humanity makes men mutually responsible – that in extricating Germany from the influence which Russia exercises over it, we _re-act_ upon the latter country, and plunge it _anew_ into its despotism, until it becomes vulnerable to revolution. Such people it would be idle to attempt to persuade that Bakunin is one of the purest and most generous representatives of progressive cosmopolitism._ always remain.“ The calumny against Bakunin, countenanced in 1848 by one of his friends, has been reproduced in 1853 by an unknown person. „One is never betrayed but by one’s own connexion“ says another proverb; „and it is better to deal with a wise enemy than with a stupid friend.“ The Conservative journals have not become the organ of the calumny insinuated against Bakunin. A friendly journal undertook that care._ _Revolutionary feeling must be but slightly developed when it can be forgotten, as M. Marx has forgotten, that Bakunin is not of the stuff of which police-spies are made. Why, at least, did he not, as is the custom of the English papers, why did he not simply publish the letter of the Polish refugee which denounced Bakunin? He would have retained the regret of seeing his name associated with a false accusation._“[17] – Ich denke dem Kerl folgendes (siehe unten) zu antworten, was Du mir _umgehend_ (bis Montag, wenn möglich) stilisiert zurückschicken mußt.

Zugleich fragt es sich, ob nicht auch Du und Dronke eine Erklärung machen wollt als Editors der Neuen Rheinischen Gazette, Clique gegen Clique. Auf der anderen Seite stehen nur Ruge, Herzen, Golowine.

Letzteren nannte Bakunin selbst „_un polisson_“.[18] 1843 und 1844 einer der eifrigsten Bewunderer von Nikolas wurde er Demokrat, weil er _glaubte_, verdächtig geworden zu sein, und nicht nach Rußland zurückzukehren wagte. In letzterem besteht sein ganzer Heroismus.

Ich für meinen Teil würde also der Substanz nach folgende Erklärung vorschlagen: _„It is better to deal with a wise enemy, than with a stupid friend“ Bakunin would have exclaimed if he was ever to read the letter of the „foreign“ Sancho Pansa who, in your Saturday’s paper, indulges in his proverbial commonplaces._ _Is he not a „stupid friend“ who reproaches me with _not_ having done by what doing I would have according to himself „_retained_ the regret of seeing my name associated with a false accusation“?_ _Is he not a „stupid friend“ who is astonished of what every schoolboy knows that truth is established by controversy and that historical facts are to be extricated from contradictory statements?_ _When the Neue Rheinische Gazette brought the Paris letter Bakunin was at liberty. If he was right to be satisfied with the public explanations of the Neue Rheinische Gazette in 1848 is it not a „stupid friend“ who pretends to find fault with them in 1853? If he was wrong in renewing his intimate relations with the Editor of the Neue Rheinische Gazette is it not „stupid“ on the part of a pretended friend to reveal his weakness to the public?_ _Is he not a „stupid friend“ who thinks necessary to „plunge Russia anew in its despotism“ as if she had ever emerged from it?_ _Is he not a „stupid friend“ who calls the latin proverb „calumniare _Is he not a „stupid friend“ who cannot understand why the Conservative Journals did not like to _publish_ the calumnies which were _secretly_ spread against Bakunin throughout Germany while the most revolutionary paper of Germany was obliged to publish them?_ _Is he not a „stupid friend“ who ignores that „revolutionary feeling“ at its highest pitch made the „lois des suspects“ and beheaded the Dantons and the Desmoulins and the Anacharsis Cloots?_ _Is he not a „stupid friend“ who dared not accuse the Morning Advertiser for having inserted the letter of F. M. while Bakunin is incarcerated at St. Petersburg at the same time accusing the Neue Rheinische Gazette for having inserted a similar letter in 1848 when Bakunin was free and not yet reduced to the misery of being defended by a „stupid friend“?_ _Is he not a „stupid friend“ who makes the name of Bakunin a pretext for calumniating the friends of Bakunin while he is cautiously withholding his own name?_[19] Also bald Antwort. Die Sache pressiert.

Dein K. M.

---------- [1] Meine Zeit [und] meine Kräfte.

[2] Vereinigten Wirte.

[3] Ausländischen Korrespondenten.

[4] Deutsche Zeitung.

[5] Zeitung „hat sich sogar herausgenommen, das Zeugnis von George Sand anzurufen“.

[6] Beliebt, die von mir 1848 und 1849 herausgegebene „Neue Rheinische Zeitung“ in Verbindung zu dringen mit...[7] Nun machte ich mir nichts aus den Unterstellungen der Herren Herzen und Golowine.

[8] Erlauben Sie mir, den Sachverhalt dieser Angelegenheit festzustellen.

[9] Polnischen Flüchtling.

[10] Behauptend.

[11] Er sei neuerdings mit der russischen Regierung in Verbindung getreten.

[13] Den ihm für seine Beteiligung an unseren Kämpfen zukommenden Tribut erstattet habe.

[14] Wenn F. M. wie er es tut, von der fixen Idee ausgeht, daß festländische Revolutionen die geheimen Pläne Rußlands fördern, so muß er, sofern er auf so etwas wie Konsequenz Anspruch erheben will, nicht nur Bakunin, sondern jeden festländischen Revolutionär als einen russischen Agenten verurteilen. In seinen Augen ist die Revolution selbst ein russischer Agent. Warum soll Bakunin es nicht sein?

[15] Von einem ausländischen Korrespondenten.

[16] _Wie man Geschichte schreiben soll._ (Von einem ausländischen Korrespondenten.)

[17] „Bakunin ist ein russischer Agent – Bakunin ist kein russischer Agent. Bakunin starb im Kerker von Schlüsselburg, nachdem er viel schlechte Behandlung erlitten – Bakunin ist nicht tot, er lebt noch.

Man hat ihn zum Soldaten gemacht und nach dem Kaukasus geschickt – nein, er ist nicht zum Soldaten gemacht worden, er bleibt in der Zitadelle von Sankt Peter und Sankt Paul interniert. Das sind die widersprechenden Nachrichten, welche die Presse abwechselnd über Michael Bakunin gebracht hat. In diesen Tagen ausgedehnter Publizität kommen wir nur dadurch auf die Wahrheit, daß wir das Falsche behaupten; ist es aber wenigstens bewiesen worden, daß Bakunin nicht russischer Militärspion war?

Es gibt Leute, die nicht wissen, daß die Menschheit die Menschen voneinander abhängig macht – daß, indem wir Deutschland von dem Einfluß befreien, den Rußland über es ausübt, wir auf das letztere Land _re-agieren_ und es _von neuem_ in den Despotismus untertauchen, bis es von der Revolution getroffen werden kann.

Solche Leute wird man vergeblich zu überzeugen versuchen, daß Bakunin einer der reinsten und hochherzigsten Vertreter des fortschrittlichen Kosmopolitismus ist.

‚Verleumdet, verleumdet,‘ sagt ein französisches Sprichwort, ‚und etwas wird immer zurückbleiben.‘ Die Verleumdung Bakunins, die 1848 von einem seiner Freunde weitergegeben wurde, ist 1853 von einem Unbekannten wieder aufgetischt worden. ‚Man wird immer nur von seinen eigenen Leuten verraten,‘ sagt ein anderes Sprichwort, ‚und es ist besser, mit einem klugen Feind, als mit einem dummen Freund zu tun zu haben.‘ Konservative Blätter sind nicht das Organ der gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdung geworden. Ein befreundetes Blatt übernahm diese Ausgabe.

Das revolutionäre Empfinden muß nur wenig entwickelt sein, wenn vergessen werden kann, was Mr. Marx vergessen hat, daß Bakunin nicht aus dem Stoff gemacht ist, aus dem man Polizeispione macht. Warum hat er nicht wenigstens, wie dies Gepflogenheit der englischen Blätter ist, einfach den Brief des polnischen Flüchtlings veröffentlicht, der Bakunin denunzierte? Er würde das Bedauern zurückbehalten haben, daß er seinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verknüpft sah.“ [18] Einen Lümmel.

[19] „Es ist besser, man hat mit einem klugen Feind als mit einem dummen Freund zu tun“, würde Bakunin ausgerufen haben, wenn er jemals den Brief des „ausländischen“ Sancho Pansa zu Gesicht bekäme, der in Ihrer Sonnabendausgabe sich in seinen sprichwörtlichen Gemeinplätzen ergeht.

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der mir einen Vorwurf daraus macht, das _nicht_ getan zu haben, wodurch ich nach ihm „das Bedauern _zurückbehalten_ hätte, meinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verbunden zu sehen“?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich über etwas wundert, was jeder Schuljunge weiß, nämlich daß die Wahrheit durch Polemik festgestellt wird und daß historische Tatsachen durch widersprechende Behauptungen ermittelt werden?

Als die Neue Rheinische Zeitung den Pariser Brief brachte, war Bakunin auf freien Füßen. Wenn er 1848 recht tat, mit den öffentlichen Erklärungen der Neuen Rheinischen Zeitung zufrieden zu sein, ist der nicht ein „dummer Freund“, der 1853 an ihnen Fehl findet? Wenn er unrecht tat, sein Freundschaftsverhältnis mit dem Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung zu erneuern, ist es nicht „dumm“ von einem angeblichen Freund, seine Schwäche dem Publikum zu enthüllen?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der es für nötig findet, „Rußland aufs neue in den Despotismus unterzutauchen“, als ob es je aus ihm herausgekommen wäre?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der das lateinische Sprichwort „_calumniare audacter_“ [verleumde keck] ein französisches Sprichwort nennt?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht begreifen kann, warum konservative Blätter die _heimlich_ überall in Deutschland gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdungen [Verdächtigungen] nicht _veröffentlichen_ mochten, während das revolutionärste Blatt Deutschlands verpflichtet war, sie zu veröffentlichen? Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht weiß, daß das „revolutionäre Empfinden“ in seiner höchsten Steigerung die „Gesetze über die Verdächtigen“ schuf und die Danton, die Desmoulins, die Anacharsis Cloots köpfte?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich nicht getraute, den Morning Advertiser dafür anzuklagen, daß er den Brief von F. M.

veröffentlichte, während Bakunin in St. Petersburg eingekerkert sitzt, und zur selben Zeit die Neue Rheinische Zeitung anklagt, einen ähnlichen Brief 1848 veröffentlicht zu haben, als Bakunin frei und nicht in die bedauernswürdige Lage versetzt war, von einem „dummen Freund“ verteidigt zu werden?

Ist der nicht ein „dummer Freund“, der den Namen Bakunins zum Vorwand nimmt, Bakunins Freunde zu verleumden, während er vorsichtig seinen eigenen Namen für sich behält?

_Dear Frederic!_ Allerdings kam Dein Brief zu spät. Ich hatte den Dreck kondensiert, mit Entfernung von unnötigem Pathos nunmehr zurechtgefeilt, dem liebenswürdigen Organ der vereinigten „_licensed victuallers_“[1] zugesandt am Montag. Nicht inseriert. Zugleich aber brachte dies höchst konsequente Blatt einen kurzen _letter_ „_From a native Correspondent_“[2] (soll D. Urquhart sein) in die Montagsnummer, worin sein eigener _Foreign-Correspondent_[3] ziemlich klar als „_Russian Agent_“ abgedeckelt und Bakunin selbst nicht gerade heilig gesprochen wird. Der Morning Advertiser schlug meine Replik wahrscheinlich ab, weil sie nicht so konfus geschrieben war wie die des „_Native_“ [Inländers].

Jetzt erscheint die Sache in _Peoples Paper_.

Es war ein reiner _lapsus linguae_[4] – alte Gewohnheit –, wenn ich Herrn Dronke im Briefe an Dich erwähnte.

Der brave Kleine hat so wacker gestänkert, daß 1. Lupus mir nie, obgleich ich längst durch Dich instruiert, ein Wort von seiner Abreise sprach; 2. daß derselbe Lupus immer mit großem Hinterhalt von Dir spricht; 3. daß ich gestern abend eine Szene hatte, die unglaublich ist...Man kann das Privilegium des alten Polterers in Anspruch nehmen. Aber man muß es nicht mißbrauchen. Ich liege auch nicht [auf] Rosen, und es ist mir seine bürgerliche Klemme gar keine Entschädigung.

Die elenden Russen, in der Tribune sowohl als im London Advertiser (obgleich verschiedene Persönlichkeiten und in verschiedener Form), reiten jetzt auf dem Steckenpferd herum, daß das russische _Volk_ durch und durch demokratisch ist, das offizielle Rußland (Kaiser und Bureaukratie) nur Deutsche sind und der Adel ebenfalls deutsch ist.

Also Deutschland in Rußland, nicht Rußland in Deutschland ist zu bekämpfen.

Du kennst mehr von Rußland als ich, und wenn Du Zeit gewinnst, gegen diesen Blödsinn aufzutreten (ganz wie die teutonischen Esel den Despotismus Friedrichs II. usw. auf die Franzosen wälzen, als wenn zurückgebliebene Knechte nicht immer zivilisierte Knechte brauchten, um dressiert zu werden), so verpflichtest Du mich sehr. Natürlich in der Tribune.

Dein K. M.

Schreibe mir ausführlicher über den _Stand des Geschäftes_ und gleich _englisch_.

Auf einliegenden Brief von Klein, den ich sorgsam aufzuheben bitte, habe ich diplomatisch geantwortet. Von London sei kaum Korrespondenz möglich.

Die Fabrikarbeiter sollten sich _exklusiv_ unter sich halten und nicht mit Spießbürgern oder Knoten in Köln, Düsseldorf usw. in Verbindung treten. Wenn sie einmal im Jahre einen herzuschicken wünschten, guten Rats holen, so hätten wir nichts dagegen.

---------- [1] Konzessionierten Wirte.

[2] Brief von einem einheimischen Korrespondenten.

[3] Ausländischer Korrespondent.

[4] Ausgleiten der Feder.

28 Deanstreet, Soho, 17. September 1853.

_Dear Frederic!_ Du wirst verdammt schweigsam.

Da ich gestern _your article_[1] erwartete, hatte ich mir die neuesten Nachrichten als Kopf zusammengestellt, und da der Brief nicht kam, ging eine Korrespondenz flöten.

In den mit heute beginnenden vierzehn Tagen muß ich durchaus Deine Mitarbeit in Anspruch nehmen. _Pieper_ geht auch endlich heute für vierzehn Tage oder drei Wochen – zwar nicht ins Kloster, wohl aber ins deutsche Hospital, eine Art sanitäres Gefängnis...Da nun ohnehin durch meine Laufereien zu dem elenden Spielmann drei bis vier Artikel ausgefallen sind, so muß ich jetzt jeden Dienstag und Freitag schreiben, damit der nächstzuziehende Wechsel nicht gar zu schmal ausfällt. Es sind Aussichten vorhanden, daß Freiligrath mir einen regulär diskontierenden Handelsfreund verschafft.

Wenn Du einiges dazwischen machst, schicke ich das andere an Dich zur Durchsicht, wo Du dann nur die neuesten Nachrichten, die Du etwa im Débats oder sonst über Turkey siehst, oder wenn telegraphische Depeschen von besonderer Wichtigkeit, zu oder vorsetzen mußt und dann das Zeug nach Liverpool expedieren.

Für Dienstag erwarte ich einen Artikel von Dir.

Es wäre wichtig, etwas über die Stellung der Armeen usw. zu sagen. In den englischen Zeitungen steht viel Unsinn, zum Beispiel Omer Pascha solle über die Danube [Donau] gehen usw.

Zwei Artikel über die Handelskrise habe ich schon abgeschickt, einen am Freitag vor acht Tagen über die Bank of England, ihren Discount und das Wirken des Peelacts oder sein Wirken wollen viel mehr, einen am letzten Dienstag über die Getreidepreise, Zeichen _of overproduction_[2] usw. Es wäre wichtig, etwas Näheres über die _manufacturing districts_[3] zu haben.

Einliegend noch einiges von dem „Tribunemann“, und „_über_“ ihn von dem Editor der Tribune. Er scheint übrigens, _after all_,[4] kein Russe, sondern _a German_[5] zu sein.

Durch das Aufheben der Annoncensteuer hat Jones jetzt 3 Pfund 3 Schilling wöchentlich Annoncen – das _Paper is arriving to the paying point_.[6] Dann wird auch für Pieper eine Ressource erstehen.

Schreibe mir auch über die Fahrten Lupi, der, wie ich später hörte, erst vergangenen Sonnabend von hier abgeschoben ist.

Anliegend noch ein Ausschnitt aus der braven New-England-Zeitung.

---------- [1] Einen Artikel von Dir.

[2] Von Überproduktion.

[3] Fabrikdistrikte.

[4] Nach alledem.

[5] Ein Deutscher.

[6] [Das] Blatt nähert sich dem Punkt, wo es sich zahlt.

Manchester, 19. September 1853.

Lieber Marx!

Was mich bisher am Arbeiten und am Schreiben verhinderte, war die Gegenwart des „alten Herrn“ [W. Wolff], der einstweilen bei mir kampiert. Auf seinem _screwsteamer_[1] war kein Platz zu bekommen, auch war Borchardt sehr dafür, daß er erst hier versuchen sollte, Stunden zu bekommen, dazu hatte er noch Aussichten in Liverpool. Genug, er will sein Glück hier probieren, und ich mag ihn nicht merken lassen, wie die Tribune-Korrespondenzen manchmal entstehen, nachdem er sich in London so läppisch gegen Dich benommen hat. Es bieten sich hier einige Aussichten, und nachdem Borchardt und ich gestern mit ihm darüber gekohlt, ist er heute in Bewegung gesetzt worden, um sich umzusehen, so daß ich den Abend für mich haben werde und Dir also einen Artikel über den Stand des Geschäfts hier herum zusammenfabrizieren kann, der per zweite Post abgeht. Der russische folgt sobald wie möglich – ich halte den Verfasser für einen Ostseedeutschen oder halben Polacken, der Kerl hat offenbar viel Material, man muß also vorsichtig sein, aber er ist doch sehr gut zu fassen. Oder sollte es gar der in der Deutschen Londoner Zeitung an Nesselrode geschrieben habende Loewe sein?

Die Reform kommt mir sehr unregelmäßig zu, hast Du was von Cluß gehört?

Notabene. Da Lupus, wie ich heute aus Deinem Briefe sehe, sogar ohne allen Abschied fortgelaufen ist, so bekommt er natürlich nichts davon zu sehen, was Du mir schickst – _il reste parfaitement en dehors de tout_.[2] – – – Indessen, wir wollen sehen, ob eine verbesserte Position, wenn sie sich hier finden läßt, den alten Herrn nicht bald wieder herumbringt, und dann muß er auch gegen Dich Abbitte tun.

Ich gehe jetzt nach Hause, um zu arbeiten.

Dein F. E.

[2] Es wird ihm keinerlei Einblick gegeben.

29. September 1853.

Lieber Marx!

Inliegend der Artikel über die türkischen Armeen. Wenn Du mir schreibst, was Du morgen über die Streiks in Lancashire und über den _state of trade_[1] hinschickst, so werde ich daran anknüpfen können und bis Dienstag Dir einen ferneren Report über diese Sachen machen. Hier geben sich die Manufakturers und Merchants alle Mühe, sich gegenseitig vorzureden, die Geschichte sei nicht so schlimm, und der Guardian tut sein Bestes, aber es ist _all sham and humbug_.[2] Seit voriger Woche sind ordinäre Garne 1/4 Pence bis 3/8 Pence pro Pfund herunter, bei 9 Pence also 3 bis 4-1/2 Prozent, bei 8 Pence 3 bis 6 Prozent, bei 7 Pence 4 bis 7 Prozent Fall im Werte. Cotton ist zirka ein Achtel gefallen in derselben Zeit. Die Stocks häufen sich, der _demand_[3] auch im _home trade_[4] nimmt ab. Nach Australien ist so fürchterlich überspekuliert, daß 80 000 Barrels amerikanisches Mehl von dort zur Fracht von 8 Schilling pro Barrel _hierher_ weitergeschickt werden. Der australische _crash_[5] wird wohl in vier Wochen in der Blüte sein. Die „guten Nachrichten“ von Ostindien beschränken sich darauf, daß das Steigen der Preise dort und das Fallen der Preise hier zusammenaddiert immer noch einen Verlust lassen auf Exporte dahin. Nichts floriert, als der Trade mit Amerika und die Kornspekulation. In Upbridge sind schon 80 Schilling pro Quarter für prima Qualität Weizen bezahlt worden. _Corn looking up, yarn looking down_,[6] und die türkische Suppe _in the fairest possible way of boring our merchants all winter over_.[7] _Manufactured Goods_[8] fallen auch mit Glanz, und bei denen sind die Stocks noch viel fataler als beim Garn. Die Resolution der Fabrikanten, zu stoppen, schlägt ihnen also zwei Fliegen auf einmal: 1. Sie entwaffnet die Arbeiter; 2. sie verringert die Produktion. Die Prestoner erhalten gewiß ein allgemeines Dankvotum, wo nicht Entschädigung. In Ashton, Stalybridge und Glossop denken die Fabrikanten auch an Stoppen, hier auch einige. Indes hat das seinen Haken, da es bloß denen von Vorteil ist, die nicht stoppen, und den Stoppenden bloß Schaden bringt.

Lupus hat Aussicht, eine Korrespondentenstelle zu bekommen, wenn man Borchardt trauen darf. Der alte Herr studiert Russisch und dergleichen und schwärmt nach wie vor für die türkische Frage, wobei ich ihn gern lasse.

Grüße Deine Frau und Kinder.

Dein F. E.

---------- [1] Stand des Geschäftsganges.

[2] Alles Mache und Schwindel.

[3] Nachfrage.

[4] Heimisches Geschäft.

[5] Krach.

[6] Getreide sieht [strebt] in die Höhe, Garn in die Tiefe.

[7] Im denkbar schönsten Gange, unsere Kaufleute den ganzen Winter über zu peinigen.

28 Deanstreet, London, 30. September 1853.

Lieber Frederic!

Die Kriegsgeschichte famos. Ich selbst hatte bedeutende _misgivings_[1] über das westliche Vorrücken der _Russian forces_,[2] wagte aber natürlich nicht, _to trust to my judging_[3] in solchen Sachen. Ich habe eine große Reihe Streikartikel schon gebracht, in Intervallen, seit den sechs Monaten, wo die Sache dauert. Jetzt allerdings ein neuer _turn_[4] eingetreten. In dem Artikel, worin ich Deine _strike generalities_[5] benutzte, habe ich eine Menge _Namen_ von _strikes localities_[6] genannt, auch die Preston- und Wigangeschichte. Über Manchester konnte ich keine Details auftreiben. Die _Preston manoeuvre_[7] habe ich dargestellt (sehr kurz notabene) 1. als Versuch der Fabrikanten, ihren _Rückzug_ vom Überproduzieren durch die Arbeiter zu _decken_, die sie gezwungen durch ihre Forderungen, die _mills_[8] zu schließen; 2. als Versuch _to starve the operatives into submission_.[9] Du siehst, daß ich mit meiner _history of strikes_[10] nur bis vergangenen Dienstag gehe und ohne Manchester zu berühren.

Die Notizen über Garne und Cottonpreise, womöglich auch über die Preise von _goods_[11] könntest Du vielleicht noch etwas ausdehnen, so daß es wenigstens einen Paragraphen in einem Briefe gibt.

Ich muß natürlich in jedem Briefe, außer dem nützlichen Thema, Schritt vor Schritt den russischen Noten und den englischen _Foreign Policy_[12] (und brav! ist sie) folgen, da die _Esel_ in New York dies für die Hauptsache halten und, _after all_,[13] nichts leichter zu behandeln ist als diese _high_[14] Politik.

Bis nächsten Dienstag über _acht Tage_ werde ich einen Artikel über die _Oriental Church_[15] fertig haben und bis _nächsten Freitag über acht Tage_ den ersten von drei Artikeln über Dänemark, wo die verschiedenen Ständeversammlungen wieder nächsten Monat auf die Bühne treten. Wenn irgend ein militärisches _movement_[16] sich erfüllt, so verlasse ich mich auf sofortige Instruktion aus dem Kriegsministerium zu Manchester, und ebenso in bezug auf _cottons_[17] und _yarns_,[18] worüber die Berichte in den hiesigen Zeitungen miserabel.

Vor allem will ich die Kerls totschreiben, da der Moment günstig ist, und wenn ich von Dir gleichzeitig Zufuhr erhalte, so kann ich die Themata über längere Zeiträume verteilen. Es kommt hinzu, daß ich ohne meinen Sekretär etwas ängstlich mit dem Englischen bin.

_Keinen_ Gruß an Lupus.

Dein K. M.

[2] Russischen Truppen.

[3] Meinem Urteil zu trauen.

[4] Wendung.

[5] Allgemeine Bemerkungen über die Streiks.

[6] Streikorte.

[7] Manöver in Preston.

[8] Fabriken.

[9] Die Arbeiter bis zur Unterwerfung auszuhungern.

[10] Geschichte der Streiks.

[11] Stückwaren.

[12] Auswärtige Politik.

[13] Schließlich.

[14] Hohe.

[15] Orientalische Kirche.

[16] Bewegung.

[17] Baumwolle.

[18] Garne.

8. Oktober 1853.

Lieber Engels!

Schon seit zehn Tagen kein Sou mehr im Haus. Daß Spielmann mich betrogen hat, davon habe ich jetzt die Beweise in der Hand, aber _à quoi bon_?[1] Die New Yorker Firma hat nämlich auf mein Verlangen den Wechsel nebst einem Schreiben mir zurückgeschickt, woraus hervorgeht, daß sie schon am 22. _Juli_ gezahlt, während ich das Geld erst Ende September erhielt.

Ich habe nun wieder 24 Pfund Sterling zu ziehen. Seit Piepers Einkerkerung habe ich sechs Artikel eingeschickt, darunter einen fulminanten _acte d’accusation_[2] gegen Palmerston, worin ich seine Karriere von 1808 bis 1833 verfolge. Die Fortsetzung werde ich schwerlich bis Dienstag liefern können, da viele _blue-books_ und Hansard [Parlamentsdebatten] nachzuschlagen und Freitag und heute mit Geldlaufereien zum Teufel gegangen sind. Den Freitagsartikel habe ich in der Nacht geschrieben, dann von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr meiner Frau diktiert, und dann mich auf die Beine nach der City gemacht. Freiligrath verspricht – und wird alles dafür ins Werk setzen, als eigenes _Endossement_[3] seinerseits usw. –, mir den Wechsel bei Bischofsheim zu diskontieren, kann die Sache aber vor acht bis zehn Tagen nicht bewerkstelligen.

Von den vielen Annehmlichkeiten, die ich seit Jahren hier durchmache, sind mir die größten regelmäßig durch sogenannte Parteifreunde...bereitet worden. Heute erzählt mir Freiligrath, daß Franz Joseph Daniels in London sei und mit dem roten Wolff bei ihm war. Zu mir, erklärte er, nicht zu gehen, weil ich seinen Bruder durch X. zur Haft gebracht habe, die sonst nicht stattgefunden hätte. X. kam im Februar 1852 zuerst zu mir und Daniels wurde im Mai 1851 eingesperrt! Also sehr _retrospective_[4] Wirkung. Dieser ganz infame Klatsch (der Lohn für meine Bemühungen und Zeitverluste und sonstigen angenehmen Resultate, durch den Prozeß verursacht) wird natürlich begierig ergriffen, um die eigene Jämmerlichkeit mir gegenüber und das feige Zurückziehen zu decken. Veranlaßt aber ist die Lumperei rein durch das hier und dorthin kolportierte Knurren der Herren, die sich die bequeme Portion von der Sache vorbehielten, den Kaviar, – sonst aber sehr willig waren, mir die Arbeit zu überlassen.

Wenn ich bequem, [oder] wenigstens sorgenlos lebte, würde ich natürlich pfeifen auf diese Gemeinheiten. Aber den bürgerlichen Dreck jahrelang noch mit diesem und ähnlichem Dreck gewürzt zu bekommen, _c’est un peu fort_.[5] Ich habe bei der nächsten Gelegenheit vor, _öffentlich_ zu erklären, daß ich _mit keiner Partei etwas_ zu tun habe. Unter dem Parteivorwand bin ich nicht länger geneigt, mich insultieren zu lassen von jedem Biedermann der Partei.

Du siehst, wie nötig es ist, meine Broschüre nach Deutschland zu bringen. Da du es nicht kannst, schicke mir die Adresse von Strohn, mit dem ich mich über die Sache benehmen will.

Einliegend Brief von Cluß. In seinem Aufsatz gegen die Neu-England Zeitung hat er, wie ich glaube, passend allerlei Passagen aus meinen Briefen über Carey usw. zusammengestellt.

Dein K. M.

[3] Girounterschrift.

[4] Rückwärts gerichtet.

[5] Das ist ziemlich stark.

12. Oktober 1853.

Lieber Engels!

2 Pfund erhalten. Sie kamen um so gelegener, als Oxford, Freiligraths Prinzipal, noch nicht von seiner Reise zurückgekehrt ist.

Was die Tribune angeht, so werde ich bis Freitag Artikel 2 über Palmerston fertig haben. Artikel 3 und _ultimus_,[1] der die Periode von 1848 bis 1853 umfaßt, erheischt so viele _blue-books_ und Parlamentsdebatten, daß ich, Sonntag _falling out as far as the British Museum is concerned_,[2] ihn unmöglich bis Dienstag liefern kann. Es wäre mir also vom höchsten Nutzen, auch für Zeitgewinn, wenn ich für Dienstag durch dich _supplirt_[3] würde. Aber was? Ich weiß es wahrhaftig nicht. Vielleicht Tagespolitik, wo ich bloß das Allerneueste hinzusetze. Vielleicht, wenn Du den Gegenstand so weit verfolgt hast, Einfluß der bestehenden Krise auf _doing away with the Bonaparte regime_.[4] Ich glaube, daß es hohe Zeit ist, die Aufmerksamkeit auf Frankreich zu lenken, wo die Katastrophe doch _eclatiren_[5] wird.

Der Getreideausfall und der Weinausfall. Durch den wohlfeilen Brotpreis Paris anlockend die Arbeiter aus ganz Frankreich und so das Revolutionsheer rekrutierend, während diese neu Einwandernden die ohnehin sinkenden _wages_[6] der Pariser drücken. Brotaufstände in Elsaß-Lothringen, Champagne. Knurren der Bauern über die Bevorzugung von Paris, der Arbeiter über die kostspieligen Huldigungen an die Armee, der Bourgeois über die gewaltsame Einmischung in die ökonomischen Gesetze zugunsten der Arbeiter. Fallende Nachfrage vor allem nach Luxusartikeln.

Beginnendes _closing_[7] von _workshops_.[8] Im Gegensatz zu der ganzen Misere die _lavish expenditure_[9] und Börsenschwindeleien der Familie Bonaparte. _Hollowness_[10] des ganzen Kreditsystems, in reines kolossales Schwindelinstitut verwandelt unter Leitung des Lumpenproletarierkaisers und des Juden Fould. Börse, Bank, Eisenbahnen, Hypothekenbanken und was der Schwindelinstitute mehr sind. Das Regime Louis Philipp in den letzten Tagen reproduziert, aber kombiniert mit allen Schweinereien und nichts von den _redeeming features_[11] des _Empire_[12] und der Restauration.

_Pressure_[13] der Regierung auf die Bank. Steuerexekutor rigoröser eintreibend auf dem Lande. Budget. Alle städtischen Administrationen, weil der Prosperität unter die Arme gegriffen werden sollte, scheußlich verschuldet. Dann der Einfluß der oriental[ischen] Frage auf die _funds_,[14] und gefährliche Exploitation der Schwankungen der Papiere durch den Hof selbst. Demoralisation der Armee. Es wäre noch besonders hervorzuheben, wie die Manifeste, Ausrufe usw. der Gesinnungsmänner Ledru, L. Blanc und vor allem Foulon (?) nicht die Laus _gemoved_[15] haben, wie aber die soziale und ökonomische Krise die ganze Schmiere in Bewegung bringt usw. Ich weiß natürlich nicht, ob Dir das Thema zusagt.

Jedenfalls laß mich wissen, ob ich bis Dienstag _articulum_ zu erwarten habe oder nicht, da ich mich danach richten muß.

Dein K. M.

---------- [1] Der letzte.

[2] [Da Sonntag] ausfällt, soweit das Britische Museum in Betracht kommt.

[3] Ergänzt.

[4] Beseitigung des Regime Bonaparte.

[5] Ausbrechen.

[6] Löhne.

[7] Schließen.

[8] Werkstätten.

[9] Verschwenderische Ausgaben.

[10] Hohlheit.

[11] Ausgleich bietende Seiten.

[12] [Das erste] Kaiserreich.

[13] Druck.

[14] Staatspapiere.

[15] In Bewegung gesetzt.

28 Deanstreet, Soho, 28. Oktober 1853.

_Dear Frederic!_ _Mes remerciements pour les deux articles._[1] Ich fürchte, Du bist etwas zu sehr von Herrn Schmitt für Rußlands militärische Leistungen eingenommen. Zunächst, was den Feldzug von 1828 bis 1829 betrifft, war er miserabel nach dem Urteil der meisten _contemporains_,[2] unter anderem beziehe ich mich auf den Adjutanten des _Duke of_[3] Wellington an letzteren, veröffentlicht im Portfolio. Die Festungen wurden mehr noch gekauft als gestürmt. Überhaupt spielte die _bribery_[4] eine Hauptrolle. Nachdem er den Balkan passiert, war Diebitsch nicht sicher, ob er komme um zu siegen oder elendiglich gefangen und abgeschnitten zu werden. Was ihn rettete, war wieder _bribery_[4] eines der kommandierenden Paschas und die _utter dissolution_[5] der türkischen Armee. Rußland fing den Krieg an, nachdem die Flotte bei Navarin vernichtet, die alte Organisation der türkischen Armee durch Mahmud vernichtet und noch keine neue geschaffen war. Die Umstände sind jetzt jedenfalls andere.

Das Débats der letzten zwei Wochen hat Artikel über die Feldzüge von 1828 bis 1829 veröffentlicht, die ich indes nicht gelesen. Über das weitere Material werde ich auf der Bibliothek nachsehen.

Ich schicke Dir die Fortsetzung des Palmerston. Jones hat um die weitere Fortsetzung mir geschrieben. Ich habe ihm noch den einen Artikel geschickt, aber mit der Bemerkung, daß er nichts mehr bekäme, wenn die Sauerei mit den Druckfehlern (diesmal kraß und sinnentstellend) nicht aufhört. Das Manuskript war sehr schön geschrieben.

Einliegend Heinzens Hochtaten.

Dein K. M.

---------- [1] Meinen Dank für die zwei Artikel.

[2] Zeitgenossen.

[3] Herzog von.

[4] Bestechung.

[5] Völlige Auflösung.

28 Deanstreet, Soho, 2. November 1853.

Lieber Engels!

Du mußt mir bis übermorgen, wenn auch nur ein oder zwei Seiten (im Falle Du keine Zeit hast) schreiben über die _crossing der Danube_[1] von seiten der Türken und ihr Nehmen von Kalafat. Ich habe die Nachricht gestern als _very doubtful_[2] gegeben. Sie scheint sich aber zu bestätigen, und jedenfalls weißt Du aus den morgigen Zeitungen, wie es mit der Sache steht. Ich kann nun weder schreiben darüber, noch als „gesunder Menschenverstand“ darüber sprechen, seitdem die wissenschaftliche Beurteilung einmal angefangen ist. Nach den Nachrichten der französischen Blätter hätte _Schamyl_ die Russen bedeutend geklopft, bedroht selbst Tiflis, und hätte General Woronzoff an seine Regierung geschrieben, daß er Georgien, sobald es von zwei Seiten bedroht werde, nicht halten könne ohne bedeutende Verstärkungen.

Die Tribune macht in der letzten Zeit bedeutenden Gebrauch von der Annexationspolitik. Erstens ist Dein erster militärischer Artikel als Leader annexiert worden, und zweitens mein Palmerston, dessen Fortsetzungen nun von vornherein annexiert [sind]. Kurios, wie es Dir erscheinen mag, ich bin durch das genaue Nachgehen in die Fußstapfen des noblen _Viscount_[3] seit zwanzig Jahren auf denselben Schluß gekommen, wie Monomane Urquhart, daß Palmerston seit mehreren Dezennien an Rußland verkauft ist. Sobald Du die Fortsetzungen meines Artikels (speziell die Sache über den syro-türkischen Konflikt) gelesen hast, erwarte ich Deine Ansicht über die Sache. Es ist mir lieb, daß ich durch den Zufall dazu gekommen bin, die auswärtige Politik – die diplomatische – seit zwanzig Jahren mir in der Nähe anzusehen. Wir hatten diesen Punkt zu sehr vernachlässigt, und man muß wissen, mit wem man es zu tun hat.

Die ganze Diplomatie reproduziert im großen Stieber und Ko.

Der New Yorker Enquirer, redigiert von General Webb – (ich habe den Artikel nicht selbst gelesen) – hat auf den Dir geschuldeten Leader der Tribune einen Angriff gemacht. Die Sache sei wissenschaftlich richtig, aber ein Türkenkrieg werde nach anderen Prinzipien geführt. Die Türken würden unter allen Umständen drauf losgehen usw.

Wie steht’s mit dem Fabrik-Pro–le–ta–ri–at?

Dein K. M.

---------- [1] Überschreiten der Donau.

[2] Sehr zweifelhaft.

[3] [Adelstitel Palmerstons.]

28 Deanstreet, Soho, 6. November [1853].

Lieber Engels!

Einliegend Schimpferei des großen Karl Heinzen in seinem Herold des Westens über mich und Kommunismus.

Zugleich Brief von Cluß. Du ersiehst daraus, daß Willichs Brandrakete mit der nächsten Post anlangen wird. Das Schlimme ist, daß die Kerls ihre Schmiererei durch ganz Deutschland kolportieren werden, während mein Pamphlet ruhig in Manchester und London schläft – und daß sie in Heinzen wieder ein breitmäuliges Echo besitzen, während einige Monate