SigPhi · Kurt Koffka

Die Grundlagen der psychischen Entwicklung

German

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aus, sie wird gewiß nicht so eine Schlinge, wie wir sie sehen können, ein kreisrundes oder elliptisches Gebilde bestimmter Größe und bestimmter Farbe, aber sie wird ein „Ding zum schlagen" oder ein „Ding zum bewegen" und sie wird Mittelpunkt der ganzen Situation, i Die Situation ist für das Tier aber im Wesentlichen gekennzeichnet durch die Beschreibung: „Zustand, aus dem ich hinaus zu dem draußen liegenden Futter will." Wenn nun die Schlinge in diese Situation als Mittelpunkt eingeht, so heißt das, die Schlinge und die Bewegungen an der Schiinge sind nicht sinnlos, sondern das Tier kommt dazu, diese Handlung mit dem Futter draußen irgend- wie zu verbinden. Die Theorie des völlig sinnlosen Lernens läßt sich nicht aufrecht erhalten.

Wir sagten: die SchUnge wird zu einem „Ding zum bewegen". Wir haben hier eine phänomenale Beschreibung» die an eine frühere erinnert. Wir haben im vorigen Kapitel vom Unterschied der „Durch- gangs-" und „End-Situation" gesprochen. Lidem die Schlinge den genannten Charakter erhält, bekommt sie die „Dm:chgangs"-Eigenschaft, versehen mit einer gewissen Bestimmtheit der Art und Weise dieses Durchgangs. Sie bekommt diesen Charakter, ein Reiz, der ur- 124 ^^^ Bpeziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung sprüDglich zu einem anderen Phänomen führte, — die Schlinge vnrd zunächst mehr oder weniger in der Gesamt-Situation verschwommen sein, — führt infolge des Lernens zu einem neuen Phänomen. Wir wollen uns hier die Untersuchung schenken, aus der folgt, dafi dies auf einer bloßen Assoziation, noch konsequenter auf einer blofien Gangbarer-Machung einer schon vorhandenen Verknüpfung nicht ber ruhen kann. Wir werden bald prinzipiell gegen die Assoziations* Hypothese ai^gumentieren, sodaß wir auf diese Diskussion hier ruhig verzichten können. Dann aber haben wir ein wichtiges Resultat erreicht: Dadurch, daß die Schlinge diesen bestimmten Durchgangs- Charakter erhalten hat, ist etwas wirklich Neues geleistet worden* Ganz allgemein: das Lernen in den Versuchen von Thorndike führte auf sensorischem Gebiet zu Neuschöpfungen.

Daß wir hier nicht den Tatsachen eine ihnen fremde Deutung aubwingen, dafür gibt es nun noch in den Versuchen von Thorndike selbst einen ganz bestimmten Anhaltspunkt. Mit sieben Katzen wurden außer den bisher beschriebenen auch noch Versuche anderer Art gemacht, die sich sehr wesentlich von den übrigen unterscheiden. Das Tier kann sich überhaupt nicht mehr selbst befreien, der Kasten wurde vom Versuchsleiter geöffnet, sobald die Katzen sich leckten (4 Tiere) oder sich kratzten (3 Tiere). Auch das gelang. Man ist nun ^gespannt zu erfahren, ob sich die Tiere in diesem Falle.. • irgend anders verhalten als in jenem...; denn hier handelt es sich ja offenbar um eine Art von experimentum crucis^ ^^*). Das ist nun in der Tat der Fall. „In all diesen Fällen erscheint eine merk- liche Tendenz, deren Ursache ich nicht weiß, die Handlung zu reduzieren, bis sie die bloße Spur eines Leckens oder Kratzens wird. •. Weiter aber, wenn man gelegentlieh die Katze nach dieser schwachen Reaktion nicht herausläßt, so wiederholt sie nicht etwa sofort die Bewegung, wie sie das tun würde, wenn sie z. B. einen Drücker ohne Erfolg herabdrücken würde. Auch den Grund dieses Unterschieds kenne ich nicht""*).

Köhler weist mit Recht darauf hin, daß hier eins der inter* essantesten von allen Ergebnissen Thorndikes vorliegt. Wir können es so aussprechen: das Verhalten des Tieres ist typisch anders, wenn die Bewegung, durch die es seine Freiheit erlangt, objektiv gänzlich sinnlos, mit der Befreiung durch keinerlei inneren Zusammenhang verbunden ist, als dann wenn die Bewegung selbst doch direkt, wenn auch in noch so undurchsichtiger Weise, zum Erfolg führt. Und der Unterschied im Verhalten entspricht dem Unterschied der Bedingungen. Dieser Unterschied wird nur ver- ständlich durch die Annahme, daß für das Tier die kritische Be- Google Ruger*s vergleichende Versuche an Menschen 123 wegODg in den zwei Fällen in verschiedener Weise in der Situation drinsteht, d. h. aber: die Bewegung muß überhaupt für das Tier irgendwie mit der Situation zu tun haben, die Behauptung, das Tier lerne völlig sinnlos, muß angegeben werden.

6. Buger's yergleichende Yersuche an Menschen.

Wir können unsere Betrachtungen dadurch ergänzen, da& wir fragen: wie benehmen sich Menschen ähnlichen Aufgaben gegen- über? Auch diese Frage ist in Amerika untersucht worden, und es ist wohl begreiflich, daß ein Forscher, der dies Problem angegriffen hat, H. A. Ruger^^^), durch eine Untersuchung an Tieren dazu angeregt wurde, die er unter Leitung von Thomdike ausführte. Freilich brauchte er Menschen nicht in Käfige zu sperren, und sie durch den Drang nach Freiheit und Futter zur Anspannung ihrer Kräfte zu zwingen. Der gute Wille, die vom Yersuchsleiter gestellte Aufgabe zu lösen, verstärkt durch den Ehrgeiz, solche Prüfungen möglichst gut zu be- stehen, ersetzt beim Menschen die elementareren Triebkräfte. Die Aufgabe bestand dann, mechanische Yexier-Bätsel zu lösen. Die Yp. bekommt irgend ein Draht-Gestell in die Hand und soll aus diesem Gestell irgend einen Teil herauslösen. Die Zeit vom Beginn bis zum Gelingen der Lösung wird gemessen, der Versuch wird, immer mit Zeitmessung^ wiederholt, bis die Lösung sofort geUngt. Es handelt sich etwa um ineinandergeschlungene Ringe, Sterne oder dgl., die Yp. hat herauszufinden^ welches Element überhaupt aus dem Gestell gelöst werden kann und wie dies zu geschehen hat. Sie ist gegenüber den Hunden und Katzen Thorndikes sehr im Vorteil, als ihre Aufgabe wesentlich bestimmter ist, als die jener Tiere^ für die nur das eine Ziel bestand, aus dem Kasten herauszukommen, aber es besteht insofern eine große Ähnlichkeit zwischen diesen Menschen- und jenen Tier- Versuchen, als im allgemeinen von vornherein ein einsichtiges Verstehen der Lösung nicht möglich war. Besonders sUirk wirkte in dieser Richtung, daß die zu lösenden Gestelle drei- dimensionale Gebilde waren^ denen gegenüber die konstruktiven Fähig- keiten der meisten Vpn. sehr bald versagten. Immerhin, wir wissen, daß der Mensch verstehen möchte, daß das Verständnis ebenso- jsehr sein Ziel ist, wie die Lösung selbst, während das Tier ja nur aus dem Kasten entrinnen will. Und doch, das Verfahren, mit dem die Menschen in diesen Versuchen zur Lösung kamen, glich sehr häufig dem Verfahren der Tiere in den Thorndike- Versuchen. „Die Zeiten für mehrere Male hintereinander erfolgte Lösungen blieben oft hoch und schwankend, die Zeiten für spätere Versuche einer Reihe waren oft größer als die für die erste erfolgreiche Lösung...

Google 126 ^^® speziellen Tateachen der psychischen Entwicklung In praktisch allen Fällen spielten Zufalls-Bewegungen eine Rolle, in yielen F&llen sogar eine sehr bedeutende^ auf dem Weg zuni Erfolgt ^^^y Es kamen natürlich auch richtige Denkleistungen und damit ver- bunden steile und dauerhafte Abtälle der Zeit-Kurve vor» aber die Regel waren sie nicht, ja das Verhalten konnte so „töricht' sein, dafi Handlungen» die überhaupt zu keiner Yerfinderung der Situation führten, gelegentlich unbegrenzt und unverändert wiederholt wurden. Schon hieraus können wir sehen, wie voreilig die Schlufiweise Thorndikes ist Seine Haupt-Argumente waren ja die Zeit-Kurven und die törichten Fehler, seine Schlüsse müßten sich also auch auf Menschen übertragen lassen; aber es mag jemand noch so unbegabt sein für derartige Aufgaben, daß seine Bewegungen mit der Lösung etwas zu tun haben, das weiß er. Wenn er im Verhalten viel&ch den Tieren gleicht, so darf man also auch bei Tieren nicht diesen extremen Schluß ziehen.

Die Versuche mit Menschen haben nun den großen Vorteil vor den Tier- Versuchen, daß die Objekte der Untersuchung uns selbst Auskunft geben können, wie sich der Verlauf für sie darstellt, kurz, daß wir auch über das innere Verhalten mehr oder weniger voll- ständige Auskunft erhalten und nicht lediglich auf Schlüsse ange- wiesen sind. Fragen wir jetzt im einzelnen: worin bestand das Lernen in diesen Versuchen. Geben wir die Antwort im voraus: Lernen war in diesen Versuchen, neben einer bloßen Ausbildung der manuellen Geschicklichkeit, wesentlich eine Organisation des ganzen Verhaltens. Wir schließen die wenigen Fälle, die von An- fang an durch reine Denk-Leistungen gelöst wurden, von unserer Betrachtung aus, und verfolgen nun diesen Organisations-Prozeß noch etwas genauer: eine erfolgreiche Bewegung sei durch Zufall zustande gekommen, dann ist meist die erste Folge die, daß jetzt die Gegend, in der gerade gearbeitet wurde, oder die besondere Art von Be- wegung sich heraushebt und nun zum Zentrum des Verfahrens wird. In sehr vielen Fällen kommt es zur bloßen „Orts- Analyse**, d. h. jetzt weiß man, wo man zu arbeiten hat, die Folge ist ein starkes Abfallen der Zeit-Kurve, das von Dauer ist. Nicht ein allmähliches ausschalten unzweckmäßiger Bewegungen findet statt, sondern plötzlich fallen zahlreiche, an anderen Stellen ausgeführte Bewegungen fort Ruger weist mit Recht darauf hin, daß viele scharfe Knicke in den 2^it- Kurven von Tieren auf diesem Faktor beruhen können.

Was für diesen ein&chsten Fall gilt, erwies sich auch für kompli- ziertere als zutreffend. Neue Variationen der Bewegungen, die erfolgreich waren, kamen weit öfter unbeabsichtigt, zufällig, als beabsichtigt vor. Ihr Einfluß ayf die Zeit-Kurve hing aber direkt von der bewußten Google Ruger*B vorgleichende Versuche an Menschen 127 Verwertung dieser Variationen ab. D. b. eine neue Bewegung, die zum Erfolg fübrt, bleibt nur dann wirklieber Besitz des Individuums^ wird nur dann das nächste Mal wieder verwendet^ wenn sie als solche aufge&Uen, ja in ihrer Bedeutung erkannt ist. Je besser da» Verständnis» desto stärker der Einfluß. Auch dies Ergebnis, das» wie wir sehen werden, bei rein motorischem Lernen nicht gilt, ist wichtig für die Beurteilung der Tier-Leistungen.

Dies Verständnis wird näher beschrieben. Es ist keineswegs ein Vorgang, der auf die Vorstellungen des Menschen beschränkt ist, sondern kann sich ganz und gar in den Wahrnehmungs- Phänomenen selbst abspielen. Der Wahrnehmungs-Stoff erleidet,, oft blitzartig und äußerst eindringlich, eine Umwandlung, die nicht etwa darin besteht, daß Vorstellungen hinzutreten. Davon wird natürlich die motorische Seite beeinflußt, die Handlung wird dem neu geformten Wahmehmungs-Feld angepaßt und es findet eine Organisation der perzeptiven wie der motorischen Seite des Ver- haltens statt. Diese kann sehr verschiedene Grade der Vollkommen- heit besitzen: in der niedrigsten Stufe bleibt der ganze Prozeß eine Reihe von willkürlich einander folgenden Schritten, die Einheit ist schon enger, wenn etwa diese Schritte in einem Rhythmus aufein- ander folgen, als oberste Stufe tritt eine von Anfang bis zu Ende einheitlich ganz mit Sinn erfüllte Handlung auf.

Wir werden daraus die Lehre ziehen, daß auch in den Tier- Versuchen irgend ein Grad solcher Organisiertheit, kein bloßes äußeres Nacheinander, vorliegen wird.

Übertragung, d. h. erfolgreiche Anwendung einer unter bestimmten Bedingungen erlernten Methode auf veränderte Bedingungen war stets sinngemäße Übertragung, setzte also Verständnis voraus. Eii^ schöner Versuch bestätigte diesen Satz von der negativen Seite. Eine Vp. wurde einmal mit einem bestimmten Gestell geprüft, dann wurden ihr alle Einzelhandlungen, die zur Lösung des Rätsels nötig waren, in organischer Aufeinanderfolge vollkommen eingeübt, und ihr dann das Gestell in der gleichen Form wie das erste Mal wieder vorgelegt. Da erkannte die Vp. nicht, daß die eingeübten Bewegungen irgend etwas mit diesem Gestell zu tun hatten, und wendete die frisch gelernten Bewegungen nicht zur Lösung an. Das ist auch ein Beweis dafür, daß die Organisation die motorischen und perzQptiyen Bestandteile gemeinsam umfaßt.

Dagegen konnte öfters beobachtet werden, wie ein eingeübtes Verfahren leicht durchbricht, auch wenn die Vp. schon erkannt hat,, daß es bei der neuen Aufgabe zwecklos ist. Diese „Perseverations- Ten den z** solcher Methoden verdient gleichfalls im Hinblick auf Google 128 ^^^ speziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung die schon besprochenen wie auf demnächst zu besprechende Tier- Versuche volle Beachtung.

Wir haben durch diese Versuche einen Elinblick gewonnen in das Verhalten von Menschen gegenüber Situationen, die ihnen zu- nächst mehr oder weniger uneinsichtig waren. Es hat sich heraus- gestellty daß die Verbesserung der Leistung Hand in Hand geht mit einer Zunahme der Einsicht selbst. Wir brauchen dies Wort hier ganz ohne theoretische Voraussetzungen, in dem Sinne, wie es jeder versteht. Jemand der weifi: „hier mu6 der Bing gelöst werden, dazu muß ich erst dies Stück bewegen, dann jenes, dann so drehen, usw.", -dessen Verfahren bei der Lösung dieses Rätsels werden wir ein- sichtiger nennen als das eines Menschen, der ohne Plan an dem 'Gestell hin- und herzerrt. Wenn aber ein anderer weiß: „der Ring äst in der und der Weise mit den und den Teilen verschlungen, diese sind wieder so und so ineinander gedreht, usw.**, so wird dessen Verhalten als noch einsichtiger gelten können. Die Be- dingungen in diesen Versuchen waren aber absichtlich, um möglichst •den Tier- Versuchen.ähnlich zu sein, so gewählt, dai die Einsicht aus uneinsichtigem Verhalten dadurch entstand, daß dies durch .Zufall zum Erfolg führte.

6. Einsichtiges Lernen von Tieren. KShlers Versuche mit Sehimpansen.

Lassen sich nun auch Versuche so anstellen, daß Einsicht entsteht ohne die Hilfe des Zufalls, losgelöst vom uneinsicbtigen Verhalten? Wenn wir genau bedenken, was das heißt, so werden wir sehen, daß für solche Versuche Tiere und Kinder in besonders hohem Maß geeignet sind. Wir Erwachsene bringen für die Aufgaben, die uns gestellt werden^ schon eine Reihe fertiger Methoden mit, die wir nur übertragen müssen, aber wie diese Methoden das erste Mal gebildet wurden, das ist nicht festzustellen. Wählt man Au^ben, die solche Übertragung nicht gestatten, dann wird man nicht leicht etwas passendes finden, man wird meist auf so schwere Aufgaben kommen, daß man mit ihnen keine Versuche machen kann.

Will man Tier- Versuche machen, so wird man, dem Sinn der Aufgabe entsprechend, zunächst mit solchen Arten beginnen, von denen man relativ die besten Leistungen erwarten darf. Von diesem Gesichtspunkte aus Mit die Wahl ohne Zögern auf die Menschen- Affen, es war daher eine wissenschaftliche Tat, als die preußische Akademie der Wissenschaften auf der Insel Teneriffa eine eigene zur Beobachtung dieser Tiere bestimmte Station gründete. Und Google Einsichtiges Lernen von Tieren l2o W. Köhler hat als Leiter dieser Station gerade dem jetzt zur Diskussion stehenden Problem einen Hauptteil ueiaer Arbeit ge- widmet und die Ergebnisse in einem nicht nur wissenschaftlich her- Yorragenden» sondern auch als blo&e Schilderung des Lebens der von ihm beobachteten Schimpansen ungewöhnlich schönen Buch niedergelegt, das von allen, die es mit der Untersuchung und Leitung mensdilicher Litelligenz zu tun haben, gründlich studiert werden sollte"«).

Wenn es gelingt, beim Schimpansen „echte", einsichtige Lösungen neuer Angaben zu finden, die nicht durch Zufall entstanden sind, dann muß solches Verhalten der Schimpansen uns ganz neue Ein* blicke in das Wesen der Einsicht selbst werfen lassen. Was bei uns geläufig geworden ist, das wird dort wieder plastisch hervor- fcreten» gerade die einfachsten Intelligenz-Leistungen werden der wissenschaftlichen Beobachtung, dem Experiment, zugänglich, die fOr die Theorie besonders wichtig, am erwachsenen Menschen aber nicht mehr zu untersuchen sind. Wir werden uns mit den Eöhler'schen Versuchen ausführlich beschäftigen, weil sie uns die erwarteten Einblicke wirklich verschaffen, weil sie damit gerade für die Lösung eines unserer Haupt-Probleme, von der allergrößten Wichtigkeit sind, für das Problem des Lernens im allgemeinen und die Frage nach dem Zustandekommen der ersten Leistung, unser „Erfolg-Problem" (vgL ob. S. 109) im besondern.

Wir stellen also mit Köhler die Frage: handeln Schimpansen einsichtig? Das Untersuchungs-Prinzip Eöhler's war das folgende: „Der Versuchsleiter stellt eine Situation her, in welcher der direkte Weg zum Ziel nicht gangbar ist, die aber einen indirekten Weg offen lä&t. Das Tier kommt in diese Situation, die (der Möglich- keit nach) völlig überschaubar ist, und kann nun zeigen, bis zu welchem Verhaltenstypus jseine Anlagen reichen, insbesondere ob es die Aufgabe auf dem möglichen Umwege löst^^^^). Das Kriterium für Einsicht ist hier die Fähigkeit des Tieres, von sich aus einen Umweg zu wählen; die Versuche sind, nach dem von mir gesperrten Worten, durchweg so eingerichtet, daß, im Gegen- satz zu den Kasten- Versuchen Thomdike's, das Tier keine mensch- lichen Kenntnisse braucht, um den Umweg einzuschlagen.

Kann, so möchte man einwenden, die Wahl des Umwegs nicht auf Zufall beruhen? und wird damit nicht Köhler's Kriterium hin- fällig? Diese Frage wird durch die einfachste Beobachtung des wirklichen Verhaltens klar beantwortet, echte und Zufalls-Lösungen sind in ihrer äußeren Ansicht so von einander verschieden, daß man die Entscheidung ohne jedes Schwanken treffen kann. Bei der ZQ Die speziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung Zufalls-Lösimg läuft das Tier bald hier, bald dorthin, jede Bewegung ist uuabhäDgig yon der andern, und nur im ganzen geometrisch addiert ergiebt sich eiüe Bahn-Kurve, die beim Ausgangspunkt an- fängt und beim 2jiel endigt Gänzlich anders sieht eine echte Lösung aus: das Tier eilt in einer einzigen geschlossenen Kurve von seinem Standort zum Ziel. Oft folgt auf ein ratloses probieren die echte Lösung: dann ist der Unterschied besonders auffällig, das Tier macht plötzlich eine Art Ruck, stutzt, und bringt nun in einem Zug, in ganz neuer Richtung, die Lösung zustande. Wir werden gleich Beispiele kennen lernen. Was fOr die Tiere gilt, trifft genau so für Kinder zu, an denen Köhler schon eim'ge ParaUel-Versuche aus- geführt hat, worin ihm Bühler gefolgt ist Beim Kind ist der Moment, in dem die richtige Lösung eintritt, oft ganz deutlich am Gesichtsausdruck zu erkennen, sein Gesicht leuchtet förmlich auf. Auch bei den Schimpansen konnte Köhler solche Ausdrucks- Ver- änderungen beobachten.

Ein weiteres Prinzip Köhler's bestand darin, da£ mit einfachsten Au^ben begonnen und planmäßig zu schwierigeren fortgeschritten wurde. Erst dadurch kann man im Einzelfall mit Sicherheit er- kennen, an welchem Bestandteil der Au^be das Tier scheitert^ warum es etwa irgendwelche Fehler macht.

Zunächst^ als erste Probe, machte Köhler den folgenden Versuch (vgl. Figur 7). Ein offenes Körbchen, das Früchte enthält, ist mit (Figur 7. Aus Köhler: 'Intelligenzprüf ungen.)

Hilfe einer Schnur, die durch einen im Drabt-Gitter-Dach des Spiel- Platzes befestigten Ring läuft, etwa 2 m über dem Boden aufgeliängt. Das freie Ende der Schnur ist in eine weit offene Schlinge über den kurzen Ast-Stumpf eines Baumes gelegt, etwa 3 m entfernt vom Korb und etwa in gleicher Höhe. Sobald die Schlinge vom Ast gelöst wird, muß der Korb herunterfallen. Das ist keine ganz leichte Aufgabe, aber der ganzen Anlage nach ist sie an Über- Google Köhler's Versuche mit Schimpansen |zi sichtlicbkeit schon den Kastenvereuchen weit überlegen. Und doch zeigt sich, daß sie für den Anfang gänzlich ungeeignet, weil noch viel zu kompliziert ist. Denn die Ldsung durch Sultan, das klügste Tier der Station, geht in folgender Weise vor sich: „Nach einer Weile [in der das Tier, an solche Situationen, besonders auch das Alleinsein noch nicht gewöhnt» sehr unruhig gewesen war] geht Sultan plötzlich auf den Baum zu, steigt schnell hinauf bis zur Schlinge, bleibt einen Augenblick ruhig, zieht dann, auf den Korb blickend, an der Schnur, bis der Korb oben am Ring anstößt, Iftßt wieder los, zieht ein zweites Mal kräftiger, so daß der Korb oben kippt und eine Banane herausfällt. Er kommt herab, nimmt die Frucht, steigt wieder hinauf, zieht jetzt so gewaltsam, daß die Schnur reißt und der ganze Korb herabfällt, klettert hinunter, nimmt Korb und Früchte und geht damit ab, um zu fressen** ^^^). Als der Versuch drei Tage später unter etwas veränderten Bedingungen wiederholt wird, erfolgt prompt die letzte Art der Lösung.

Mit diesem Ergebnis ist aber nicht viel anzufangen. Zwar wird vom Tier die Verbindung Seil-Eorb ausgenutzt, aber warum die richtige Lösung auch nicht einmal angedeutet ist, das läßt sich nicht entscheiden. Liegt es daran, daß die Verbindung Seil-Ast nicht bemerkt wurde, oder daran, daß sie für das Tier unverständlich ist, liegt die Schwierigkeit etwa darin, daß bei der richtigen Lösung das Ziel zur Erde und nicht in die Hände des Tieres fallen würde, daß also das Tier, als „Umweg'*, in einer Richtung arbeiten müßte, die das Ziel zunächst von ihm entfernt? Ehe wir nicht diese und andere spezielle Fragen mit Sicherheit beantworten können, ist ein Versuch, wie der eben beschriebene, von geringem Wert, die Wichtigkeit des eben genannten Prinzips des langsamen Fortschreitens vom ein- fachen zum komplizierteren, geht aus seinem Verlauf mit Deutlich- keit hervor.

Wir verfolgen in großen Zügen den Weg der Forschung und vergegenwärtigen uns dann an besonders eindrucksvollen Beispielen, was die Tiere leisten können, und wo sie versagen.

Köhler beginnt mit dem Umweg- Versuch im eigentlichen Wort- Sinn. Leichte Umwege, Umgehen von Hindernissen, werden von den Tieren im täglichen Leben dauernd gemacht, zur Prüfung wurden etwas schwierigere Umweg-Formen gewählt: z. B. (Nr. 1) der Korb mit Früchten hängt von der Decke herab und kann vom Boden aus nicht erreicht werden. Der Versuchsleiter versetzt ihn in Schwingungen, so daß er in seiner einen Extrem-Lage einem den Tieren zugäng- lichen Gerüst so nahe kommt, daß ein auf dem Gerüst befindliches Tier ihn greifen kann.

9* 152 ^^^ speziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung Dor Umweg im gewöhnlichen Smn wird nun ausgeschlossen, die Verbindung zwischen dem Tier und dem Ziel kann nur durch «in eingeschaltetes Zwischenglied hergestellt werden. Einfachster Fall: die Verbindung ist schon hergestellt, kann das Tier sie benutzen? Versudi (Nr. 2): die Frucht liegt vor dem Kftfig au&er Reichweite, an ihr ist ein Faden befestigt, der bis in die Reichweite des Tieres führt. Fortschritt: die Verbindung zwischen Tier und Ziel besteht noch nicht, die Situation enthält als einziges Hilfsmittel einen Stab, mit dem das Ziel herangezogen werden könnte (Nr. 3). Oder (Nr. 4): das Ziel ist an der Decke befestigt, im Raum ist eine Eiste, die zur Erreichung des Ziels benutzt werden kann. Eine dritte Variation (Nr. 6) besteht darin, dai das hoch aufgehängte Ziel dadurch zu erreichen ist, daß das Tier sich an einem 2 m entfernten Turn-Seil emporschwingt Dieses Verfahren, das man kurz, aber ohne dabei an mehr zu denken, als eben die Einschaltung eines Zwischengliedes» als Werkzeug-Gebrauch bezeichnen kann, wird in der Umkehrung zur Beseitigung eines Hindernisses: Versuch (Nr. 6) vor dem Gitter liegt eine Frucht, mit einem Stock bequem zu erreichen. An der Innenseite des Gitters, direkt dem Ziel gegenüber, steht eine ziemlich schwere Kiste, die dem Tier den erfolgreichen Stock-Gebrauch verwehrt. — Eine neue Er- schwerung: das Ziel muß wieder mit einem Werkzeug erreicht werden, aber ein fertiges Werkzeug ist nicht da, andere Dinge müssen erst zu passenden Werkzeugen gemacht werden. Diese „Vorbehandlung** der Dinge, die sie erst zu brauchbaren Gliedern der Situation macht, ist eine neue Zwischen-Handlung in dem Verhalten, das das Tier von seiner Ausgangsstellung zum Ziel führt. Es möge kurz als Werkzeug-Herstellung bezeichnet werden.

Versuche (Nr. 7): vor dem Käfig, mit dem unbewehrten Arm nicht erreichbar, liegt eine Frucht, ein Stock oder etwas Stockähn- liches ist im Raum nicht vorhanden^ im Hintergrund steht aber ein abgesägter Rizinus-Baum, dessen Zweige sich ' einigermaßen leicht abbrechen lassen, und dann als Stöcke benutzt werden können.

.(Nr. 8): Das eben benutzte Turn-Seil wird in drei festen voll- kommen einfachen, sich nicht überschneidenden und für den Menschen vollkommen übersichtlichen Windungen um den Balken geschlungen, an dem es hängt. Soll es zur Erreichung des Ziels benutzt werden, so muß es erst abgewickelt werden, damit es frei herunterhängt.

Noch schwerer (Nr. 9): das Seil wird unter dem, weit aufge- bogenen, Haken auf den Boden gelegt, erfüllt also seine Funktion erst» wenn es eingehängt ist.

Google Köhler'B Versuche mit Schimpansen |ze (Nr. 10): Die Kiste, die unter das Ziel zu schleppen ist, wird mit Steinen so beschwert, daß sie nicht bewegt werden kann. Die Steine müssen erst entfernt werden.

(Nr. 11): Zwei St()cke aus Schilfrohr liegen bereit, jeder für sich zu kurz; sie können aber zusammengefügt werden, und ergeben dann ein bräuchbares Werkzeug.

(Nr. 12): Das Bauen. Das Ziel ist so hocb, dafi eine Kiste allein nicht genügt, um es zu erreichen; zwei oder drei Kisten aufeinander* gestellt geben erst eine geeignete Plattform ab.

D oooooooooooooooo :i Ziel O (Figur 8. Ans Köhler: Intelligenzprüfungen.)

Der Umweg wird noch vergrößert: vor das ursprüngliche Ziel ist noch ein anderes Ziel einzuschalten, das selbst nicht mehr direkt zu erreichen ist. Versuche: (Nr. 13): das Tier sitzt am Gitter, gegen- über dem drau&en liegenden Ziel und hat einen zu kurzen Stock in der Hand. Aufierhalb des Gitters, etwa 2 m seitlich vom Ziel, aber näher am Gitter, liegt ein langer Stock, der zwar nicht mit der Hand, wohl aber mit dem kurzen Stock ergriffen werden kann (vgl. Figur 8).

Oder (Nr. 14): Der Stock, mit dem das Ziel zu erreichen ist, hängt an der Decke und ist nur mit Hilfe einer an die richtige Stelle geschleppten Kiste zu holen. Dies kann kompliziert werden^ indem man die Kiste noch mit Steinen beschwert. oooooooooooo zä (Figar 9. Aus Köhler: InteUigeozprafungen.)

Das Umweg« Prinzip wird noch nach zwei Seiten hin verändert: Zuerst: Umweg mit Werkzeug. Kann das Tier auch bei der Handlung, die es mit dem Werkzeug ausführt, einen Umweg machen P Versuche: Das Umweg-Brett (Nr. 15): Das Tier sitzt am Gitter: draußen davor, ca. 46 cm entfernt, steht eine, oben offene, quadratische Schublade, der die dem Tier abgewandte Seitenwand fehlt (vgl. Figur 9^. Die Die speziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung Frucht wird auf dies Brett in die Nähe der dem Tier zugekehrten Wand gelegt. Der Affe bekommt einen langen Stock in die Hand. Zur Losung mu£ er mit diesem die Frucht zunächst von sich fort sto&en, statt wie sonst beim Stock-Gebrauch, das Ziel heranzuziehen, bis es aus dem Kasten heraus ist, dann muß er es seitlich verschieben uud erst, wenn es auch neben dem Kasten liegt, heranholen; also ein Umweg im wahren Sinn des Worts. (Nr. 16): Der zum Erlangen der Frucht nötige Stock ist im Räume, aber nicht frei beweglich, sondern an einem eisernen Ring von 6 cm Durchmesser, über einem ca. 35 cm langen vertikalen aus einer Kiste heraus- rageudeu Eisen-Stab befestigt. Um das Werkzeug in Gebrauch nehmen zu können, muß das Tier mit ihm eine Bewegung machen, es vom Stab abheben, die um 90^ gegen die Richtung zum Ziel gedreht ist.

Die andere Variation: „Das Ziel wird durch Werkzeuggebrauch in eioa Lage gebracht, in der es nachher erst durch Ortsbewegung des eigenen Körpers erreicht werden kann.''

Versuch (Nr. 17): (Figur 10) die Frucht befindet sich in einem o o (jitterwand (Figur 10. Aus Köhler: Intelligeuiprüfungen.)

größeren Käfig nahe der Wand Ä, die aber mit horizontalen Brettern vernagelt ist, von diesen ist ein oberes entfernt, so da& die Tiere zwar hineingreifen, den Boden und das dort liegende Ziel aber nicht erreichen können. Die Wand B ist eine Gitterwand^ das Tier kann hindurchfassen, aber das in der Nähe von A liegende Ziel auch so nicht erreichen. Ein Stock steht zur Verfügung, kann aber nur von der Wand A aus benutzt werden, da er an einem dort ätehenden Baum befestigt ist. Um die Frucht zu bekommen mu^ das Tier zunächst mit dem Stock das Ziel zur Wand B hin- schieben, dann selbst dahin laufen und sie holen.

Der Aufbau der Versuche ist durchsichtig: die späteren setzen vor- aus, daß die früheren bereits gelingen, planmäßig werden nacheinander Google Sinsichtiges Lernen von Tieren |x^ neue Faktoren eingeführt, die die Lösung erschweren, so da& klar herauskommen muß, woran eine etwaige Fehl-Leistung liegt, wo für das Tier eine neu auftauchende Schwierigkeit steckt.

Der Leser wird fragen: ja haben denn die Tiere alle diese Auf- gaben wirklich gelöst? Wir wollen ihm gleich die Antwort geben^ nur vorher darauf hinweisen, daß er so nicht fragen darf. Man darf nicht von den Tieren schlechthin sprechen; die Tiere sind individuell sehr verschieden, sie zeigen starke Begabungs-Unterschiede, was eins kann, können nicht alle, und gerade diese Begabungs-Unterschiede treten in den Versuchen deutlich und meßbar zu Tage. Dies voraus- gesetzt lautet die Antwort: nur einer einzigen der hier aufgeführten Aufgaben gegenüber, haben alle Tiere vollkommen versagt (Nr. 9), das Befestigen des Seils an dem Ring an der Decke, alle anderen sind gelöst worden, fast alle so vollkommen wie nur möglich, während in einigen die. Grenze der Leistungs- Fähigkeit der Schimpansen erreicht worden ist.

An der Hand der konkreten Versuche, von denen wir die wichtigsten berücksichtigen, wollen wir uns nun im einzelnen 'die Haupt-Ergebnisse vergegenwärtigen. Wir beginnen mit den Versuchen über Werkzeug- Gebrauch. Schon (Nr. 2) verdient eine ausführliche Beschreibung. Eine Frucht an einem Seil, auch wenn dies sehr lang ist (Seile bis zu 3 m Länge wurden geprüft) heranzuziehen, diese Aufgabe wurde von allen Tieren ohne Zögern ausgeführt. Nicht etwa so, daß die Tiere aus Spielerei oder sonst einem Grunde am Seil gezogen hätten» und sozusagen durch Zufall dabei in den Besitz der Frucht geraten wären* Das Ziehen am Seil erfolgte immer „»im Hinblick auf das Ziel«, auch im wörtlichen Sinn: ein Blick auf das Ziel und das Tier beginnt^ immer auf das 2Sel, nicht auf das Seil gerichtet, zu ziehen.^ Uns möchte das selbstverständlich erscheinen, aber ein Hund, den Köhler zum Vergleich prüfte, und der bei Umweg- Versuchen im eigentUchen Sinne recht gut abgeschnitten hatte, brachte diese Leistung nicht zu stände. Er hatte das lebhafteste Literesse am Ziel, beachtete aber den Faden, der bis unter seine Schnauze lief, überhaupt nicht***).

Der Versuch wurde nun bei den Schimpansen so variiert, daß außer der wirklichen Verbindung noch andere Fäden bis in die Nähe des Zieles führten. Dabei ergab sich: immer, wenn ein Faden bis an die Frucht heranführt, auch, wenn er nicht daran befestigt ist, wird er zum ziehen benutzt, und von mehreren Fäden wird zuerst nicht der richtige, sondern der kürzeste verwendet. Es sind also optische Faktoren, die schon bei diesen einfachen Versuchen das Verhalten der Schimpansen bestimmen, optische Verbindung Google 136 ^^® speziellen Tatsachen der psychischen Entwicklung tritt an die Stelle der wirklichen, eine optisch ausgezeichnete Eigen* Schaft, die geringste Länge, ist für die Wahl des Fadens entscheidend.

Dem Stock-Gebrauch (Nr. 3) entnehmen wir folgende Einzel- heiten. Auch diese Angabe wird von allen Tieren bewältigt. Einige Tiere kannten me schon^ als Köhler mit seinen Versuchen begann; bei den Tieren, bei denen er im Versuch die erste Stock-Verwendung hervorrief, war zu beobachten, wie gleich das erste Mal der Stock richtig, d. h. vom Tier aus hinter dem Ziel aufgesetzt wurde. Auch derStoctGrebrauch ist durch sehr ein&che Veränderung der Versuchs- Bedingungen zu erschweren. Je weiter der Stock von der kritischen Stelle 11^, lun so schwerer wird er benutzt^ es kommt v<Hr, dai selbst Stäbe, die die Tiere bereits mehrfach verwendet haben, ihren Wert verlieren, wenn man sie nur genügend weit entfernt. L^ man den Stock so» dafi er beim Blick auf das Ziel und bei Wandern des Blicks um die Zone des Ziels herum nicht sichtbar wird, so kann man dadurch u. U. seinen Gebrauch ganz verhindern; das Tier sieht die Stöcke an, da es aber gleichzeitig die 2äel-Begion nicht sieht, so benutzt es sie nicht. Danach ist also „düs «Werkzeug- werden)» eines Stabes in einem gewissen Sinn Funktion der geo- metrischen Konstellation''^'^®), aber nur für den Anfang; Tiere, die oft in solchen Situationen gewesen sind, überwinden auch diese Schwierigkeit, für sie ist die Lösung durch optische Trennung von Ziel und Stock nicht mehr zu verhindern«