SigPhi · Franz Brentano

Psychologie vom empirischen Standpunkte

German

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228 Buch U. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

V-l VY* ihre Verbindung unter einander gemeinsam manchen äusseren Einflüssen unterworfen')." Und diese gemeinsam erfahrenen Einflüsse mögen eine gleichzeitige Erregung gewisser miteinander übereinstimmender Begierden und Bethätigungen zur Folge haben. So also kommen wir nicht zu widersprechenden Begriffen, denen wir unser Vertrauen auf die innere Erfahrung und auf das, was wir nach sicherer Analogie aus ihr erschliessen, zum Opfer bringen müssten.

Während Lange zugesteht, dass, wenn man die Erscheinungen, wie sie uns das innere Bewusstsein zeigt, als real anerkennen wollte, unsere psychischen Phänomene als wirkliche Einheit gefasst werden müssten, hat C. Ludwig dies geleugnet und die Argumente der Psychologen für die Einheit des Bewusstseins aus diesem Grunde für nichtig erklärt. Es ist vielleicht nicht überflüssig, wie zuvor den Angriff dieses bedeutenden Physiologen auf die Einheit des Bewusstseins, so jetzt auch seinen Angriff auf die Beweise dafür, so weit wir selbst sie für überzeugend erklärten, mit einigen Worten zu besprechen.

Ludwig repioducirt dieselben in folgender Weise. Zu der Annahme, dass Empfindung, Willen und Gedankenbildung zu einer realen Einheit gehörten, „glaubt man", sagt er, „sich berechtigt, weil das Bewusstsein sagt, dass dasselbe einfach die drei besonderen Functionen erfülle." Dies ist nicht sehr deutlich gesprochen; doch aus dem Folgenden scheint hervorzugehen, dass Ludwig sagen will, man führe für jene Annahme als Beweis an, dass dasselbe und eine Bewusstsein der drei besonderen Functionen sich bewusst sei. Denn, zur Kritik übergehend, fährt er also fort: „Diese Thatsache erscheint aber so lange als nichtssagend, als man nicht ermittelt hat, welche Stellung das Bewusstsein zu den drei Functionen einnimmt, indem sich denken liesse, dass sie in dasselbe fallen, ohne mit ihm identisch zu sein." Man kann — das ist offenbar der Sinn seiner Worte — aus dieser Thatsache nur dann scUiessen, dass die drei Functionen zu Capitel 4. Von der Einheit des Bewusstseins.

einer realen Einheit gehören, wenn vorausgesetzt wird, dass sie, um vom Bewusstsein wahrgenommen zu werden, mit diesem zu einer realen Einheit gehören müssen. Denn dann gilt der Satz, zwei Dinge, die mit einem dritten identisch sind, sind unter sich identisch. Aber jene Voraussetzung, meint er, sei unberechtigt. Wird bei anderen Wahrnehmungen, z. B. bei denen des Gesichtssinnes, etwas wahrgenommen, was nicht zu derselben Realität wie die Wahrnehmung gehörig ist, warum sollte nicht Aehnliches auch bei den inneren Wahrnehmungen, nämlich den Wahrnehmungen der psychischen Functionen, der Fall sem können? Und er fügt bei: „Diese letztere Unterstellung erhält sogar aus den Traumerscheinungen einige Wahrscheinlichkeit, indem hier unsere eigenen Empfindungen und Vorstellungen uns als absolut äussere erscheinen, die wir z. B. fragen^)."

Denken wir an unsere frühere Erörterung zurück, so erkennen wir sofort, dass das Argument für die Einheit hier sehr unvollkommen vorgeführt wird. Davon z, B., dass dem Wollen nothwendig ein Vorstellen zu Grunde liege, so dass es ohne ein solches ganz undenkbar sei, ist hier gar nicht die Rede, und doch beweist gerade dieser Umstand recht schlagend die Vereinigung beider. Auch ist es eine unrichtige Darlegung der Sachlage, wenn Ludwig so spricht, als habe man ganz willkürlich die Annahme gemacht, dass die innere Wahrnehmung einer psychischen Thätigkeit mit ihr zu derselben realen Einheit gehöre. Wir sahen, wie sowohl vieles Andere als insbesondere der Umstand dieses verlangt, dass sonst die Evidenz der inneren Wahrnehmung unmöglich wäre. Der von Ludwig verlangte Nachweis, dass die psychische Function, die in innerem Bewusstsein wahrgenommen wird, mit diesem zu derselben realen Einheit gehören müsse, ist also bereits wirklich erbracht. Den Hinweis endlich auf die Traumerscheinungen, der es sogar wahrscheinlich machen soll, dass Empfindungen und Vorstellungen nicht zu derselben Realität mit dem auf sie bezüglichen r- ^ Vf 230 Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

Bewusstsein gehören, dürfen wir wohl als völlig verfehlt bezeichnen.

Vor Allem ist es gewiss ein sonderbarer Schluss, dass, weil unsere eigenen Empfindungen und Vorstellungen uns im Traume als äussere erscheinen, sie es wahrscheinlich auch sind. Denn mit demselben Rechte könnte einer auch weiter noch schliessen, dass, weil sie uns als Bäume, Häuser und Menschen erscheinen (die wir, wie Ludwig bemerkt, oft fragend anreden), sie wahrscheinlich auch Bäume, Häuser und Menschen seien. Darein pflegt man ja gerade das ünter-U -^ scheidende des Traumes vom Wachen zu setzen, dass er uns Falsches vorspiegelt, und höchstens nur dann und wann auch etwas Wahres einmischt. Die Voraussetzung, auf welche der Schluss sich gründet, dass, wenn uns unsere Vorstellungen u. s. f. im Traume als etwas Aeusseres erscheinen, sie wahrscheinlich auch etwas Aeusseres seien, ist also im höchsten Grade unstatthaft. > Aber nicht bloss der Obersatz, auch der Untersatz ist falsch. Es ist nicht richtig, dass unsere Vorstellungen und Empfindungen uns im Traume als „absolut äussere" erscheinen, wenn anders man unter den Vorstellungen die Acte des Vorstellens, unter den Empfindungen die Acte des Empfindens versteht. Denn die Namen an und für sich gestatten allerdings einen Gebrauch in noch anderem Sinne, indem wir „Vorstellung" nicht bloss das Vorstellen, sondern auch das Vorgestellte, „Empfindung" nicht bloss das Empfinden, sondern auch das Empfundene nennen. In unserem Falle handelt es sich um unsere psychischen Thätigkeiten. Diese psychischen Thätigkeiten nun erscheinen uns im Traume wie im Wachen in gleicher Weise als innere, und in Bezug auf sie besteht auch im Traume keine Täuschung; denn es ist wahr, dass wir im Traume Vorstellungen von Farben und Tönen und mancherlei Gebilden haben; dass i> wir uns fürchten, erzürnen, freuen und anderen Gemüthsbet wegungen unterliegen. Das aber, worauf sich diese psychischen Thätigkeiten als auf ihren Inhalt beziehen, und was uns in Wahrheit als Aeusseres erscheint, besteht in Wirkk Capitel 4. Von der Einheit des Bewusstseins. 231 lichkeit eben so wenig ausser uns als in uns, es ist ein blosser Schein; wie ja eigentlich auch die physischen Phänomene, die uns im Wachen erscheinen, ohne Wirklichkeit sind, die ihnen entspräche, obwohl man häufig das Gegentheil annimmt. Wir haben jfrtiher gesehen, wie die Psychologen, nachdem sie diese Existenz der scheinbaren Aussenwelt als irrig erkannt hatten, in Folge der Gewohnheit die Gegenstände der Empfindungen als etwas Wirkliches zu denken, die Empfindungsthätigkeit als diese Wirklichkeit betrachteten und sie selbst auf sich selbst gerichtet glaubten^). In einer etwas ähnlichen Weise ist, wie es scheint, Ludwig dazu gekommen, die Empfindungs- und Vorstellungsacte, wie wir sie im Traume haben, für das zu nehmen, was uns in ihnen erscheine; und dabei mag die Aequivocation der Worte Vorstellung und Empfindung das ihrige dazu beigetragen haben, seinen Fehler ihm zu verdecken. Es - könnte einer öo argumentiren: Was uns im Traume als etwas Aeusseres erscheint, besteht nicht wirklich ausser uns; es besteht also bloss als von uns vorgestellt; es ist also nichts anderes, als unsere Vorstellung und gehört wie unsere Vorstellungen überhaupt zu unseren psychischen Thätigkeiten; also erscheinen eigene psychische Thätigkeiten uns im Traume als etwas Aeusseres. Aber das Argument enthielte dann einen offenbaren Paralogismus der Aequivocation, indem das Wort „Vorstellung" zuerst im Sinne des Vorgestellten, und dann im Sinne des Vorstellens genommen würde.

Wir sehen demnach, wie Ludwig eben so wenig da glücklich ist, wo er den Beweis für die Einheit des Bewusstseins entkräften will, als er da, wo er ihr Gegentheil zu begründen suchte, erfolgreich war. In ähnlicher Weise, wie die Angriffe von Ludwig und Lange, gelingt es leicht, auch jeden anderen Versuch, der sich gegen diese Thatsache richtet, zurückzuweisen. Da die Fehler im Wesentlichen dieselben sind, wie die, welchen wir bei diesen bedeutenden Forschern begegneten: so wäre es in keiner Weise lohnend, wenn wir uns im Einzelnen bei ihnen aufhalten wollten.

^) Vgl. oben Buch II. Cap. 2. §. 5.

Bueli II- Von den pe^ chischen PhäDomeDen im Allgemeiaen.

Die Thatsache der Einheit des Bewasstseins, wie wir sie erklärten, ist also als etwas unzweifelhaft Gesichertes zu betrachten *).

') Wie TOD einem BewuMtsein, aa Bpficht man auch von einer Kinheic dB» BenuKteeins in mehrfachem Sinne; ja die UnterBchiede der Bedeatnng sind hier noch manuigfaldger, indem nicht bloss die des Nnmaas Benassteein variiit, sondern anch die Einheit zuweilen statt Hilf dai Subject auf das Object bezogen wird. So Terstehen Mancbe darunter die Thatsache, dass man gleichzeitig nur eine 6edankcnreihe aulinerksam und coDsequent verfolgen, unr mit einer Sache wahrhaft sich beschäftigen kann. In dieser Bedeutung werden wir epäter von der Einhät des Bewueetseine bandeln, da sie so gefas«t mit den Gesetzen der Ideenassociation in engstem Zusammenhange steht- Fünftes Capitel.

Fünftes Capitel.

Ueberblick über die yorzfigliehsten Yersuelie einer Classification der psychischen Phänomene.

§. 1. Wir kommen zu einer Untersuchung, die nicht bloss an sich, sondern auch für alle folgenden von grosser Wichtigkeit ist. Denn die wissenschaftliche Betrachtung bedarf der Eintheilung und Ordnung, und diese dürfen nicht willkürlich gewählt werden. Sie sollen, so viel als möglich, natürlich sein und sind dieses dann, wenn sie einer möglichst natürlichen Classification ihres Gegenstandes entsprechen.

Wie anderwärts, so werden auch in Bezug auf die psychischen Phänomene Haupteintheilungen und Untereintheilungen zu treffen sein. Zunächst aber wird es sich um die Bestimmung der allgemeinsten Glassen handeln.

Die ersten Classificationen, wie überhaupt so auch auf psychischem Gebiete, ergaben sich Hand in Hand mit der fortschreitenden Entwickelung der Sprache. Diese enthält allgemeinere wie minder allgemeine Ausdrücke für Phänomene des inneren Gebietes, und die frühesten Erzeugnisse der Dichtkunst beweisen, dass schon vor Beginn der griechischen Philosophie der Hauptsache nach dieselben Unterscheidungen gemacht waren, welche noch jetzt eine im Leben gangbare Bezeichnung finden. Bevor jedoch Sokrates zur Definition anregte, mit welcher die wissenschaftliche Classification aufs Innigste zusammenhängt, wurde von keinem Philosophen ein 234 Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

nennenswerther Versuch zu einer Grundeintheilung der psychischen Erscheinungen gemacht.

Pia ton gebührt wohl das Verdienst, hier die Bahn gebrochen zu haben. Er unterschied drei Grundclassen der psychischen Phänomene, oder vielmehr, wie er sich ausdrückte, drei Theile der Seele, von denen jeder besondere Seelenthätigkeiten umschloss; nämlich den begierlichen, den zornmüthigen und den vernünftigen Seelentheil^). Diesen drei Theilen entsprachen, wie wir schon gelegentlich bemerkten^), die drei Stände, welche Piaton als die hauptsächlichsten im Staate unterschied: der Stand der Erwerbenden, welcher die Hirten, Ackerbauer, Handwerker, Kaufleute und andere umfasste, der Stand der Wächter oder Krieger und der Stand der Herrscher. Auch sollten sich nach denselben drei Seelentheilen und in Rücksicht auf ihr relatives üebergewicht die drei hauptsächlichen Völkergruppen, die der verweichlichten, nach den Genüssen des Reichthums jagenden Südländer (Phönicier und Aegypter), die der tapferen aber rohen nördlichen Barbaren und die der bildungshebenden Hellenen unterscheiden.

Wie Piaton seine Eintheilung bei der Bestimmung der wesentlichsten Unterschiede von Richtungen des Strebens als Anhalt benützte, so scheint er sie im Hinblicke auf solche Verschiedenheiten auch aufgestellt zu haben. Er fand in dem Menschen einen Kampf von Gegensätzen; einmal zwischen den Forderungen der Vernunft und den sinnlichen Trieben; dann aber auch zwischen den sinnlichen Trieben selbst; und hier schien ihm der Gegensatz von heftig aufbrausender Leidenschaft, die dem Schmerz und Tod entgegenstürmt, und weichlichem Hang zum Genüsse, der vor jedem Schmerze sich zurückzieht, besonders auffallend und nicht minder gross als der Gegensatz zwischen vernünftigem und unvernünftigem Verlangen selbst. So glaubte er drei, auch ihrem Sitze nach *) Die griechischen Ausdrücke sind rö int&vinrinxov, tö S-vfioe^^ig und t6 loyiOTixov.

Capitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsv ersuche. 235 verschiedene, Seelentheile anerkennen zu sollen. Der vernünftige Theil sollte im Haupte, der zornmüthige im Herzen, der begierliche im ünterleibe wohnen ^); der erste jedoch so, dass er vom Leibe trennbar imd unsterblich sei, und nur die beiden anderen an ihm haftend und in ihrem Bestehen an ihn gebunden. Auch hinsichtlich ihrer Verbreitung über einen engeren oder weiteren Kreis von lebenden Wesen glaubte Piaton sie verschieden. Der vernünftige Theil sollte unter allem, was auf Erden lebt, nur dem Menschen zukommen, den zornmüthigen sollte der Mensch mit den Thieren, den begierlichen endhch sowohl mit ihnen als auch mit den Pflanzen gemein haben.

Die Unvollkommenheit dieser Eintheilung ist leicht erkennbar. Ihre Wurzeln liegen einseitig auf ethischem Gebiete, und dem widerspricht es nicht, wenn ein Theil als der vernünftige bezeichnet wird, da Piaton wie Sokrates die Tugend als ein Wissen betrachtete. Sobald man bestimmen will, welchem Theile diese oder jene einzelne Thätigkeit zuzuschreiben sei, kommt man in Verlegenheit. Die sinnliche Wahrnehmung z. B. scheint sowohl dem begierUchen als zornmüthigen zugeschrieben werden zu müssen und an gewissen Stellen scheint Piaton mit anderen Weisen der Erkenntniss auch sie' dem vernünftigen Theile beizulegen 2). Auch die Anwendungen, die Piaton von der Eintheilung macht, und in deren vermeintem Gelingen er eine Bestärkung finden ^) Schon Demokrit hatte geglaubt, das Denken habe im Gehirn, der Zorn im Herzen seinen Sitz. Die Begierde hatte er in die Leber verlegt. Dies wäre ein unbedeutender Unterschied von der späteren Platonischen Lehre. Aber nichts macht wahrscheinlich, dass Demokrit in diesen drei Theilen 'die Gesammtheit der Seelenthätigkeiten begreifen wollte; vielmehr verlangte der Zusammenhang seiner Ansichten, dass er jedes Organ mit besonderen Seelenthätigkeiten begabt dachte, und eben darauf scheint eine Stelle Plutarch's hinzudeuten. (Plac. IV. 4. 3.) So können wir denn überhaupt nicht sagen, dass von Demokrit bereits ein Versuch zu einer Grundeintheilung der psychischen Phänomene gemacht worden sei.

^) Vgl. Zeller^s Bemerkungen in seiner Philosophie der Griechen, ■l 236 l^uch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

mochte, zeigen vielmehr aufs Neue ihre. Schwäche. Es wird heutzutage kaum Jemand/ geneigt sein, mit Flaton in den drei Ständen der Erwerbenden, Krieger und Herrscher die hauptsächlichen Beruf sthätigkeiten, welche in der Gesellschaft sich auseinanderzweigen, in erschöpfender Weise dar- ^ gestellt zu sehen. Weder die Kunst findet in ihr die gei^- bührende Stelle, noch die Wissenschaft. Denn die Erfahrung zeigt zu deutlich die Verschiedenheit der Begabung fftr theoretische und praktische Leistungen, als dass wir in der >: "^ Tüchtigkeit des wissenschaftlichen Denkers nicht eine ganz andere Art von Vollkommenheit als in der Tüchtigkeit des Herrschers anerkennen müssten; abgesehen davon, dass durch die Herrschaft eines Philosophen, die Piaton als Ideal vorschwebte, die Freiheit der Wissenschaft, und somit ihr unlv gehemmter Fortschritt, am Allermeisten gefährdet sein würde.

Nichtsdestoweniger lagen in der Platonischen Eintheilung die Keime für die Bestimmungen, welche bei Aristoteles ihre Stelle einnahmen, und welche, ungleich bedeutender als die Platon's selbst, für Jahrtausende maassgebend geworden sind.

§. 2. Wir finden bei Aristoteles drei Grundeintheilungen der psychischen Phänomene, von welchen jedoch zwei, in ihrer Gliederung vollkommen sich deckend, als eine betrachtet werden können.

Einmal unterschied er die Seelenerscheinungen, insofern er die einen für Thätigkeiten des Centralorgans, die anderen für immateriell hielt, also in Phänomene eines sterblichen und unsterblichen Seelentheiles.

Dann unterschied er sie nach ihrer grösseren oder geringeren Verbreitung in allgemein animalische imd eigenthtimlich menschliche. Diese Eintheilung erscheint bei ihm dreigliederig, indem Aristoteles vermöge seines weiteren Begriffes des Seelischen, wie wir schon früher hörten, auch die Pflanzen für beseelt erklärte. Er zählt darum einen vegetativen, sensitiven und intellectiven Theil der Seele auf. Der erste, der die Phänomene der Ernährung, des Wachsthums und der Erzeugung in sich schliesst, soll Capitel 5. Die vorzäglichsten Classificationsyersuche. 237 allen irdischen leüenden Wesen, auch den Pflanzen, gemeinsam zukommen. Der zweite, der Sinn und Phantasie und andere verwandte Erscheinungen und mit ihnen die Affecte enthält, gilt ihm als der specifisch animalische. Den dritten endlich, welcher das höhere Denken und Wollen in sich begreift, glaubt er unter den irdischen lebenden Wesen dem Menschen ausschliesshch eigenthtimlich. Aber in Folge der Beschränkung, welche der Begriff der psychischen Thätigkeit später erfuhr, fällt das erste der drei Glieder gänzlich ausserhalb ihres Bereiches. Die Seelenthätigkeiten im neueren Sinne des Wortes hat also Aristoteles vermöge dieser Eintheilung nur in die zwei Gruppen der allgemein animalischen und eigenthümüch menschlichen zerlegt. Diese Glieder fallen mit den Gliedern der ersten zusammen. Ihre Ordnung aber bestimmt der Grad der Allgemeinheit ihres Bestehens.

Eine andere Haupteintheilung, die Aristoteles gibt, scheidet die psychischen Phänomene, — das Wort in unserem Sinne genommen^), — in Denken und Begehren, vovg und oQe^ig, im weitesten Sinne. Diese Eintheilung kreuzt sich bei ihm mit der vorigen, so weit sie für uns in Betracht kommt. Denn in der Classe des Denkens fasst Aristoteles mit den höchsten Verstandesbethätigungen, wie Abstraction, Bildung allgemeiner Urtheile und wissenschaftlicher Schlussfolgerung, auch Sinneswahrnehmung und Phantasie, Gedächtniss und erfahrungsmässige Erwartung zusammen. In der des Begehrens aber sind ebenso das höhere Verlangen und Streben wie der niedrigste Trieb, und mit ihnen alle Gefühle und Aflecte, kurzum alles, was von psychischen Phänomenen der ersten Classe nicht einzuordnen ist, begriffen.

Wenn wir untersuchen, was Aristoteles dazu geführt habe, vermöge dieser Eintheilung zu verbinden, was die frühere Eintheilung geschieden hatte: so erkennen wir leicht, dass ihn dabei eine gewisse Aehnlichkeit bestimmte, welche das sinnliche Vorstellen und Scheinen mit dem intellectuellen, begrifflichen Vorstellen und für - wahr - Halten imd ebenso das *) Vgl. De Anim. III, 9. Anf. 10. Anf.

238 Buch IL Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

m *u niedere Begehren mit dem höheren Streben zeigt. Er fand hier und dort, um es mit einem Ausdrucke, den wir schon früher einmal den Scholastikern entlehnten, zu bezeichnen, die gleiche Weise der intentionalen Inexistenz^ Und aus demselben Principe ergab sich dann auch die Trennung von Thätigkeiten, welche die frühere Einthellung verbunden hatte, ä«; in verschiedene Classen. Denn die Beziehung auf den Gegenstand ist bei Denken und Begehren verschieden. Und darein eben setzte Aristoteles den Unterschied der beiden Classen. , Nicht auf verschiedene Objecte glaubte er sie gerichtet, sondern auf dieselben Objecte in verschiedener Wjeise. Deutlich sagt er, sowohl in seinen Büchern von der Seele als in seiner Metaphysik, dass dasselbe Gegenstand des Denkens und Begehrens sei und, zuerst im Denkvermögen aufgenommen, dann das Begehren bewege^). Wie also bei der früheren 1^; Eintheilung die Verschiedenheit des Trägers der psychischen ^ Phänomene so wie die Verbreitung über einen weiteren oder %:' engeren Kreis psychisch begabter Wesen den Eintheilungsgrund bildete, so bildet ihn bei dieser der Unterschied in ihrer Beziehung auf den immanenten Gegenstand. Die Ordnung der Aufeinanderfolge der Glieder ist durch die relative Unabhängigkeit der Phänomene bestimmt 2). Die Vorstellungen gehören zur ersten Classe; ein Vorstellen aber ist die nothwendige Vorbedingung eines jeden Begehrens.

§.3. Im Mittelalter blieben die Aristotelischen Eintheilungen wesentlich in Kraft; ja bis in die neue Zeit hinein reicht ihr Einfluss.

Wenn Wolff die Seelenvermögen einmal in höhere und niedere und dann in Erkenntniss- und Begehrungsvermögen scheidet und diese zwei Eintheilungen sich kreuzen lässt, so erkennen wir hierin leicht ein der doppelten Aristotelischen Gliederung wesentlich entsprechendes Schema.

*) De Anim. III, 10. Metaph. ^, 7 *) Vgl. die oben citirten Stellen.

Capitel 5. Die yorzüglichsten ClassificationBversuche. 239 Auch in England hat wenigstens die letzte Eintheilung sehr lange nachgewirkt. Den Untersuchungen von Hume liegt sie zu Grunde; und Reid sowohl als Brown brachten nur unbedeutende und keineswegs glückliche Aenderungen an, wenn jener intellective und a c t i v e ^) Seelenvermögen unterschied, und dieser, nachdem er zunächst die Empfindungen als äussere Affectionen allen übrigen als inneren Affectionen gegenübergestellt hatte, die letzteren dann in intellectuelle Geisteszustände und Gemüthsbewegungen sonderte^). Alles, was Aristoteles unter seiner oQc^ig, begreift Brown unter der letztgenannten Classe.

§. 4. Eine Eintheilung, die* in ihrer Abweichung bedeutender und in ihrem Einflüsse nachhaltiger war, und die gemeiniglich noch heute als ein Fortschritt in der Classification der psychischen Erscheinungen betrachtet wird, wurde in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von Teten s und Mendelssohn aufgestellt. Sie schieden die Seelenthätigkeiten in drei coordinirte Classen und nahmen für jede von ihnen ein besonderes Seelenvermögen an. Tetens nannte seine drei Grundvermögen Gefühl, Verstand und Thätigkeitskraft^) (Willen); Mendelssohn bezeichnete sie als Erkenntnissvermögen, als Empfindungsoder Billigung s vermögen („vermöge dessen wir an einer Sache Lust oder Unlust empfinden") und als Begehrungsvermögen*). Kant, ihr Zeitgenosse, machte die neue ^) Aristoteles hatte das Begehren zugleich für das Princip der willkürlichen Bewegung erklärt (De Anim. III, 10.)

*) Extemal — internal affections; inteUectual states of mind — emotions.

') Ueber die menschliche Natur L Versuch X. S. 625. (1777 erschienen.)

^) In einer Bemerkung üher das Erkenntniss -, Empfindungs- und Begehrungsvermögen, die, obwohl erst in den gesammelten Schriften (IV. S. 122 ff.) gedruckt, aus dem Jahre 1776 stammt, und in den 1785 erschienenen Morgenstunden, Vorles. VII. (ges. Schriften II, S. 295).

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y5k 240 Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

Classification in seiner Weise ^) sich eigen; er nannte die > drei Seelenvermögen das Erkenntnissvermögen, das Gefühl der Lust und Unlust und das Begehrungsvermögen und legte sie der Eintheilung seiner kritischen Philosophie zu Grunde. Seine „Kritik der reinen Vernunft'^ bezieht sich auf das Erkenntniss vermögen, insofern es die 1^; Principien des Erkennens selbst, seine „Kritik der Urtheilskraft" auf das Erkenntnissvermögen, insofern es die Principien des Fühlens, seine „Kritik der praktischen Vernunft" end-' lieh auf das Erkenntnissvermögen, insofern es die Principien ^. des Begehrens enthält. Hiedurch vorzüglich gewann die Classification Einfluss und Verbreitung, so dass sie noch heute ^.u: ziemlich allgemein herrschend ist.

;P Kant hält die Eintheilung der Seelenthätigkeiten in Er- 1^ kennen. Fühlen und Wollen darum für fundamental, weil er I' glaubt, dass keine der drei Classen aus der anderen ableitbar sei, oder mit ihr auf eine dritte als ihre gemeinschaftliche Wurzel zurückgeführt werden könne *). Die Unterschiede zwischen dem Ei-kennen und Fühlen seien zu gross, als dass etwas Derartiges denkbar scheine. Wie auch immer Lust und Unlust ein Erkennen voraussetzen, so sei doch eine Erkenntniss schlechterdings kein Gefühl, und ein Gefühl schlechterdings keine Erkenntniss. Und ebenso zeige das Begehren sich der einen und dem anderen völlig heterogen. Denn jedes Begehren, und nicht bloss das ausgesprochene Wollen, sondern auch der ohnmächtige Wunsch, ja selbst die Sehnsucht nach dem anerkannt Unmöglichen *), sei ein Streben nach der Verwirklichung eines Objectes, während die Erkenntniss das Object nur erfasse und beurtheile, das Gefühl der Lust aber gar nicht auf das Object, sondern bloss ») Vgl. darüber J. B. Meyer, Kanfs Psychologie S. 41 ff.

*) „Alle Seelenvermögen oder Fähigkeiten können auf die drei zurückgeführt werden, welche sich nicht ferner aus einem gemeinschaftlichen Gründe ableiten lassen: das Erkenntnissvermögen, das Gefühl der Lust und Unlust und das Begehrungsvermögen.^^ (Kritik der Urtheilskraft, Einleit., III.)

^) Ebend. Anm.

/* Capitel 5. Die vorzüglichsten ClassificatiQnsversuche. 241 auf das Subject sich beziehe, indem es für sich selbst Grund sei, seine eigene Existenz im Subjecte zu erhalten^).

Die Bemerkungen Kant's zur Begründung und Rechtfertigung seiner Eintheilung sind spärlich. Da aber später manche Philosophen, wie Carus, Weiss, Krug und andere, die wieder auf die Zweitheilung von Vorstelluögs - und Bestrebungsvermögen zurückgingen, ^ie nicht bloss angriffen, sondern sie als von vorn herein unmöglich hinstellen wollten, übernahmen Andere, und namentlich W. Hamilton, ihre Vertheidigung und führtendie Gedanken, die Kant bloss angedeutet hatte, weiter aus.

Die Angriffe waren freilich sonderbar. So argumentirte Krug, nur darum seien Vorstellungs - und Bestrebungsvermögen als zwei anzusehen, weil die Thätigkeit des Geistes eine doppelte Richtung, eine Richtung einwärts und eine Richtung auswärts, habe. Daher seien die Bethätigungen des Geistes in immanente oder theoretische und in transeunte oder praktische zu scheiden. Unmöglich aber sei ös, zwischen ihnen eine dritte Classe einzuschieben; denn diese müsste >) In dem Abschnitte der Abbandlang über die Philosophie überhaupt, in welchem Kant „Von dem System aller Vermögen des mensch*-liehen Gemüths*^ handelt und ausführlicher als anderwärts seine Lehre vorträgt und begründet, sagt er, man habe von Seiten gewisser Philosophen sich bemüht, die Verschiedenheit des ErkenntuissvermÖgens^ des Gefühles für Lust und Unlust und des Begehrungsvermögens „nur für scheinbar zu erklären und alle Vermögen aufs blosse Erkenntnisse vermögen zu bringen". Aber vergeblich. „Denn es ist immer ein grosser Unterschied zwischen Yorstellungen, so ferne sie, bloss auf» Object und die Einheit des Bewusstseins desselben bezogen, zum Erkenntniss gehören, ingleichen zwischen derjenigen objectiven Beziehung, da sie, zugleich als Ursache der Wirklichkeit dieses Objecta betrachtet, zum Begehrungsvermögen gezählt werden, und ihrer Beziehung bloss aufs Subject, da sie für sich selbst Gründe sind, ihre eigene Existenz in demselben bloss zu erhalten, und so ferne im Verhältnisse zum Gefühle derLust betrachtet werden, welches letztere schlechterdings kein Erkenntniss ist noch verschafft, ob es zwar dergleichen zum Bestimmungsgrunde voraussetzen mag.^' (Kant's Werke, Ausgabe v. Bosenkranz 1. S. 586 ff.)

Brentano, Psychologie. I. 16 I Cr 242 Buch IL Voa den psychischen Phänomenen im Allgemeinen.

eine Richtung haben, die weder einwärts noch auswärtg ging, was undenkbar sei.

Hamilton musste es leicht werden, ein solches Baisonnement als nichtig darzuthun. Warum, fragt er mit Biunde, sollten wir nicht vielmehr sagen, dass. drei Gattungen von Thätigkeiten in der Seele zu denken seien, von welchen die einen ineunt, die anderen immanent, die dritten transeunt wären 1)? — Und wirklich käme man auf diesem, allerdings etwas abenteuerlichen, Wege zu einer Classification, die in ihren drei Gliedern mit dem, was Kant in der oben citirten Stelle von Erkenntniss, Gefühl und Begehren sagte, ziemlich ^', gut stimmen würde.

Aber Hamilton weist nicht bloss diesen Angriff zurück; ^^^- er versucht auch eine positive Begründung der Nothwendigkeit der Annahme der Gefiihle als einer besonderen Grundclasse. Zu diesem Zwecke zeigt er, dass es gewisse Zustände des Bewusstseins gebe, die weder als ein Denken noch auch als ein Bestreben classificirt werden können. Solche seien |S; die Gemüthsbewegungen, die in Jemand erregt werden, wenn ^/ er den Bericht vom Tode des Leonidas bei den Thermopylen lese, oder wenn er die folgende schöne Strophe aus einer bekannten alten Ballade höre: „Um Widdrington hüllt Gram mein Haupt, Weil ihn der Tod rafft' hin, Der, als die Ftisse ihm geraubt, Noch focht auf seinen Knien."

Solche Gemüthsbewegungen seien kein blosses Denken; und auch als Wollen oder Begehren lassen sie sich nicht bezeichnen. Aber doch gehören auch. sie zu den psychischen Phänomenen, und somit sei es nothwendig, den beiden Classen eine dritte zu coordiniren, die man mit Kant als die der Gefühle bezeichnen könne ^).

Dass dieses Argument ungenügend sei, ist leicht erkennbar. Es könnte sein, dass die Ausdrücke Wollen und Begehren nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche zu eng *) Sir W. Hamilton, Lectures on Metaphysics II. p. 423.

Capitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche. 243 wären, um alle psychischen Phänomene ausser den Phänomenen des Denkens zu umfassen, und dass überhaupt ein hiezu geeigneter Namen in der gewöhnlichen Sprache, fehlte, dass aber nichtsdestoweniger die Erscheinungen, die wir Begierden und die, welche wir Gefühle nennen, zusammen eine einheitliche, weitere und den Phänomenen des Denkens naturgemäss coordinirte Classe psychischer Phänomene bildeten. Eine wahre Rechtfertigung der Eintheilung ist nicht möglich ohne Darlegung des Eintheilungsprincips. Und Hamilton versäumt nicht, an einer anderen Stelle eine solche zu geben, indem er mit Kant die drei Classen für Phänomene verschiedener Vermögen der Seele erklärt, von welchen keines einer Ableitung fähig sei.

Descartes, Leibnitz, Spinoza, Wolflf, Platner und andere Philosophen, sagt er, haben, weil die Erkenntniss des inneren Bewusstseins alle Phänomene begleitet, das Vorstellungsvermögen als das Grundvermögen des Geistes betrachten zu müssen geglaubt, von dem die anderen nur abgeleitet seien. Allein mit Unrecht. „Diese Philosophen bemerkten nicht, dass obwohl Lust und Schmerz und ebenso Begehren und Wollen nur sind, insofern sie als seiend erkannt werden, dennoch in diesen Modificationen eine absolut neue Qualität, ein absolut neues Geistesphänomen hinzugekommen ist, welches niemals in der Fähigkeit der Erkenntniss inbegriffen war und daher auch nie aus ihr entwickelt werden konnte. Die Fähigkeit des Erkennens ist unstreitig die erste der Ordnung nach und so die couditio sine qua non der anderen, und wir sind fähig ein Wesen zu denken, das etwas als seiend zu erkennen fähig ist und doch gänzlich aller Gefühle von Lust und Schmerz, aller Fähigkeiten zum Begehren und Wollen ermangelt. Auf der anderen Seite sind wir völlig unfähig ein Wesen zu denken, welches, im Besitze von Gefühl und Begehren, — zugleich ohne Erkenntniss irgend welchen Objectes, auf welches seine Aflfecte sich richteten und ohne ein Bewusstsein von diesen Aflfectionen selbst wäre.

„Wir können femer ein Wesen denken, welches mit Erkenntniss und Gefühl allein ausgestattet wäre, ein Wesen, :V t^y I W\ "AH fr 244 Buch II. Von den phsychischen Phänomenen im Allgemeinen.

begabt mit einer Fähigkeit, Objecte zu erkennen und sich freuend in der Ausübung, sich betilibend bei der Hemmung seiner Thätigkeit, — und dennoch beraubt jener Fähigkeit zur Willensenergie, jenes Bestrebens, welches wir im Menschen finden. Solch einem Wesen würden Gefühle von Schmerz und Lust, nicht aber Begehren und Willen im eigentlichen Sinne zukommen.

„Auf der anderen Seite jedoch können wir unmöglich denken, dass eine Willensthätigkeit unabhängig von allem Gefühle bestehe; denn die Willensbestrebung ist eine Fähigkeit, welche nur durch einen Schmerz oder eine Lust zur Bethätigung bestimmt werden kann, — nämlich durch eine Schätzung des relativen Werthes der Objecte 0."

Diese Rechtfertigung der Classification in Bezug auf Princip, Zahl, Art und Ordnung der Glieder darf wohl als eine weitere Ausführung der Bemerkungen Kant's im gleichen Sinne betrachtet werden.

Hören wir auch noch Lotze, der gegenüber Herbart's neuem Versuche, jede Mehrheit von Vermögen zu beseitigen, in seiner Medicinischen Psychologie und mehr noch in seinem Mikrokosmus der Kant'schen Dreitheilung eine eingehende Vertheidigung widmet.