SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Vorlesungen über die Philosophie der Religion

German

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tommt/ ifi btefe @eite^ baf, tomn mtn bie ^tinctt>ien bei: wittli^en ^eil[^ett }tt @runbe gelegt fEnb ttnb btefe flä^ lu einem @9fieme be^ Sled^t^ tntxoittün, iatani gegebene^ pofu tit)e @efe^e entflel^en unb biefe bie gotm Don junbifd^en ®efe(en übtt^anpt in Sejiel^ung auf bie ^nbit^ibuen tt^alittL 2)ie (Svl^altung ber ®efe^gebung ifi ttn @etid()ten anJ^eimge:» geben/ wer ba^ ®efe( übertritt^ wirb t>or ©erid^t gejogen^ nnb bie (Sxiflens bed (Sangen wirb in fotd^e furibifd^e gorm nbetl^anpt gefegt. 3^r gegenüber fielet bann bie ©efinnung^ bd^ 3^><^^^/ wetd^eid gerabe ber!ßoben ber Stetigion ifi. @d ftab fo jwei Seiten fld) einanber entgegen ^ bie ber SSSirtlid^^* teit angel^ören/ — bie po^tin ©efe^gebung unb bie ®ef(nnttng in 9[nfel)ung berfelben.

3n!ßejug auf bie SSerfafung giebt e^ l^ier jwei 01^:» fieme: ba^ mobeme @^fient; worin bie Sefünimungen ber ^eil^eit unb ber gange Sau berfetben auf formelle äßeife aufredet erl^alten werben^ ol^ne bie ®efinnung }u bead^ten. IZ)a^ anbere @9fiem ifi ba^ ber ®efinnung — ba^ grted^ifd^e ^rinct)) ubtt^aupt, ba^ wir befonber^ in ber ))tatonifc^en Hu puhlii entwid(elt f(nben. äßenige @tanbe mad^en l^ierin bie @runblage au^^ iati ®ange berul^t fonfi auf ber Srgieli^ung/ auf ber Silbung^ weld^e gur äßifenfd^aft unb $I)ilofo)>l^ie fort^ geben fotl. S)ie $l^ilofo))bie fott bad ^errfd^enbe fe^n unb burd() fit fotl ber äKenfd^ gur @tttlid^feit geleitet werben: alte ®tanbe foOen ber ciofQoavvij tl^eill^aftig fe^n.

Seibe Seiten / bie @ef[nnung unb fene formelle SonflitU:9 tion^ flnb ungertrennlid^ unb töttnen fld^ gegenfeitig nid^t entbel^ren; aber in neuerer ^tit ifi bie Sinfeitigteit gum aSorfd^ein gef ommen^ baf einer @eit^ bie Sonfiitution fld^ felbfi tragen foll unb ©eflnnung^ Sieligion / ®ewiffen anbrer @eit^ ali gleid^gültig auf bie @eite gefiellt fe^n foUeU; inbem e^ bie @taat^oerfaffung nid^t^ angelte ^ gu weld^er ®ef!nnung unb Steligion fU^ bie ^biDibuen benennen, äßie einfeitig ba^ aber 250 Srfler X^f. Sednf tet (Reli^m.

ifl/ erl^eUt bofaiti^/ baf bit @efe(e t)on Stid^tetn gel^anbl^abe Wirben / unb ba tommt e^ auf i^re Strd^tlid^trit / fo wie auf Ufvt Sinffd^t aU/ benn ba^ @efet lierrfd^t nid^t/ fonbent bie Steufd^en foOm U |^ert#en mad^en: biefe SSetl^atiflung ifl^ ein <£onetete^; ber jBide bei Slenfd^en^ fo wie i'^xt (Sinf!d^t^ müfen bal ^^tige baju t^nn. 2)ie ^^i^Itifl^) ^^^ ©ubfectl muf aud^ bell^alb oft entfd^etbeU/ weil bie bürgerlid^en @efe(e boi Sefiimmen fe|t weit füllten unb bod^ noc^ nid()t jebe)) Sefou:» bete betül^tren tonnen. (Sbenfo ein Sinfeittgel ifi aber aud^ bie ©effnnttng ffit Hdf, an weld^em ä)langel hit t)latonifd^e Sttpubiit leibet, ^n tefigen geiten will man fU^ gar nid(|t auf bte Sintid^t t^ertafen^ fonbern man will ältte^ nad^ pop tioen ®efe(en geleitet wifen. <£in grofel ^tiipitl biefer ^in:^ feitigteit l^aben wir in ber neueflen älage^gef^id^te erlebt: an ber @))i(e ber franjöfEfdl^en Slegierung l^at man eine reltgiöfe ®efbinung gefelj^en^ bie oon bet %rt war^ baf il^r ber @taat ibttl^anpt für ein Stedj^tlofel galt/ unb baf fle feinbfelig gegen bie aSSirtlidj^teit, gegen Sled^t.unb @ittlic^teit auftrat.!Z>ie le|le 9leoolution war nun bie golge tinta religiöfen ©ewifenl^ bol ben ^rinei^ien ber ©taatioerfafung wiberfi^rod^en Ij^at^ unb bod^ foU ti nun nad^ berfelben @taat^oerfafung nid^t borauf antommeu/ )u weld^er 9leligion ffdj^ bal ^nbioibuum betenne: biefe SoUiffon ift nod) fe|»r weit bat>on/ gelöfi J» feljn.

^ie ©efEnnung nimmt nid^t not(^wenbig bit gorm ber Sie« ligion an; ffe tann auc^ melier beim Unbefiimmten ftel^en bleiben. 9ber in bem^ wai man ba^ äSolt nennt/ ifl bie le^te SQa^r^ |eit nidj^t in gorm t>on gebauten unb ^nncxpitn, fonbern wal bem SSolte aU Siedet gelten foU^ tann bau nur infofent/ oll ti 93e#immtel/ SSefonberei ' ifl. S)ief 93efiimmte bei 9ted^tl unb ber ®ittltd^{eit l^at nun für bai fSclt feine le(te Sewäl^ng nur in ber gorm einer t^orl^anbenen 9leli:> ftion/ unb wenn biefe nidj^t mit ben ^rtnci^ien ber greil^eit Der CitUud. 251 iufammenl^ängt, fe ift immer bte ©{Haltung uttb eine unauf:« getöjle (Sntimetung t)orl^anben/ ein feinbfetige^ SSer^ältnif^ ba^ flerabe im Staate niii^t liattflttben foIL Unter 9l0be^))ierfe 'l^at in ^xanUtiäi ber &(t)tticn regiert nnt> jtvar gegen bie^ tüetd^e nid^t in ber ©eünnung ber ^eil^eit waren; xotü fle t) erbaut ig gen)efen finb^ b. ^. nm ber ^ ©efinnung willen. 60 tjl aud^ ba^ SO^iniflerittm ^arl'^ X. t)erba4tig gewefen. 9lad^ bem gormeUen ber (Sonfiitution war ber SDlonard^ teiner SSerantwortUd^teit au^gefe^t; aber bief gormeUe l^at nid^t @tanb gel^alten; hit l^^naflie ijl t)om Z^tcn gejlärst worbett. . @o jeigt e^ fld^ ^ ba^ in Mt formell au^gebilbeten (S^onjli^ tution ber le^te 9(lotl^anter bod^ wieber bie ®ef!nnung ifl, bie in il^r bei (Seite geliettt war unb nun mit SBerad^tung aUer gorm fid^ gettenb mad^t. %n biefem äßiberf))rud^ unb an ber J^errfd^enben Sewuftloffgteit befelben ijl t^, baf unfere geit leibet.— Uebergang in ben folgenben S[bfd()nitt.

SSSir ^aben unterfd^ieben ben befÜmmteU; befd^rantten ' (luliu6 unb ben dnitn^ in bem Elemente ber greij^eit^ alfo benfelben Unterfd^ieb gefunben^ ber nbal^anpt in bie SBorfiellung ®otted fäUt.

3)ie beiben @eiten be^ ®eified in feiner £>biectit>itat; tx>it er ))or{ttg^weife ©Ott l^eift^ unb be^ ®eifie^ in feiner @ub^ jeCiit^ität; mad^rn bie ätealität be^ abfoluten Segriff^ t)on ®ott au^; ber aU bie abfolute Sinl^eit biefer feiner beiben anomente ber abfolute ®eifi i% S)ie 93efiimmt]^eit in einer biefer Seiten entf))rid^t ber anbern Seite ^ fEe ijl iit burd^^ gel^enbe allgemeine gonu/ in ber bie ^bee jlel^t unb bie toit^ ber eine Stufe in ber Totalität ber (Sntwid^elung berfelben aui^mad^t.

SBa^ nun biefe Stufen ber 9tealifirung betrift^ fo ifl im 93i^l|)erigen fd^on ber allgemeine Unterfd^ieb fefigefe^t/ baf^nad^ ber einen J^orm ber 9lealitat ber @eitl in einer 9ta^ biefem Untetfd^ieb ifi e« nun bie befitmmte Sleli:^ flion; bie junad^fl in bet folgenben Slbti^eitung betrad^tet n>irb.

^tt ttä^tiUtgcitbt ®inn txv be^immtett 9tellgion ifi Ut, baf bie Sieligion uberl!^attt>t aU (Sattung getiommen ft^, uttb bte btjlimmten Steligionm aU %ntn: biefeid SSetl^ältnif ^on ©attung }tt Sitten ifl einer Seiti^ gan} rid^tig^ wenn in anbeten äßtfenfd^aften t>om Sltlgemeinen )um Sefonbeten iibetgegangen witb: bau 93efonbete ifl abet ha nnt emt)itifd^ anfgenommen/ tu finbet fi^v baf ti biefe unb jene Sr^ittty biefe^ unb fene^ Sted^t giebt. ^n bet p^xloi^p^ütl^tn gßifenfd^aft batf nic^t fo t>etfal^ten iDetben/ bad Sefonbete batf nid^t ju bem allgemeinen li^iniutteten/ fonbetn ba^ SUlgenuin^ felbfi entfd^Iieft fÜf inm 93eflinunen/ jnm Sefonbeten; bet Segttfjr tl^eilt ^^ et mad^t tint utf))tunglid^e 93etlininiung aM ffd^. SOtit bet Setiimmtl^eit ubet]^au)>t ifl fogleid^ iCafet^n unb ßufommenli^ang mit atnbetem gefegt; toai beflimmt ifl/ ift für Xnbeted unb ba^ Unbei^ flimmte ifl gat ntd^t bo. ^ai, wofüt bie Steligion ifl^ bo^ 2)afe^ betfelben^ ifl ba^ SSemuftfet^n. 2)ie Steligion l^at il^te StealitSt aU Semuftfe^n.!Sief ifl untet 9tealif!tung hti 93egtif^ Stt Detflef^en: bet ^Ijialt witb babutd() beflimmt; baf unb toit et fut ba^ Semuftfet^n i$. Unfet ®ang ifl folgenbet: t9it (^oben bomlt angefangen/ ben Segtif bet Steligton/ bie Steligion an fid^ ju bettad^ten; ba^ ifl fle ffit un^, wie ii>it fle gefeiten l^abeU/ ein Slnbetetf ifl tu, baf f!e fld^ jum 93en>uf t« fe^n bringt. £>Ut mit anbeten SBotten: 91^ wit ben 93 e^ gtiff bet 9leligion bettad^teteU/ n>at biefet unfet ®ebante/ et l^at in biefem SOtebium unfettf @ebanfen^ txiftixt, toit l^en ben Segrif gebad|t unb et l^atte feine 9lealitat in mitm!Senf en.

256 Swßittt %f^U Zie bejKmmte üielmon.

* atber bte Stetigion ifi ni^t nur biefe^ @ubj[ectit>e; fonbrm ifl an unb für fld^ objectiD, ffr l^/it eine SCBeife bet ®jrifienj für fEd^ unb iit etile gorm betfelben ifi bie bet Unmittetbatteit/ n>o bit Steligion in il^t fetbfl nodd nid^t sum ©ebanteU; }ut Sleflejcion fottgegangen i$. i^iefe Unmittelbatteit treibt ffc^ abet felbfi gut fßetmittlung fott^ mit f!e an ^d^ ®ebante ifl unb erjl in ber tüal^rl^aften 9teligion n>irb e^ gen>uft^ wa^ ffe an unb für fld^ ifi, »a« i^x »egrif ifi; bie »itnid^e Ke^ (igion ifi bem fßegrif angemeffen. äBir "fyaUn j[e^t ben ®ang )u betrad^ten, n)ie bie toa^t'^afu Sleligion entfielet; bieStetigion ifi in il^rem Segrif ebenfo nod^ (eine 9teligion, benn ffe ifi tDefent^ lid^ nur im Sen)uftfei^n aU fold^e t)otl^anben. iDiefen (Sinn ^at ia^^ iPa^ tDit f^iet bettad^ten, ba^ ffd^ 9lealiflten be^ ^t^ gtifd. S)et gottgang be^ Ü^teaUflten^ ifi im Slttgemeinen on^ gegeben n)otben: ber fßegtif ifi ol^ Anlage im @ti% et mad^t bie innerfie äßal^rfieit befetben au^,. ab^r bet @eifi muf baju tommen, biefe SBai^rl^eit )u n)if en: bann etfi ifi. bie toa^x^aftt Sletigion wiMiö). Wtan tonn t)Ott alten Sleligionen fagen, fie fetten Stetigionen, unb entf))ted^en bem Segtif bet Sleligion, ju gleid^et geit abet, inbem fEe nod^ befd^ränft ffnb, mtfptti^tn fie bem Segtif nidj^t: bod^ abet muffen fie il^n enthalten, fonfi tüaten ffe ntd^t 9teltgionen; bet93egtif abet ifi auf t)etf(^iebene äßeife in il^nen t)otl^anben, ffe entfialten i^n nut juetfi an ffd^.

i^iefe befiimmten Steligionen ffnb nut befonbete äJlomente bti 33egrifi^ unb eben bamit entf))ted^en ffe bem Segtif nid^t, benn et ifi nid^t n)itnid^ inil^nen. &o ifi bet STlenfS^ ixoat an fl(b frei, bie ttfticanet, Xffaten abet ffnb e^ nid^t, xotü fit nid^t ba^ Sen)uf tfei^n befen l^aben, n>a^ ben Segtif be^ SJten^ fd^cn au^mad^t. 2)ie Stetigion ifi tim in i^ttt 33efiimmtl!^eit gu bettad^ten; bo^^öd^fie, bai etteid^t toitb unb mtbm tann, ifi, baf bie Sefiimmtl^eit bet 93egtif felbfi. ifi; m alfo bie @^tante aufgel^oben unb ba^ tetigiofe 93en>uftfe$n nid^t ^om Segtiff untetfdS^ieben ifi — bief ifi bie 3bee, bet Dotitommen teati^ fftte begriff, baDon tann abet et^ im legten Z^ttt bie Stebe fei^n.

(gint^eüung. • 257 95on biefen bejlimmten 9tetigionen ifl }uerfl bie @ intime t^ tung SU geben/ bie befonberen formen/ b\t bann}tt betrad^ten fEnb; gunad^fi muf bief jebod^ ottf aUgemeine äBeife gefc^el^en.

ftnnli^e Statur t>on' bem Sßefcnidaften unterfci^ctbet/ fo fta|[ ba^ Slaturlt^e nur aU t>etmtttcU burd^ ba^ Sßrfenl^afte gttmift tDtrb. $ter tfl e^^ too erfl Sleltgton etttfifldctt fann.

93ei bitfft SrJ^ebung )um Sßefcnl^aftm i^abtn iDtt ben SSegtiff biefetSrl^ebuita nhtx^aupt ju betrad^ten. ^irtr wirb bttr (Segctifianb auf grmiffe äßetfe bejlimmt unb btef SSal^rr^ l^on betn M ^<^^ SSeiDugtfc^n untcrfc^ribet^ ifi ©Ott. S)tffe (gt^ebung ifi batfclbr^ U)a^ abfitacter in ben Semetfen ))om!Z)afe9n ®otte^ t>orfommt. ^u allen biefcn 93en)ctfcn tfl €tne unb biefelbe Sr^icbung; nur tft ber 91u)^9ang^))untt unl) bie Statut bieft^ äBefcn^ t>rrfd^irben. S)a^ abet^ btefe Stl^e:« Bung }u ®ott^ fo unbfo bcftitnmt^ ifi nur bie @tne Seite, ^ai 8(nbere ift bieUm{el()rung: @ott/ fo unb fo beflimmt/ t^erl^alt ^ jum 6ubject/ ba^ f[(b etl^oben l^at.!S)a tritt bann ein^ n>ie ba^ Gubf ect befümmt ifi; e^ n>eif ffd^ aber fo, toit (Sott befiimmt i^.

ebrnfo ifi bte bemußte Stid^tung be^ @ubjcctd gu biefem Sßefen anzugeben unb ba^ bringt bie @eite be^ (Suitu« l^er^ cin^ ba^ gufamntenfd^liefen be^ Subfectd mit feinem äßefen.

S)ie Sintideilung ifi alfo folgenbe.

1. 3>ie natärlid^e Steligion, fEe ifi (Sinbeit be^ ®ei^ fügen unb 9latürli(^en unb in biefer nodb natfirUd^en €in](ieit ifi ^xit ®ott gefaßt. S)er äTlenfd^ in fetner Unmittelbarfeit ifi nur ftttnlid^e^, natfirlid^e^ äBiffen unb naturlid^e« SßoQen. ^n^ fofern bad äKoment ber 9te(igion barin ifi unb ba^ SDloment bfr erbebung nod^ in bie Slaturlid^teit eingefd^Ioffen ifi, fo ifi ba (Stma^, ba^ bod^ ein -^öbere^ ft^n foU aU nur tin Xln^ mittelbare^. Tiai ifi bie gauberei.

2.!S)ie Sntimerung be^ Seiouf tfe^niS in f!d^ fetbfi, fo baß e^ fEd^ koeif aU bloßem Statiirlid^e^ unb bat)on unter« fd|eibet ba^ SEßabrbafte, SBefenbafte^ in totl^m biefe 9la« turtid^teit, ^nblid^feit nid^td gilt unb gemußt mirb M ein 9tid^tige^. Sßäbrenb in ber natürlid^en 9teIigion ber @eifi nod^ in SteutratitSt mit ber 9latur Uht, ifi nun @ott aU bie a>« ■ foluteSTlad^t unb Subfianj befiimmt, in meld^er ber natura Qint^eiim^. 259 A. ber Staturreligion an^.

B. bie Sleltgion ber geifligen 3nbit>ibuatitat ober ber freien ©ubfectiDität.

$ier ifi e^^ bafii ba^ geifiige gürfid^fe^n be^ @nb^ feet^ anfängt^ ber ©ebante bad ^errfd^enbe^ Sefiimmenbe ifi unb baf bie 9taturlid^{eit^ aU ein nur tiufben>al^rte^ SJloment^ nur )ttm @d^ein l^eruntergefe^t ifi aU Sceibentette^ gegen ba^ (SubfiantteUe^ im Sßerbaltnifi su il^m^ baf e^ nur 9latur(eben mirb^ Seibtid^teit für ba^ @ubfect^ ober bod^ ba^ fd^Ied^tl^in betermintrte ifi loon bem Subfect.

Qi Fommen aud^ l^ier n^ieber brei gormen t^or.

£)ie Religion bet 3n)edhnäfigfeit; n^o in @ott din ^xoti gefegt ifi/ abet nodj) nid^t bet abfolute 3^^'/ "^^^^ ^^^ ^^^ Steligion be^ gatum genannt n^erben^ toeil eben bet ^totd Aod^ nid^t teinet geifiiget 3n)ed( ifi^ fonbetn fogleid^ ein befonbetet 3tt)edt in ®ott gefegt ifi. S)iefet befonbere 3»edt ifi batin ein S5et«* nunftlofcd gegen bie anbetn ^mdt, bie eben fo t>iel 9ted^t l^ätten.

^ie unmittelBare Heligiotu wie tfl ba^^ n>a^ man in neucrfv grit naturftd^r Steltgi^tt genannt l^at^ biefe tnft mit ber 9lat«rretigiim $nfammfn> in«» fofern man in biefet ben ®ebanfen Ijjeratt^^ebt.

Unter 9laturreltgton i)at man tn neuetet geit t^erftanben, toa^ ber STlenfd^ burd^ fiä), bnrd^ ba^ natärlid^r Sid^t feincf SJetnunft t)on ®ott l^erau^brtngfn un^ erttnnen lann. Wtoftf ^at fle fo ber geoffenbarkn^ entgegenflefe^t nn^ ht^cmpM^ mtf ba^ fönne für ben SOtenfd^en n)al)rl)aft fc^n^ mo^ er in fetttev 9Sernunft l^abe. Slatfirlid^e aSernunft ifi aber ein fd^tefev S(u^bru(i; benn unter Slatiitltd^em Derfieldt man bai &innU<l^^ natärUd)e/ ba^ Unmittelbare. 9tatxix ber äSemunft ifi t^ielmel^r »egriff ber aSermmft; ber ®eiji ifi eben' bief, fld^ über bie 9tatnx SU erl^eben. 9latärU(^i SSernunft i^, bem tt>al^r^aftfn @ijtne nad^/ ®etfl/ SSernunft bem (Begriff nad^^ unb ha^ mad^t feinen ®egenfa( gegen bie geoffnbarte 9teligiom ®ott/ ber ®eifi^ tann f!d^ nur bem ®eifl^ ber SSernunft offenbaren.

@d ifi l^ter nod^ ))on einet äSorfleQung ju f))red^en^ bie nad^ bem^ ipad f!e unter natürUcf^er Iftelision Xftxüt^t, befiimmte Sinfprä^e barauf ma(i^t/ H^ n^tr fte l^iet bettad^ten. SKan l^at nämU(i^ ))ön ber unmittelbaren Steligion hit äSorfieQung^ ba0 fte e^ fe^n muffe, meldte bie »al^rljafte, t)ortretfli(i&jie, gött* liÖ^t 9{eligion fe^ unb bafi f[e ferner aud^ gcfd^id^tUd^ ^abe bie trfte fe^n muffen. 9ta(fy unfrer (Sintl^eilung ifi ffe tit nmoü^ tommen^e unb fo bie erfie, unb nad^.biefer anbern äSorjleQung tft ffe aud^ bie txfit, aber bie n)al^r^aftettc. @^ ifi, U)ie be^ merft n)orben, bie äVaturreligion fo bejltmmt/ bagi in il^r ha^ @eiftige mit bem äVatürlid^en in biefer ertlen ungetrübten, un^ gefiorten (£inl|)eit fe^.!S)iefe SSejlttnmung n)irb aber bter ge^ ttommen aU bie abfolute, h>al^rl^afte 93etiimmung unb biefe Sieligion in biefer 93e}iel^ung fo al^ bie göttlid^e. ä)lan fagt> berSnenfd^ l|^abe eine tca^t^^afu, urf))ränglid^e dteligion gehabt, im @tanbe ber Unfd^ulb, el^e nodj^ jene Trennung in feine ^ntelligeni getommen fe^, bie ber Slbfall genannt n)irb. A priori begrünbet man bad in ber äSorfieltung, bafi ))on ©Ott, al^ bem fd^led^tlj^in @uten, ©eijter gefdj^affen fe^en aU (Sbenbilber feinet felbfl unb biefer @ott @emäße Ij^abe mit il^m in abfolutem gufammenl^ange geflanben. 2^ biefem gufammenl^ange l^abe ber @eifl audj^ in ber (Sinl^eit mit ber Statur gelebt, er fe^ nod^ nid^t in f(d^ reflectirt gemefen,.l^abe nod^ nid^t biefe Trennung in ffd^ t>orgenommen ))on ber Slatur, fie^e nad^ ber ))Yattifdi^en @eite, bemSGßilten nad^ noe^ im fd^önen @lauben, nodi^ in ber Unfd^ulb unb fe^ abfolut gut gen^efen.!S>ie Sdj^ulb entfiebt erfl mit ber SSSiliettr unb biefe ifi, baf hit £eibenfd^aft fUj^ fe^t in ii)ttx eignen e^reil^ett^ ba^ ®ubiect bie 93ej}itnmun^ gm nur aud ffd) nimmt, bie e^ unterfd^ieben l^at oom Statur^ lidj^en. 2)ie ^flanje ifl in biefer Sin^eit; i^re @eele iÜ in btefet dm^tit bct Statut; ba^ 3nbtt)ibttttm bet ^flan)e t^farb nt<l^t ungetreu tl^rer Statur^ ffe n>trb^ tote fle fe^n foU^ ba^ @e^n unb bte Sefltmmung ifl ntd^t ))erfdi^ieben. 2)iefe Sretu nung be^ Se^nfoUen^ unb feinet Statut ttitt etfl mit bet SBiD^ fü^r ein unb biefe l^at il|^te @teUe etfi in ^et 9teflejrton; obct eben biefe 9teflejrion unb ^bfonbetung fet^ tttf|)tängUd^ niil^t uotbanben unb bte gtetlj^eit mit bem ®efe( unb beut t>etnfinf« ttgen äBiQen fo tbenttfd^ gewefen^ reit bai ^flanien^s^^ubtoibnum mit feinet Statut ibentifd^ ifl.

(Sbenfo fieltt man ^tl^ Dot^ u>te bet SDtenfd^ hn @tanbe bet llnfd^ulb in StudTfEd^t auf ba^ t^eotetifd^e 93en>uftfe9n t)on!ommen fe^. (St fd^eint f{<j|> i^iet )u befiimmen aU ibenttfid^ mit bet Statut unb bem Segtif bet S)tn8e, e^ l^at f[d^ ni^d^ tti^t gefd^teben ba^ gätffd^fe^n feinet unb ba^ bet!&inge; et t!e|ft il^nen in^ $et)^ bie Statut tfi fät il^n nod^ nid^t ein Ste:^ gatiDe^, ein SSetfinflette^ ^ etfi in bet Stennung legt fU^ bie ffnnUd^e Stinbe um bie I^inge^ bie ili^n üon ilj^nen ttennt; bie Statut fieltt fo mit eine Sd^eiben^anb gegenubet. (S^ n>itb fo gefagt^ bet ®eifi ifi in einem fold^en 95etl|^ältnif bie allgemeine; wal^tlj^afte Statut bet!&inge unmittelbat n>iffenb/ in bet Stnfd^auung ffe oetfie^^enb^ eben weit bie Slnfd^auung tia ä&itfen ifi/ ein ^tüitl^m, ju oetgleid^en mit bem gufianb beitf @omnambulidmu^/ in totlä^tm bie @eete ju biefet Sinl^eit bet ^nnettid^teit mit i^tet SGßelt sutücttel^rt; fo l^abe fät fenen utf|)tfingti<li>en anfd^auenben SJetfianb bie Statut bet S)inge aufgefd^Iofen bagelegen^ meit ffe füt tl^n befreit ifi oon ben ättßeten Sebittgungen be^ Staum^ unb bet geit^ oon bet oet^ fünbigen 93efiimmung bet!S>inge; fo baf in biefet (Sinl^eit bet (Seift in ifteiet ^l^antaf^e, bie feine äBiUfüt ifi, bie!3>inge nad^ il^tem Segtif/ na^». tli^tet Sßal^ti^aftigfeit ffel^t, ba^ »tigefd^aute butd^ ben Segttf befUmmt ifi, in en)iget @d^önl^eit etfd^eint unb fibet bet fiebingung bet SSettümmetung bed Stfd^einend fielet — iuxif bet (9eifi l^abe ba^ SUtgemeine im Sefonbetn in feiner reinen (geftaltunA unb ba^ Sefonbere^ ^nbiDtbueQe in fetner SUtgemeinl^eit oU eine gotttid^e^ AÖttergtetd^e £ebenbigtett «wt^ f dj) gel^abt nnb angefd^aut. Unb inbem ber äJfenfd^ bie Statur in il^rer innerflen fBefitmmtl^ett erfaft nnb beren n^al^r^? li^a^e 93eitei^un9 auf bie entf^^red^enben ®eften feiner felbfl rrfannt l^abt^ fo Ij^abe er ffd^ }nr Sflatur aU gu einem ent^ f^reil^enben bit £)rganifatton nid^t jer^örenben bleibe üerl^atten. (£i ifl mit biefer SSorOeUung bie ^bee ))erbunben, baf ber ®eif} bamtt im!Be1t( aller Sunfi unb SSSiffenfd^aft gewefea fet^ nnb nod^ mel^r fiellt man fd^ )oox, ba^^ n>enn ber äKenfd^ in biefer allgemeinen Harmonie ficj^e^ er bie l)armohif(^e @ubfian{/ @ott felbfi unmittelbar fd^aue^ nid^t aU 9lb^ flractum bei^ ©ebanten^^ fonbem al^ beftimmte^ S^efen.