SigPhi · Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

German

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rien, die, wie man nicht zweifeln darf, eine Miſchung von gro⸗ ben und leichtern Theilchen, in ſich haben, welche, nachdem ſie ſich zu einer Hohe, die fur ſie eine kühlere Luft hegt, erhoben ha⸗ ben, in fhmweren Pech und Schwefelregen hinabſtuͤrzen und der Flamme neue Nahrung zufuhren. 4) Eben dieſe Atmoſphaͤre iſt auch, aus den gleichen Urſachen wie auf unſerer Erde, von denen Bewegungen der Winde nicht befreyt, welche aber dem Anſehen nach, alles was die Einbildungskraft nur ſich vorzuſtellen ver⸗ mag, an Heftigkeit weit ubertrefjen muͤſſen. Wenn irgend eine Gegend auf der Oberflache der Sonne, entweder durch die erilife kende Gewalt der ausbrechenden Dämpfe, oder durch den ſpar⸗ ſamen Zufluß brennbarer Materien, in dem Ausbruche der Flamme nach laͤßt; fo erkuhlt die daruber befindliche Luft einigermaßen, und, indem ſie ſich zuſammenzieht, giebt fie der daneben befind« lichen Platz, mit einer dem Ueberſchuſſe ihrer Ausſpannung ge⸗ maͤßen Gewalt, in ihren Raum zu dringen, um die erloſchne Flamme anzufachen.

Gleichwohl verſchlingt alle Flamme immer viele euft, und es iſt kein Zweifel, daß die Federkraft des fluſſigen Luftelements, das die Sonne umgiebt, dadurch in einiger Zeit nicht geringen Nachtheil erleiden muͤſe. Wenn man dasjenige, was Herr Has les hiervon, bey der Wirkung der Flamme in unſrer Atmoſphaͤre, durch ſorgfaͤltige Verſuche bewaͤhrt hat, hier im Großen anwen⸗ det; fo kann man, die immerwaͤhrende Beſtrebung der aus der Flamme gehenden Rauchtheilchen, die Elaſticität der Sonnen» Atmoſphaͤre zu zernichten, als einen Hauptknoten anſehen, deſſen Auflöſung mit Schwierigkeiten verbunden iſt. Denn dadurch, daß die Flamme, die über der ganzen Flaͤche der Sonne brennt, ſich ſelbſt die Luft benimmt, die ihr zum Brennen unentbehrlich iſt, fo iſt die Sonne in Gefahr, gar zu verloſchen, wenn der großte Theil ihrer Atmoſphaͤre verſchlungen worden. b) Es iſt wahr, a) Nach einer ähnlichen Vorſtellung glaubten mehrere, in den Sonnenflecken ſolche Schlacken zu ſehen.

b) Und warum fehn wir nichts von einem Rauche des brennen⸗ den Körpers? — die Sonnenflecke koͤnnen es nicht ſeyn, weil .

das Feuer erzeugt auch, durch Aufloͤſung gewiſſer Materien, Luft; aber die Verſuche beweiſen, daß allezeit mehr verſchlungen, als erzeugt wird. Zwar, wenn ein Theil des Sonnenfeuers, unter erſtickenden Daͤmpfen der Luft, die zu ihrer Erhaltung dient, be raubt wird; fo werden, wie wir ſchon angemerkt haben, heftige Stürme ſie zerſtreuen und wegzufuͤhren bemuͤht ſeyn. Allein im Ganzen wird man die Erſetzung dieſes noͤthigen Elements auf folgende Art ſich begreiflich machen koͤnnen, wenn man in Be⸗ trachtung zieht, daß da bey einem flammenden Feuer, die Hitze faſt nur uͤber ſich, und nur wenig unter ſich wirkt, wenn ſie durch die angefuͤhrte Urſache erſtickt worden, ihre Heftigkeit gegen das Innere des Sonnenkoͤrpers kehrt, und deſſen tiefe Schluͤnde noͤ⸗ thigt, die in ihren Hoͤhlen verſchloſſene Luft hervorbrechen zu laſſen, und das Feuer aufs neue anzufachen: wenn man in dieſem ihrem Eingeweide durch eine Freyheit, die bey einem ſo unbekann⸗ ten Gegenſtande nicht verboten iſt, vornaͤmlich Materien ſetzt, die, wie der Salpeter, an elaſtiſcher Luft unerſchoͤpflich ergiebig ſind; ſo wird das Sonnenfeuer uͤberaus lange Perioden hindurch an dem Zufluſſe immer erneuerter Luft nicht leicht Mangel leiden koͤnnen.

Gleichwohl fieht man die deutlichen Merkmale der Vergaͤng⸗ lichkeit auch an dieſem unſchaͤtzbaren Feuer, das die Natur zur Fackel der Welt aufgeſteckt. Es kommt eine Zeit, in welcher ſie wird erloſchen ſeyn. Die Entziehung der fluͤchtigſten und feinſten taferien, die, durch die Heftigkeit der Hitze zerſtreut, niemals wieder zuruͤckkehren, und den Stoff des Zodiakallichts vermehren, die Haͤufung unverbrennlicher und ausgebrannter Materien, z. E. der Aſche auf der Oberflaͤche, endlich auch der Mangel der Luft, werden der Sonne ein Ziel ſetzen, da ihre Flamme dereinſt erloͤ, ſchen, und ihren Ort, der jetzt der Mittelpunkt des Lichts und des Lebens dem ganzen Weltgebaͤude iſt, ewige Finſterniſſe ein⸗ nehmen werden. Die abwechſelnde Beſtrebung ihres Feuers, durch die Eroͤfnung neuere Gruͤfte, wiederum aufzuleben, mo; durch ſie ſich vielleicht vor ihrem Untergange etlichemal herſtellt, 1 ſich mit der Achſendrehung der Sonne e fortbe en * e könnte eine Erklaͤrung des Verſchwindens und der Wiedererſchei⸗ nung einiger Fixſterne ) abgeben. Es wurden Sonnen ſeyn, welche ihrem Erloſchen nahe ſind, und die noch etlichemal aus ihrem Schutte aufzuleben trachten. Es mag dieſe Erklarung Beyfall verdienen oder nicht, ſo wird man ſich doch gewiß dieſe Betrachtung dazu dienen laſſen, einzuſehen, daß, da der Voll⸗ kommenheit aller Weltordnungen, es ſey auf die eine oder die andere Art, ein unvermeidlicher Verfall droht, man keine Schwie⸗ rigkeit in dem oben angefuͤhrten Geſetze ihres Untergangs, durch den Hang der mechaniſchen Einrichtung, finden werde, welche dadurch aber vornaͤmlich annehmungswürdig wird, weil nie den Saamen der Wiedererneuerung, ſelbſt in der Vermengung mit dem Chaos, bey ſich fuhrt. 1 Zuletzt laßt uns der Einbildungskraft ein ſo wunderſeltſames Objekt, als eine brennende Sonne iſt, gleichſam in der Naͤhe vor⸗ ſtellen. Man ſieht in einem Anblicke weite Feuerſeen, die ihre Flammen gen Himmel erheben, raſende Sturme, deren Wuth die Heftigkeit der erſten verdoppelt, welche, indem fie ſelbige uber ihre Ufer aufſchwellend machen, bald die erhabene Gegenden die⸗ ſes Weltkoͤrpers bedecken, bald fie in ihre Graͤnzen zuruckſinken laſſen: ausgebrannte Felſen, die aus den flammenden Schlunden ihre fuͤrchterlichen Spitzen herausſtrecken, und deren Ueberſchwem⸗ mung oder Entbloßung von dem wallenden Feuerelemente, das abwechſelnde Erſcheinen und Verſchwinden der Sonnenflecken, verurſacht: ) dicke Daͤmpfe, die das Feuer erſticken, und die, durch die Gewalt der Winde erhoben, finſtre Wolken ausmachen, welche in feurigen Regenguſſen wiederum herabſturzen, und als brennende Strome, von den Hohen des feſten Sonnenlandes ) ſich in die flammenden Thaͤler ergießen, das Krachen der E ſemente a a a) Dergleichen werden von uns veraͤnderliche Sterne genennt; die merkwuͤrdigſten ſind der Stern o (2 beim Doppel⸗ mayer) am Halſe des Wuinfches, und der Stern x (p) am Halſe des Schwans.

b) Alſo auch hier etwas von einem dunkeln Sonnenkoͤrper, der manchmal durch die Lichtatmoſphaͤre zu erblicken iſt. S. oben pag. 95. not. a.

) Ich ſchreibe nicht ohne Urſache den Sonnen alle Unebenheiten des feſten Landes, der Gebürge und der Thaͤler zu, die wir auf * den Schutt ausgebrannter Materien, und die mit der Zerſtoͤrung ringende Natur, welche, ſelbſt mit dem abſcheulichſſen Zuſtande ihrer Zerruͤttungen die Schönheit der Welt und den Nutzen der Kreaturen, bewirkt. b) j Ä Wenn denn die Mittelpunkte aller großen Weltſyſteme flam⸗ mende Körper find; fo iſt dieſes am meiſten von dem Central⸗ koͤrper desjenigen unermeßlichen Syſtems zu vermuthen, welch es die Firſterne ausmachen. Wird nun aber dieſer Körper, deſſen Maſſe zu der Groͤße ſeines Syſtems ein Verhaͤltniß haben muß, wenn er ein ſelbſtleuchtender Korper oder eine Sonne waͤre, nicht mit vorzuͤglichem Glanze und Größe in die Augen fallen? Gleich⸗ wohl ſehen wir keinen dergleichen ſich ausnehmend unterſcheiden⸗ den Fixſtern unter dem Himmelsheere hervorſchimmern. In der That, man darf es ſich nicht befremden laſſen, wenn dieſes nicht geſchieht. Wenn er gleich 10000 mal unfere Sonne an Größe überträfe, fo kfoͤnnte er doch, wenn man feine Entfernung Too mal groͤßer, als des Sirius ſeine annimmt, nicht großer und heller, als dieſer, erſcheinen. | Vielleicht aber iſt es den fünftigen Zeiten aufgehoben, wenige ſtens noch dereinſt die Gegend zu entdecken, wo der Mittels unſerer Erde und andern Weltkoͤrpern antreffen. a) Die Bildung einer Weltkugel, die ſich aus einem fluͤſſigen Zuſtande in einen fe ſten verändert, bringt nothwendig folche Ungleichheiten auf der Oberflaͤche hervor. Wenn die Oberfläche fich haͤrtet, indeſſen, daß in dem fluͤſſigen inwendigen Theile ſolcher Maſſe, die Materien ſich noch nach Maaßgebung ihrer Schwere zum Mittelpunkte, hinſen⸗ ken; fo werden die Partikeln des elaſtiſchen Luft⸗oder Feuerele⸗ ments, das ſich in dieſen Materien mit untergemengt befindet, eee und haͤuſen ſich unter der indeſten ſeſtgewordenen Rinde, unter welcher fie große und nach Proportion des Sonnen⸗ klumpens ungeheure Hoͤhlen erzeugen, in welche endlich gedachte oberſte Rinde, mit mannigfaltigen Einbeugungen hereinſinkt, und ſowohl erhohte Hegenden und Gebuͤrge, als auch Thaͤler und Fluth⸗ beete weiter Feuerſeen dadurch zubereitet. | * a) Richtig; aber oben im Texte iſt ja von den Bergen und Thaͤlern der Sonne ſelbſt die Rede. Herr Kant redet hier zweideurig 5) Aber: follte wohl die Sonne ein ſolches ſchreckliches Chaos von Zerſtoͤrung und Ordnung, und auf ihr A fuͤrchterliche Zerrut⸗ tung immer herrſchend ſeyn? Iſt nicht ſchoͤn darum Bodens Meinung annehmlicher und als ordnungsvoll wahrſcheinlicher als die hier vorgetragne? l + + ’ * punkt ) des Fixſternenſyſtems „dazu unſere Sonne gehoͤrt, be⸗ findlich iſt, oder vielleicht wohl gar zu beſtimmen, wohin man den Eentralförper des Univerſums, nach welchem alle Theile deſſetben mit einſtimmiger Senkung zielen, ſetzen muͤſſe. Von was für einer Beſchafſenheit dieſer Fundamentalkoͤrper der gan⸗ zen Schöpfung ſey, und was auf ihm befindlich, wollen wir dem Herr Whrigt und Durham zu beſtimmen uͤberlaſſen, der mit einer fanatiſchen Begeiſterung, ein kraͤftiges Weſen von der Goͤt⸗ terart mit geiſtlichen Anziehungs⸗ und Zuruͤckſtoßungskraͤften, das, in einer unendlichen Sphaͤre um ſich wirkſam, alle Tugend an ſich zoge, die Laſter aber zuruͤcktriebe, in dieſem gluͤcklichen *) Ich habe eine Muthmaßung, nach welcher es mir ſehr wahrſchein⸗ lich zu ſeyn dunkt, daß der Sirius oder Hundsſtern, in dem Eyſteme der Sterne, die die Milchſtraße ausmachen, der Central⸗ koͤrper ſey, und den Mittelpunkt einnehme, zu welchem ſie ſich alle beziehen. Wenn man dieſes Syſtem, nach dem Entwurfe des er⸗ ſten Theils dieſer Abhandlung, wie ein Gewimmel von Sonnen, die zu einer gemeinſchaftlichen Flaͤche gehaͤuft ſeyn, anſieht, wel⸗ ches nach allen Seiten von dem Mikkelpunkte derſelben ausge⸗ ſtreuet iſt, und durch einen gewiſſen, ſo zu ſagen, eirkelfoͤrmigen Raum, der durch die geringen Abweichungen derſelben von der Bez ziehungs Ebne, ſich auch in die Breite von beiden Seiten etwas ausdehnt, ausmacht: fo wird die Sonne, die ſich gleichfalls dieſer Ebne nahe befindet, die Erſcheinung dieſer eirkelfoͤrmigen, weislich ſchimmernden Zone, nach derjenigen Seite hin, am breiteſten fe hen, nach welcher ſie ſich der aͤußerſten Graͤnze des Syſtems am nuaͤchſten befindet; denn es iſt leicht zu vermuthen, daß ſie ſich nicht eben gerade im Mittelpunkte aufhalten werde. Nun iſt der Streif der Milehſtraße, in dem Theile zwiſchen dem Zeichen des Schwans und des Schützens, am breiteſten, folglich wird dieſes die Seite ſeyn, da der Platz unſerer Sonne der aͤußerſten Peripherie des eir⸗ kelfoͤrmigen Syſtems am naͤchſten iſt: und in dieſem Theile wer⸗ den wir den Ort, wo die Sternbilder des Adlers und Fuchſes mit der Fans ſtehen, inſonderheit vor den allernächften halten, weil daſelbſt gus dem Zwiſchenraume, da die Milchſtraße ſich theilet, die größte ſcheinbare Zerſtreuung der Sterne erhellt. Wenn man da⸗ her ohngeſaͤhr vom Orte neben dem Schwanze des Adlers, eine Li⸗ nie mitten durch die Flaͤche der Milchſtraße bis zu dem gegen uͤber⸗ ſtehenden Punkte zieht; ſo muß dieſe guf den Mitkelpunkt des Sy⸗ ſtems zutreffen, und ſie trift in der That ſehr genau auf den Si⸗ rius, den hellſten Stern am ganzen Himmel, der, wegen dieſer gluͤcklichen, mit feiner vorzuͤglichen Geſſalt wohl harmonirenden Zuſammentreſſung, es zu verdienen ſcheint, daß man ihn für die Central-Sonne ſelbſt hafte. Er würde, nach dieſem Begriffe, auch gerade in dem Streiſe der Milchſtraße geſehen werden, wenn der Stand unſrer Sonne, der beym Schwanze des Adlers von der Ebne derſelben etwas abweicht, nicht den optiſchen Abſtand des Mittelpunkts gegen die andere Seite ſolcher Zone, verurſachte.

e Ä Orte, gleichſam auf einen Thron der geſammten Natur, erhde hete.«) Wir wollen die Kuͤhnheit unſerer Muthmaßungen, wel⸗ chen wir vielleicht nur gar zu viel erlaubt haben, nicht bis zu willkuhrlichen Erdichtungen den Zügel ſchießen laſſen. Die Gott⸗ heit iſt in der Unendlichkeit des ganzen Weltraums allenthalben gleich gegenwartig; aßenthalben wo Naturen find, welche fähig find, ſich über die Abhängigkeit der Geſchopfe, zu der Gemein⸗ ſchaft des hoͤchſten Weſens, empor zu ſchwingen, befindet es ſich gleich nahe. Die ganze Schöpfung iſt von ihren Kraͤften durch» drungen, aber nur der enige, der ſich von dem Geſchoͤpfe zu bes freien weiß, welcher fo edel iſt, einzuſehen, daß in dem Genuffe dieſer Urquelle der Vollkommenheit die hochſte Stufe der Glück⸗ ſeligkeit einzig und allein zu ſuchen, der allein iſt fähig, die ſem wahren Beziehungspunkte aller Treflichkeit ſich naͤher, als irgend etwas anders in der ganzen Natur, zu befinden. Indeſ⸗ fen wenn ich, ohne an der enthuſia iſchen Vorſtellung des En⸗ gelländers Theil zu neymen, von den verſchiednen Graden der Geiſterwelt aus der phyſiſchen Beziehung ihrer Wohnpläge ges gen den Mittelpunkt der Schöpfung, muthmaßen fol, fo wollte ich mit mehrerer Wahrſcheinlichkeit die vollkommenſten Klaſſen vernünftiger Weſen, weiter von dieſem Mittelpunkte, als nahe bey demſelben, ſuchen. Die Vollkommenheit mit Vernunft be⸗ gabter Geſchoͤpfe, in ſo weit ſie von der Beſchaffenheit der Ma⸗ terie abhaͤngt, in deren Verbindung ſie beſchraͤnkt ſind, kommt gar ſehr auf die Feinheit des Stoffs an, deſſen Einfluß dieſelbe zur Vorſtellung der Welt und zur Gegenwirkung in dieſelbe be⸗ ſtimmt. Die Traͤgheit und der Widerſtand der Materie ſchraͤnkt die Freyheit des geiſtigen Weſens zum Wirken und die Deutlich⸗ keit ihrer Empfindung von aͤußern Dingen gar zu ſehr ein, ſie macht ihre Faͤhigkeiten ſtumpf, indem ſie deren Bewegungen nicht mit gehöriger Leichtigkeit gehorcht. Daher wenn man, wie es wahrſcheinlich iſt, nahe zum Mittelpunkte der Natur die dich⸗ a) Wer weiß, ſagt auch Herr Bode, ſtralt nicht in dieſem Mitte! punkte eine mehr als irdiſche Sonne, und iſt nicht daſelbſt ein näherer Thron der Macht Gottes, von woher ſie alle Welten lenkt, alle Naturgeſetze vorſchreibt, und die erſten Triebfedern de' Bewegung in Wicekſamkeit ſetzt? — S. Kenntniß des ge⸗ ſtünten Himmels, pag. 6or. 8 | a a) teſten und ſchwerſten Sorten der Moterie, und dagegen in der größern Entfernung, die zunehmenden Grade der Feinheit und Leichtigkeit derſelben, der Analogie gemäß, die in unfern Welt⸗ bau herrſcht, annimmt; fo iſt die Folge begreiflich. Die ver⸗ nuͤnftigen Weſen, deren Erzeugungsplatz und Aufenthalt naͤher zu dem Mittelpunkte der Schoͤpfung ſich befindet, ſind in eine ſteife und unbewegliche Materie verſenkt, die ihre Kraͤfte in einer unüberwindlichen Traͤgheit verſchloſſen enthalt, und auch even ſo unfaͤhig iſt, die Eindruͤcke des Univerſums, mit der noͤthi⸗ gen Deutlichkeit und Leichtigkeit „ zu übertragen und mitzuthei⸗ len. Man wird dieſe denkenden Weſen alſo in die niedrige Klaſſe zu zaͤhlen haben; dagegen wird, mit den Entfernungen vom all⸗ gemeinen Centro, dieſe Vollkommenheit der Geiſterwelt, welche auf der gewechſelten Abhangigkeit derſelben von der Materie ber ruht, wie eine beſtaͤndige Leiter wachſen, a) In der tiefſten Er⸗ niedrigung zu dieſem Senkungspunkte hat man dieſem zufolge die ſchlechteſten und unvollkommenſten Gattungen denkender Na⸗ turen zu ſetzen, und hiewaͤrtshin iſt, wo dieſe Treflichkeit der Weſen ſich, mit allen Schattirungen der Verminderung, endlich in den gaͤnzlichen Mangel der Ueberlegung und des Denkens ver⸗ liert. In der That, wenn man erwaͤgt, daß der Mittelpunkt der Natur zugleich der Anfang ihrer Bildung aus dem rohen Zeuge, und ihre Graͤnze mit dem Chaos, ausmacht; wenn man dazu ſetzt, daß die Vollkommenheit geiſtiger Weſen, welche wohl eine aͤußerſte Graͤnze ihres Anfanges hat, wo ihre Faͤhigkeiten mit der Unvernunft zuſammenſtoßen, aber keine Graͤnzen der Fortſetzung, über welche fie nicht koͤnnte erhoben werden, ſon⸗ dern nach der Seite hin, eine voͤllige Unendlichkeit vor ſich findet; ſo wird man, wenn ja ein Geſetz ſtatt finden ſoll, nach welchem der vernuͤnftigen Kreaturen Wohnplaͤtze, nach der Ordnung ihrer Beziehung zum gemeinſchaftlichen Mittelpunkte, pertheilt ſeyn, die niedrigſte und unvollkommenſte Gattung, die gleichſam den Anfang des Geſchlechts der Geiſterwelt ausmacht, an demjenigen Orte zu ſetzen haben, der der Anfang des geſammten Uni ver, ſums zu nennen iſt, um zugleich mit dieſem in gleicher Forts a) Hiervon handelt der dritte Theil heſonders.

ſchreitung alle Unendlichkeit der Zeit und der Raume, mit ins Unendliche wachſenden Graden der Vollkommenheit des Den⸗ kungsvermoͤgens, zu erfuͤllen, und ſich, gleichſam nach und nach, dem Ziele der höchften Treflichkeit, nämlich der Gottheit zu nd, been, ohne es doch jemals erreichen zu koͤnnen. a Pr n eat 7 eee Wen Wr es * Achtes Hauptſtück.

a Allgemeiner Beweis von der Richtigkeit einer mechaniſchen Lehrverfaſ⸗ ſung der Einrichtung des Weltbaus überhaupt, beſonders von der Dan der gegenwärtigen.

Mean kann dag Weltgebäde nicht a ohne die treflichſte Anordnung in ihrer Einrichtung, und die ſicherſten Merkmale der Hand Gottes, in der Vollkommenheit ihrer Beziehungen, zu erkennen. Die Vernunft, nachdem ſie ſo viel Schoͤnheit, ſo viel Treflichkeit erwogen und bewundert hat, entruͤſtet ſich mit Recht uͤber die kuͤhne Thorheit, welche ſich unterſtehen darf, alles dieſes dem Zufalle, und einem gluͤcklichen Ohngefaͤhr zuzuſchreiben. Es muß die hoͤchſte Weisheit den Entwurf gemacht, und eine unendliche Macht ihn ausgeführt haben, ſonſt wäre es unmoͤg⸗ lich, ‚fo viele in einem Zwecke zuſammen kommende Abſichten, in der Verfaſſung des Weltgebaͤudes, anzutreffen. Es kommt nur noch darauf an, zu entſcheiden, ob der Entwurf der Einrichtung des Univerſums von dem hoͤchſten Verſtande ſchon in die we⸗ ſentlichen Beſtimmungen der ewigen Naturen gelegt, und in die allgemeinen Bewegungsgeſetze gepflanzt ſey, um ſich aus ihnen, auf eine der vollkommenſten Ordnung anſtaͤndige Art, ungezwun⸗ gen zu entwickeln; oder ob die allgemeinen Eigenſchaften der Beſtandtheile der Welt die völlige Unfaͤhigkeit zur Uebereinſtim⸗ mung, und nicht die geringſte Beziehung zur Verbindung, haben, und durchaus einer fremden Hand bebüfften, um diejenige Ein⸗ a) Wenn nun aber aus dem allgemeinen Centro alle Materien ausgeſtoßen und in die weiten Weltenraͤume zur Bildung der Syſteme zerſtreut worden iſt; ſo wird ſich in dem Centro gar nichts materielles mehr befinden, und hier der Okt der hoͤchſten geiſtigen Weſen ſeyn können.

— ſchraͤnkung ia Zuſammenfügung zu 0 welche Voll⸗ kommenheit und Schönheit an ſich blicken laßt. Ein faſt allge⸗ meines Vorurtheil hat die meiſten Welt weiſen, gegen die Faͤhig— kein der Nacur, etwas ordentliches durch ihre aliaenieinen Geſetze her vorzubringe „eingenommen, gleich als wenn es Gott die Re⸗ gierung der Welt ſtreitig machen hieße, wenn man die urſprung⸗ lichen Bildungen in den Naturkraften ſucht, und als wenn dieſe ein von der Gottheit unabhaͤngiges Principium, und ein ewiges blindes Schickſal ware. Wenn men aber erwägt, daß die Natur und die ewigen Ger ſetze, welche den Subſtanzen zu ihrer Wechſelwirkung vorgeſch rie⸗ ben ſind, kein ſelbſtſtandiges, und ohne Gott nothwendiges Prin⸗ cipium in; daß eben dadurch, well ſie fo viel Ueberein immung und Ordnung in demjenigen zeigt, was fie durch algemeine Ge⸗ ſetze hervorbringt, zu erſehen iſt, daß die Weſen aller Dinge, in einem gewiſſen Grundweſen, ihren gemeinſchaftlichen Urſprung haben muͤſſen, und daß ſie darum lauter wechſelſeitige Beziehun⸗ gen und lau er Harmonie zeigen, weil ihre Eigenſchaften in eis nen einzigen hochſten Verſtande ihre Quelle haben, deſſen weiſe Jdee fie in durchgaͤngigen Beziehungen entworfen, und ih⸗ nen diejenige Fahigkeit eingepflanzt hat, wodurch fie lauter Schöns heit, la ter Ordnung, in dem ihnen ſelbſt gelaffenen Zuſtande ih⸗ rer Wirtſamkeit, hervorbringen: wenn man, ſage ich, dieſes er= waͤgt, ſo wird die Natur uns wuͤrdiger, als ſie gemeiniglich an⸗ geſehen wird, erſcheinen, und man wird von ihren Auswickelun⸗ gen nichts, als Uebereinſtimmung, nichts als Ordnung erwarten. Wenn man hingegen einem ungegruͤndeten Vorurtheile Platz laͤßt, daß die allgemeinen Naturgeſetze, an und für ſich ſelbſt, nichts als Unordnang zuwege bringen, und aller Uebereinſtimmung zum Mutzen, welche bey der Verfaſſung der Natur hervor leuchtet, die unmittelbare Hand Gottes anzeigt; fo wird man genothigt, die ganze Na ur in Wunder zu verkehren. Man wird den fihönen: farbigen Bogen, der in den Regentropfen erſcheint, wenn dieſel⸗ ben die Farben des Sonnenlichts abfondern, wegen feiner Schon⸗ heit, den Regen, wegen feines Nutzens, die Winde, wegen der unentbehr lite Vortheile, die fie in unendlichen Arten der menſch⸗ lichen Bedurfniſſe leiſten; kurz, alle Veränderungen der Welt, welche Wohlanſtaͤndigkeit und Ordnung mit ſich führen, nicht aus den eingepflanzten Kraͤften der Materie herleiten duͤrfen. Das Beginnen der Naturforſcher, die ſich mit einer ſolchen Welt⸗ weisheit abgegeben haben, wird, vor dem Richterſtuhle der Re⸗ ligion, eine feyerliche Abbitte thun muͤſſen. Es wird in der That alsdenn keine Natur mehr ſeyn; es wird nur ein aus Noth hel⸗ fender Maſchinen-Gott die Veraͤnderungen der Welt hervorbrin⸗ gen. Aber, was wird denn dieſes ſeltſame Mittel, die Gewiß⸗ heit des hoͤchſten Weſens aus der weſentlichen Unfaͤhigkeit der Nas tur zu beweiſen, fuͤr eine Wirkung zur Ueberfuͤhrung des Epiku⸗ rers thun? Wenn die Naturen der Dinge, durch die ewigen Geſetze ihrer Weſen, nichts als Unordnung und Ungereimtheit hervorbringen; ſo werden ſie eben dadurch den Charakter ihrer Unabhaͤngigkeit von Gott beweiſen: und was fuͤr einen Begriff wird man ſich von einer Gottheit machen koͤnnen, welcher die all⸗ gemeinen Naturgeſetze nur durch eine Art von Zwange gehorchen, und an und fuͤr ſich ihren weiſeſten Entwuͤrfen widerſtreiten? Wird der Feind der Vorſehung nicht eben ſo viel Siege uͤber dieſe falſchen Grundſaͤtze davon tragen, als er Uebereinſtimmungen aufweiſen kann, welche die allgemeinen Wirkungsgeſetze der Nas tur, ohne alle beſondere Einſchraͤnkungen, hervorbringen? und wird es ihm wohl an ſolchen Beyſpielen fehlen koͤnnen? Da⸗ gegen laſſet uns mit groͤßter Anſtaͤndigkeit und Richtigkeit alfo ſchließen: Die Natur, ihren allgemeinen Eigenſchaften überfafe fen, iſt an lauter fchönen und vollkommnen Früchten fruchtbar, welche nicht allein an ſich Uebereinſtimmung und Treflichkeit zei⸗ gen, ſondern auch mit dem ganzen Umfange ihrer Weſen, mit dem Nutzen der Menſchen, und der Verherrlichung der goͤttlichen Eigenſchaften, wohl harmoniren. Hieraus folgt, daß ihre we⸗ ſentlichen Eigenſchaften keine unabhaͤngige Nothwendigkeit haben koͤnnen; ſondern, daß ſie ihren Urſprung in einem einzigen Ver⸗ ſtande, als dem Grunde und der Quelle aller Weſen, haben muͤſ⸗ ſen, in welchem ſie, unter gemeinſchaftlichen Beziehungen, ent⸗ worfen ſind. Alles, was ſich auf einander, zu einer wechſelſeiti⸗ gen Harmonie, bezieht, muß in einem einzigen Weſen, von wel⸗ chem es insgeſammt abhaͤngt, unter einander verbunden werden. Alſo iſt ein Weſen aller Weſen „ ein unendlicher Verſtand und an eine ſelbſtſtaͤndige Weisheit vorhanden, woraus die Natur, auch ſogar ihrer Möglichkeit nach, in dem ganzen Inbegriffe der Ber ſtimmungen, ihren Urſprung nimmt. Nunmehr darf man die Faͤhigkeit der Natur, als dem Daſeyn eines hoͤchſten Weſens nach⸗ theilig, nicht beſtreiten; je vollkommner fie in ihren Entwickelun⸗ gen iſt; je beſſer ihre allgemeinen Geſetze zur Ordnung und Ueber⸗ einſtimmung führen; ein deſto ſicherer Beweis der Gottheit iſt ſie, von welcher ſie dieſe Verhaͤltniſſe entlehnt. Ihre Hervorbringun⸗ gen ſind nicht mehr Wirkungen des Ohngefaͤhrs, und Folgen des Zufalls; es fließt alles nach unwandelbaren Geſetzen von ihr ab, welche darum lauter Schickliches darſtellen muſſen, weil fie lauter Zuͤge aus dem aller weiſeſten Entwurfe find, aus dem die Unord⸗ nung verbannet iſt. Nicht der obngefahre Zuſammenlauf der Atomen des Lucrez hat die Welt gebildet; eingepflanzte Kraͤfte und Geſetze, die den weiſeſten Verſtand zur Quelle haben, ſind ein unwandelbarer Urſprung derjenigen Ordnung geweſen, die aus ihnen nicht von ohngefahr, ſondern nothwendig fließen mußte. Wenn man ſich alſo von einem alten ungegrundeten Vorur⸗ theile, und der faulen Weltweisheit, losreißen kann, die unter einer andaͤchtigen Miene, eine traͤge Unwiſſenheit zu verbergen trachtet; ſo hoffe ich, auf unwiderſprechliche Gruͤnde, eine ſichere Ueberzeugung zu gründen; daß die Welt eine mechani⸗ ſche Entwicklung, aus den allgemeinen Naturge⸗ ſetzen, zum Urſprunge ihrer Berfaffung, erkenne; und daß zweitens die Art der mechaniſchen Erzeu⸗ guug, die wir vorgetragen haben, die wahre ſey. Wenn man beurtheilen will, ob die Natur genugſame Fahigkeiten habe, durch eine mechanifche Folge ihrer Bewegungsgeſetze, die Anordnung des Welbaues zuwege zu bringen; ſo muß man vor⸗ her erwug:n, wie einfach die Bewegungen ſind, welche die Welt⸗ korper beobachten, und daß fie nichts an fig) haben, was eine genauere Beſeimmung erforderte, als es die allgemeinen Regeln der Naturkraͤfte mit ſich führen. Die Umlaufsbewegungen beſte⸗ hen aus der Verbindung der ſinkenden Kraft, die eine gewiſſe Folge aus den Cigenſchaften der Materie iſt, und aus der ſchieſ⸗ ſenden Bewegung, die, als die Wirkung der erſtern, als eine, durch das Herabſinten, erlangte Geſchwindigkeit, kann angejenen werden, in der nut eine gewiſſe Urſache nöthig geweſen, den ſenk ⸗ rechten Fall ſeitwarts abzubeugen. Nach einmal erlangter Be⸗ ſtimmung dieſer Bewegungen iſt nichts ferner nothig, fie auf im⸗ mer zu erhalten. Sie beſtehen in dem leeren Raume, durch die Verbindung der einmal eingedruckten ſchießenden Kraft, mit der aus den weſentlichen Naturkraften fließenden Attraction, und leiden weiter keine Veränderung. Allein die Analogien, in der Uebereinſtimmung dieſer Bewegungen, bezeigen die Wirklichkeit eines mechaniſchen Urſprunges ſo deutlich, daß man daran kenn nen Zweifel tragen kann. N 1. Haben dieſe Bewegungen eine durchgehende überein mende Richtung, daß von 7 Haupeplaneten, von 14 Trabauten, ſowohl in ihrer fortruͤckenden Bewegung, als in ihren Umdre⸗ hungen um die Achſe, nicht ein ein iger iſt, der nach einer andern Seite, als von Abend gegen Morgen, ſich bewegt. Dieſe Rich⸗ tungen find uͤberdem fo genau zuſammentreffend, daß ſie nur wenig von einer gemeinſchaftlichen Flache abweichen, und dieſe Flaͤche, auf welche ſich alles bezieht, iſt die Aequatorsflaͤche des Koͤrpers, der, in dem Mittelpunkte des ganzen Syſtems, ſich nach eben derſelben Gegend um die Achſe dreht, und der, durch ſeine vor⸗ zuͤgliche Attraction, der Beziehungspuner aller Bewegungen ges worden, und folglich an denenſelben ſo genau, als moglich, hat Theil nehmen muſſen. Ein Beweis, daß die geſammten Bewe⸗ wegungen auf eine, den allgemeinen Naturgeſetzen gemäße, me⸗ chaniſche Art entiianden und beſtimmt worden, und daß die Ur⸗ ſache, welche entweder die Seitenbewegungen eindruckte oder rich⸗ tete, den ganzen Raum des Planetengebaͤudes beherrſcht hat, und darin den Geſetzen gehorcht, welche die, in einem gemeinſchaftlich bewegten Raume befindliche Materie beobachtet, daß alle ver⸗ ſchiedene Bewegungen zuletzt eine einzige Richtung annehmen, und ſich insgeſammt ſo genau als moglich, auf eine en Flache beziehen.

2. Sind die Geſchwindigkeiten fo befchaffen, als fie es in ei⸗ nem Raume ſeyn muͤſſen, wo die bewegende Kraft in dem Mit: telpunkte iſt, namlich, fie nehmen in beſtaͤndigen Graden mit den Entfernungen von dieſem ab, und verlieren ſich, in der große— ſten Weite, in eine gaͤnzliche Maltigkeit der Bewegung, welche . Dre 5 den ſenkrechten Fall nur dee wel ſeitwärts biegt. Vom Merkur an, welcher die groͤßte Schwungskraft hat, ſiehet man dieſe ſtufenweiſe ſich vermindern, und ſie wird in dem aͤußerſten Kometen ſo gering ſeyn, als ſie kann, um nicht gerade in die Sonne zu fallen. Man kann nicht einwenden, daß die Regeln der Centralbewegungen „ in Cirkelkreiſen, es fo erheiſchen, daß, je näher zum Mittelpunkte der allgemeinen Senkung, deſto groſ⸗ fer die Umſchwungsgeſchwindigkeit ſeyn muͤſſe; denn woher müfs fen eben die, dieſem Centro nahen Himmelskörper, cirkelfoͤrmige Kreiſe haben? woher ſind nicht die naͤchſten ſehr eccentriſch, und die entferntern in Cirkein umlaufend? oder vielmehr, da ſie alle von dieſer abgemeſſenen geometriſchen Genauheit abweichen; mas rum nimmt dieſe Abweichung mit den Entfernungen zu? Be⸗ zeichnen dieſe Verhaͤltniſſe nicht den Punkt, zu dem alle Bewe⸗ gung urſpruͤnglich ſich gedraͤngt, und, nach dem Maaße der Naͤhe, auch groͤßere Grade erlangt hat, andere Beſtimmungen ihre Rich⸗ tungen in die gegenwaͤrtige veraͤndert haben?

Will man nun aber die Verfaſſung des Weltbaus, und den Urſprung der Bewegungen, von den allgemeinen Naturgeſetzen ausnehmen, um ſie der mittelbaren Hand Gottes zuzuſchreiben; ſo wird man alsbald inne, daß die angefuͤhrten Analogien einen ſolchen Begriff offenbar widerlegen. Denn was erſtlich die durchgaͤngige Uebereinſtimmung in der Richtung betrift, ſo iſt offenbar, daß hier kein Grund ſey, woher die Weltkoͤrper, gerade nach einer einzigen Gegend, ihre Umlaͤufe anſtellen müßten, wenn der Mechanismus ihrer Erzeugung ſie nicht dahin beſtimmt hätte. Denn der Raum, in dem ſie laufen, iſt unendlich we⸗ nig widerſtehend, und ſchraͤnkt ihre Bewegungen ſo wenig nach der einen Seite, als nach der andern, ein; alſo wuͤrde die Wahl Gottes, ohne den geringſten Bewegungsgrund, a) ſich nicht an eine einzige Beſtimmung binden, ſondern ſich mit mehrerer Frey: heit in allerlei Abwechſelungen und Verſchiedenheit zeigen. Noch mehr: warum ſind die Kreiſe der Planeten ſo genau auf eine e e Flaͤche beziehend, naͤmlich auf die Aequators⸗ 40 Und. kann wohl die größte Weisheit ohne alle Bewegungs⸗ gründe, bloß nach Willkuͤhr und Eigenfinn, 1 b | * fläche. desjenigen großen Körpers, der i in dem Mittelpunkte aller Bewegung ihre Umlaufe regiert? Dieſe Analogie, anſtatt einen Bewegungsgrund der Anſtaͤndigkeit an ſich zu zeigen, iſt viel⸗ mehr die Urſache einer gewiſſen Verwirrung, welche durch eine freie Abweichung der Planetenkreiſe würde gehoben werden; denn die Anziehungen der Planeten ſtoͤren jetzt gewiſſermaaßen die Gleichförmigkeit ihrer Bewegungen, und würden einander gar nicht hinderlich ſeyn, wenn ſie ſich nicht ſo genau auf ‚eine ge⸗ meinſchaftliche Flaͤche bezoͤgen. '