Noch mehr, als alle dieſe Analogien, zeigt fich das deutlich Merkmal von der Hand der Natur, an dem Mangel der genaue⸗ ſten Beſtimmung, in denjenigen Verhaͤltniſſen, die ſie zu errei⸗ chen beſtrebt geweſen. Wenn es am beſten waͤre, daß die Pla⸗ netenkreiſe beynahe auf eine gemeinſchaftliche Flaͤche gestellt waͤ⸗ ren, warum ſind ſie es nicht ganz genau? und warum iſt ein Theil derjenigen Abweichung übrig geblieben, welche hat vermies den werden ſollen? Wenn darum die der Laufbahn der Sonne nahen Planeten, die der Attraktion das Gleichgewicht haltende Groͤße der Schwungskraft empfangen haben, warum fehlt noch etwas an dieſer voͤlligen Gleichheit? und woher f ind ihre Umlaͤufe nicht vollkommen cirkelrund, wenn bloß die weiſeſte Abſicht, durch das groͤßte Vermogen unterſtuͤtzt, dieſe Beſtimmung her⸗ vorzubringen, getrachtet hat? Iſt es nicht klar ein zuſehen, daß diejenige Urſache, welche die Laufbahnen der Himmelskoͤrper geſtellt hat, indem ſie ſelbige auf eine gemeinſchaftliche Flaͤche zu bringen beſtrebt geweſen, es nicht völlig hat ausrichten koͤnnen; ingleichen, daß die Kraft, welche den Himmelsraum beherrſchte, als alle Materie, die nunmehro in Kugeln gebildet iſt, ihre Um⸗ ſchwungsgeſchwindigkeiten erhielt, fie zwar nahe beym Mittel⸗ punkte in ein Gleichgewicht mit der ſenkenden Gewalt zu brin⸗ gen getrachtet hat; aber die völlige Genauheit nicht hat errei⸗ chen koͤnnen. Iſt nicht das gewöhnliche Verfahren der Natur hieran zu erkennen, welches, durch die Dazwiſchenkunft der ver⸗ ſchiedenen Mitwirkungen, allemal von der ganz abgemeſſenen Bes ſtimmung abweichend gemacht wird? und wird man wohl ledig⸗ lich in den Endzwecken, des unmittelbar fo gebietenden hochſten Willens, die Grunde dieſer Beſchafſenheit finden? Man kann, ohne eine Hartnaͤckigkeit zu bezeigen, nicht in Abrede ſeyn, daß die geprieſene Erklaͤrungsart von den Natureigenſchaften, durch Anführung ihres Nutzens, Grund anzugeben, hier nicht die ver⸗ hofte Probe halte. Es war gewiß, in Anſehung des Nutzens, der Welt ganz gleichguͤltig, ob die Planetenkreiſe vollig cirtel⸗ rund, oder ob fie ein wenig eccentriſch waren; ob fie mit der Flaͤche ihrer allgemeinen Beziehung völig zuſammen treffen, oder noch etwas davon abweichen ſollten; vielmehr, wenn es ja noͤ⸗ thig war, in dieſer Art von Uebereinſtimmungen beſchraͤnkt zu ſeyn, ſo war es am beſten, ſie voͤllig an ſich zu haben. Wenn es wahr ir, was der Philoſoph ſagte: daß Gott beſtändig die Geometrie ausuͤbt; wenn dieſes auch in den Wegen der allgemeinen Naturgeſetze hervor leuchtet, fo. würde gewiß diefe Regel, bey den unmittelbaren Werken des allmaͤchtigen Worts, vollkommen zu fpüren ſeyn, und dieſe würden ale Vollkommenheit der geometriſchen Genauheit an ſich zeigen. Die Kometen gehoͤ⸗ ren mit unter dieſe Maͤngel der Natur. Man kann nicht laug⸗ nen, daß in Anſehung ihres Laufs und der Veraͤnderungen, die ſie dadurch erleiden, ſie als unvollkommene Glieder der Schöpfung anzufehen find, welche weder dienen koͤnnen, vernuͤuftigen Weſen bequeme Wohnplaͤtze abzugeben, noch dem Beſten des ganzen Sy» ſtems dadurch nuͤtzlich zu werden, daß fie, wie man vermuthet hat, der Sonne dereinſt zur Nahrung dienten; denn es iſt gewiß, daß die meiſten derſelben dieſen Zweck nicht eher, als bey dem Umſturze des ganzen planetiſchen Gebäudes, erreichen würden. In dem Lehrbegriffe, von der unmittelbaren hoͤchſten Anordnung der Welt, ohne eine natuͤrliche Entwickelung aus allgemeinen Naturgeſetzen, wuͤrde eine ſolche Anmerkung anſtoͤßig ſeyn, ob ſie gleich gewiß iſt. Allein in einer mechanifchen Ertlarungsart verherrlicht ſich dadurch die Schönheit der Welt, und die Offeu⸗ barung der Allmacht, nicht wenig. Die Natur, indem fie alle mögliche Stufen der Mannigfaltigkeit in ſich faßt, eriiredt ihren Umfang uͤber alle Gattungen von der Vollkommenheit bis zum Nichts, und die Maͤngel ſelber ſind ein Zeichen des Ueberfluſſes, an welchem ihr Inbegriff unerſchoͤpft iſt. | Es iſt zu glauben, daß die angefuͤhrten Analogien ſo viel über das Vnrurtheil vermoͤgen wuͤrden den mechaniſchen Urſprung des SEN N des Weltgebäudes annebihungsmärbig zu machen, wenn nicht noch gewiſſe Gruͤnde, die aus der Natur der Sache ſelbſt herge⸗ nommen ſind, dieſer Lehrverfaſſung gänzlich. zu widerſprechen ſchie⸗ nen. Der Himmelsraum iſt, wie ſchon mehrmals gefagt leer, oder wenigſtens mit unendlich duͤnner Materie angefuͤllt, welche folglich kein Mittel hat abgeben ‚können, den Himmelskoͤrpern ges meinſchaftliche Bewegungen einzudruͤcken. Dieſe Schwierigkeit | iſt fo bedeutend und guͤltig, daß Newton „ welcher Urſachen hatte den Einſichten ſeiner Weltweisheit, ſo viel als irgend ein Sterblicher zu vertrauen, ſich genoͤthigt ſahe 4 bier. die Hofnung i aufzugeben, die Eindruͤckungen der den Planeten beywohnenden Schwungskraͤfte, ungeachtet aller Uebereinstimmung, welche auf 4 einen mechaniſchen Urſprung zeigte, durch die und die Kraͤfte der Materie aufzulöfen. Ob es gleich für. einen Philoſophen eine betruͤbte Entſchließung iſt, bey einer zuſammen⸗ geſetzten, und noch weit von den einfachen Grundgeſetzen entfern⸗ ten Beſchaffenheit, die Bemuͤhung der Unterſuchung aufzugeben, und ſich mit der Anfuͤhrung des unmittelbaren Willens Gottes zu begnuͤgen; ſo erkannte doch Newton hier die Gränzſcheidung, ö welche die Natur und den Finger Gottes, den Lauf der einge⸗ fuͤhrten Geſetze der erſtern, und den Wink des letztern 7 von ein⸗ ander ſcheidet. Nach eines ſo großen Weltweiſen Verzweiflung ſcheint es eine Vermeſſenheit zu ſeyn, noch einen gluͤcklichen Fort⸗ gang in einer Sache von ſolcher Schwierigkeit zu hoffen.
Allein eben dieſelbe Schwierigkeit, welche dem Newton die Hofnung benahm, die den Himmelskoͤrpern ertheilten Schwungs⸗ kraͤfte, deren Richtung und Beſtimmungen das Syſtematiſche des Weltbaus ausmacht, aus den Kraͤften der Natur zu begreifen, iſt die Quelle des Lehrgebaͤudes geweſen, das wir in den vorigen Hauptſtuͤcken vorgetragen haben. Es gruͤndet einen mechaniſchen Lehrbegriff: aber einen ſolchen, der weit von demſelben entfernt iſt, welchen Newton unzulaͤnglich befand, und um deſſen wil⸗ len er alle Unterurſachen verwarf, weil er (wenn ich es mir un⸗ terſtehen darf, zu ſagen,) darin irrte, daß er ihn für den einzi⸗ gen, unter allen moͤglichen ſeiner Art, hielt. Es iſt ganz leicht und natuͤrlich, ſelbſt vermittelſt der Schwierigkeit des Newton, durch eine kurze und gründliche Schlußfolge auf die Gewißheit derjenigen mechaniſchen Erklaͤrungsart ju kommen, die wir in dieſer Abhandlung entworfen haben. Wenn man vorausſetzt, (wie man denn nicht umhin kann, es zu bekennen,) daß die obi⸗ gen Analogien 0 mit größter Gewißheit feſtſetzen, daß die hat monirenden, un d ſich auf einander ordentlich beziehenden Bewe⸗ gungen und Kreiſe der Himmelskoͤrper „eine natuͤrliche Urſache, als ihren Urſprung anzeigen; ſo kann dieſe doch nicht dieſelbe Materie ſeyn, welche jetzt den Himmelsraum erfuͤllt. Alſo muß diejenige „ welche ehedem dieſe Räume erfüllte, und deren Bewe⸗ gung der Grund von den gegenwartigen Umlaͤufen der Himmels⸗ korper geweſen ift, nachdem fie fih auf dieſe Kugeln verſamm⸗ let, und dadurch die Räume gereinigt hat, die man jetzt leer fi eht, oder, welches unmittelbar hieraus herfließt, die Materie ſelbſt, woraus die planeten „ die Kometen, ja die Sonne, beſtehn, muͤſſen anfaͤnglich in dem Raume des planetiſchen Syſtems aus⸗ gebreitet geweſen ſeyn, und in dieſem Zuſtande ſich in Bewegun⸗ gen verſetzt haben, welche ſie behalten haben, als ſie ſich in be⸗ ſondere Klumpen vereinigten, und die Himmelskoͤrper bildeten, | welche alle den ehemals zerſtreuten Stoff der Weltmaterie in ſich faſſen. Man iſt hierbey nicht lange in Verlegenheit, das Trieb⸗ werk zu entdecken, welches dieſen Stoff der ſich bildenden Natur in Bewegung geſetzt haben moͤge. Der Antrieb ſelbſt, der die Vereinigung der Maſſen hervorbrachte, die Kraft der Anziehung, welche der Materie weſentlich beywohnt, und ſich daher, bey | der erſten Regung der Natur, zur erſten Urſache der Bewegung ſo gut ſchickt, war die Quelle derſelben. Die Richtung, welche bey dieſer Kraft immer grade zum Mittelpunkt hinzielt, macht allhier kein Bedenken; denn es iſt gewiß, daß der feine Stoff zerſtreueter Elemente in der ſenkrechten Bewegung, ſowohl durch die Mannigfaltigkeit der Attraktionspunkte, als durch die Hin⸗ derniß, die einander ihre durchkreuzenden Richtungslinien leisten, hat in verſchiedne Seitenbewegungen ausſchlagen muſſen, bey denen das gewiſſe Naturgeſetz, (welches macht, daß alle einan⸗ der, durch wechſelſeitige Wirkung einſchraͤnkende Materie, | ch zuletzt auf einen ſolchen Zuſtand bringt, wo eine der andern fo wenig Veränderung, als moͤglich, mehr zuzieht, ſowohl die 3 der Richtung, als auch die gehörigen Grade der \ “N Geſchwündigteiten, hervorgebracht hat, die in jedem Abfande nach der Centralkraft abgewogen find, und durch deren Verbin dung weder über noch unter ſich auszuſchweifen trachten: daß alle Elemente alſo nicht allein nach einer Seite, ſondern auch bey⸗ nahe in parallelen und freien Cirkeln, um den gemeinſchaftlichen f Senkungspunkt, in dem duͤnnen Himmelsraume umlaufend ge⸗ macht worden. Dieſe Bewegungen der Theile mußten hernach fortdauern, als ſich plauetiſche Kugeln daraus gebildet hatten, 5 und beſtehen jetzt durch die Verbindung des einmal eingepflanze ten Schwunges mit der Centralkraft, in unbeſchraͤnkte kuͤnftige 1 Zeiten. Auf dieſem ſo begreiflichen Grunde beruhen die Ein · foͤrmigkeit der Richtungen in den Planetenkreiſen, die genaue Be⸗ ziehung auf eine gemeinſchaftliche Flache, die Maͤßigung der Schwungskraͤfte nach der Attraction des Orts, die mit den Entfernungen abnehmende Genauigkeit dieſer Analogien „ und die freie Abweichung der aͤußerſten Himmelskoͤrper nach beiden Seiten ſowohl, als nach entgegen geſetzter Richtung. Wenn dieſe Zeichen der wechſelſeitigen Abhaͤngigkeit in den Beſtimmungen der Erzeugung auf eine, durch den ganzen Raum verbreitete ur⸗ ſpruͤnglich bewegte Materie, mit offenbarer Gewißheit zeigen; ſo beweiſt der gaͤnzliche Mangel aller Materien in dieſem nun⸗ mehr leeren Himmelsraume, außer derjenigen, woraus die Kör⸗ per der Planeten, der Sonne und der Kometen zuſammgeſetzt ſind, daß dieſe ſelbſt im, Anfange i in dieſem Zuſtande der Ausbrei⸗ tung muͤſſe geweſen ſeyn. Die Leichtigkeit und Richtigkeit, mit welcher aus dieſem angenommenen Grundfage, alle, Exſcheinun⸗ gen des Weltbaues in den vorigen Hauptſtücken hergeleitet. wor⸗ den, iſt eine Vollendung ſolcher Muthmaßung, und giebt ihr ei nen Werth, der niche mehr willkuͤhrlich iſt. 0 0 Die Gewißheit einer mechaniſchen kehrwerfaſung ve von dem, ‚Ute ſprunge des Weltgebaͤudes, vornehmlich des unſrigen, wird ‚auf den hoͤchſten Gipfel der Ueberzeugung erhoben, wenn man, die Bildung der Himmelskoͤrper ſelbſt, die Wichtigkeit und Größe ihrer Maſſen nach den Verhaͤltniſſen erwaͤg „ die fie, in Anſe⸗ hung ihres Abſtands von dem Mittelpunkte der Gravitation, haben. Denn erſtlich iſt die Dichtigkeit ihres Stoffs, wenn man fie im Ganzen ihres Klumpens bedenkt / in beſtändigen Graden Sr: Yo. Der mit den Entfernungen von der Sonne abnehmend: eine Beſtim⸗ mung, die ſo deutlich auf die mechaniſche Beſtimmungen der er⸗ ſten Bildung zielt, daß man nichts mehr verlangen kann. Sie ſind aus ſolchen Materien zuſammen geſetzt, deren die von ſchwe⸗ rerer Art einen tiefern Ort zu dem gemeinſchaftlichen Senkungs⸗ punkte; die von leichtrer Art aber, einen entferntern Abſtand be⸗ kommen haben: welche Bedingung, in aller Art der natürlichen Erzeugung, nothwendig ift. a) Aber bey einer unmittelbar aus dem gottlichen Willen fließenden Errichtung, iſt nicht der mindeſte Grund zu gedacht em Verhaͤltniſſe anzutreffen. Den ob es gleich ſcheinen mochte, daß die entferntern Kugeln aus leich⸗ term € toffe beſtehen müßten, damit fie von der geringern Kraft Der Sonnenſtrahlen die noͤthige Wirkung verſpuren koͤnnten, ſo iſt dieſes doch uur ein Zweck, der auf die Beſchaffenheit der auf der Oberflaͤche befindlichen Materien, und nicht auf die tiefern Sorten ſeines inwendigen Klumpens zielt, als in welchem die Son⸗ nenwaͤrme niemals einige Wirkung thut, b) welche auch nur die⸗ nen, die Attraktion des Planeten, welche die ihn umgebenden Korper zu ihm ſinkend machen ſoll, zu bewirken, und daher nicht die mindeſte Beziehung auf die Staͤrke oder Schwaͤche der Son⸗ nenſttalen haben duͤrfen. Wenn man daher fragt, woher die aus den richtigen Rechnungen des Newton gezogene Dichtig⸗ reiten der Erde, des Jupiters, des Saturns ſich gegen einander wie 400, 943 und 64 verhalten; ſo waͤre es ungereimt, die Urſache der Abſicht Gottes, welcher fie nach den Graden der Sonnenwärme gemäßigt hat, beyzumeſſen, denn da kann unſere Erde uns zum Gegenbeweiſe dienen, bey der die Sonne nur in eine fo geringe Tiefe unter der Oberfläche durch ihre Stralen wirkt, daß derjenige Theil ihres Klumpens „der dazu einige Be⸗ ziehüng haben muß, bey weitem nicht den millionſten Theil des Ganzen betraͤgt, wovon das übrige in Anſehung dieſer Abſt icht völlig gleichguͤltig iſt. Wenn alſo der Stoff, daraus die Him⸗ Wübkerßer beſtehen, ein ordentliches mit den Lui har.
2) Aus dieſem Grundſatze leitet auch Whiſton die Bildung der Erdkugel und ihrer Atmoſphaͤre her.
b nn tiefere En des inmendigen Klumpen eine eten. 0 „ monitendes Verhaͤltniß gegen einander hat, und die Planeten einander jetzt nicht einſchraͤnken konnen, da ſie nun in leerem Raus me von einander abſtehen; ſo muß ihre Materie ehedem in einem.
Zuſtande geweſen ſeyn, da M e in einander gemeinſchaftliche Wir⸗ kung thun konnen, um ſich in die ihrer Schwere proportionirte Oerter einzuſchraͤnken, welches nicht anders hat geſchehen koͤnnen, als daß ihre Theile vor der Bildung in dem ganzen Raume des Syſtems ausgebreitet geweſen, und dem allgemeinen Geſetze der Bewegung gemaͤß, Oerter gewonnen haben, welche ihrer Dich⸗ tigkeit angemeſſen ſind. 1 Das Verhaͤltniß unter der Größe der planetiſchen Maſſen, welches mit den Entfernungen zunimmt, iſt der zweite Grund, der die mechaniſche Bildung der Himmelskoͤrper, und vornaͤmlich unſere Theorie vor derſelben, klaͤrlich beweiſet. Warum nehmen die Maſſen der Himmelskörper ohngefaͤhr mit den Entfernungen zu? Wenn man einer der Wahl Gottes alles zuſchreibenden Lehrart nachgeht; ſo konnte keine andere Abſicht gedacht werden, warum die entferntern Planeten großre Maſſen haben muͤſſen, als damit ſie durch die vorzuͤgliche Staͤrke ihrer Anziehung in ih⸗ rer Sphaͤre einen oder etliche Monde begreifen könnten, welche dienen follen, den Bewohnern, welche fuͤr ſie beſtimmt ſind, den Aufenthalt bequemlich zu machen. Allein dieſer Zweck konnte eben ſowohl durch eine vorzuͤgliche Dichtigkeit in dem Inwendi⸗ gen ihres Klumpens erhalten werden, und warum mußte denn die aus beſondern Grunden fließende Leichtigkeit des Stoffs, 51 welche dieſem Verhaͤltniß entgegen iſt, bleiben und durch den Vorzug des Volumens ſo weit uͤbertroffen werden, daß dennoch die Maſſe der obern wichtiger als der untern ihre wuͤrde? Wenn man nicht auf die Art der natürlichen Erzeugung dieſer Körper Acht hat; ſo wird man ſchwerlich von dieſem Verhaͤltniſſe den Grund angeben konnen: aber in Betrachtung derſelben iſt nichts leichter, als dieſe Beſtimmung zu begreifen. Als der Stoff al⸗ ler Weltkoͤrper in den Raum des planetiſchen Syſtems noch au ⸗ gebreitet war; ſo bildete die Anziehung aus dieſen Theilchen Kugeln, welche ohne Zweifel um deſto groͤßer werden mußten, je weiter der Ort ihrer Bildungsſphaͤre von demjenigen allgemeinen Centralkörper W war, der ans dem 92 des gan⸗ .
zen Raums,; durch eine vorzüglich mie Attraktion diefe Veerkinigung, ſo viel an ihm war, einfehränfte und hinderte.
Man wird die Merkmale dieſer Bildung der Himmelskörper maus dem, im Anfange ausgebreitet geweſenen, Grundſtoffe mit Vergnügen an der Weite der Zwiſchenraͤume gewahr, die ihre Kreiſe von einander ſcheiden, und die nach dieſem Begriffe als die leeren Fächer muͤſſen angeſehen werden, aus denen die Pla⸗ neten die Materie zu ihrer Bildung hergenommen haben. Man ſieht, wie dieſe Zwiſchenraͤume zwiſchen den Kreiſen ein Verhaͤlt⸗ niß zu der Größe der Maſſen haben, die daraus gebildet find. a) Die Weite zwiſchen dem Kreiſe des Jupiters und des Mars iſt ſo groß, daß der darin beſchloſſene Raum die Flaͤche aller untern Planetenkreiſe zuſammengenommen uͤbertrift; allein er iſt des groͤßeſten unter allen Planeten wuͤrdig, desjenigen, der mehr Maſſe hat, als alle uͤbrigen zuſammen. b) Man kann dieſe Entfernung des Jupiters von dem Mars nicht der Abſicht beymeſſen, daß ihre A ttractionen einander ſo wenig als moͤglich hindern ſollten. Denn nach ſolchem Grunde wuͤrde ſich der Pla⸗ net zwiſchen zwei Kreiſen allemal demjenigen am naͤchſten befin⸗ den, deſſen mit der ſeinigen vereinigte Attraction die beiderſeiti⸗ gen Umlaͤufe um die Sonne, am wenigſten ſtoͤhren kann; folg⸗ lich demjenigen, der die kleinſte Maſſe hat. Weil nun nach den richtigen 1 5 Newtons die Gewalt, womit Jupiter in dem Laufe des Mars wirken kann, zu derjenigen, die er in dem Saturn durch die vereinigte Anziehung ausuͤbet, wie 72 12 zu 28. verhält; fo kann man leicht die Rechnung machen, um wie viel Jupiter ſich dem Kreiſe des Mars näher befinden müßte, als des Saturns ſeinem, wenn ihr Abſtand durch die Abſicht ihrer aͤuſ⸗ ſerlichen Beziehung, und nicht durch den Mechanismus ihrer Erzeugung beſtimmt worden wäre, Da dieſes ſich nun aber ganz anders befindet Ne ein Planer" Kreis in Aufepung der zwey 1 20 ©. aber pag, 20. Rote a K b) Andre ſchließen aus dieſer großen Lücke 5 chen de Jupiter und Mars auf das Daſeyn eines noch unentdeckten 5 deſſen muköneazliche Bahn von Herrn Bode auf ſeiner Zeichnung vom Sonnenſyſtem, nach Proportion der ubrigen, durch Pikes bezeichnet worden if.
Kreiſe, die über und unter ihm ſind ſich oft von demjenigen weiter entfernt befindet, in welchem ein kleiner Dlaher läuft, als die Bahn deſſen von größrer Maſſe; die Weite des Raums aber um den Kreis eines jeden Planeten, allemal ein richtiges Ver⸗ haͤltniß zu ſeiner Maſſe hat; ſo iſt klar, daß die Art der Erzeu⸗ 5 gung dieſe Verhaͤltniſſe muͤſſe beſt immt haben, und daß, weil dieſe Beſtimmungen ſo, wie die Urſache und die Folgen derſelben, ver⸗ bunden zu ſeyn ſcheinen, man es wohl am richtigſten treffen wird, wenn man die, zwiſchen den Kreiſen begriffenen Raͤume als die Be⸗ haͤltniſſe desjenigen Stoffes anſieht, daraus ſich die Planeten ge⸗ bildet haben; woraus unmittelbar folgt, daß die Größe der Raͤu⸗ me den Maſſen der Planeten proportionirt ſeyn muß, welches Verhaͤltniß aber bey den entfernten planeten durch die, in dem erſten Zuſtande größere Zerſtreuung der elementariſchen Materie in dieſen Gegenden vermehrt wird. Daher von zwey Planeten, die an Maſſe einander ziemlich gleichkommen, der entferntere ei⸗ nen großern Bildungsraum, d. i. einen groͤßern Abſtand von den beyden naͤchſten Kreiſen haben muß, ſowohl weil der Stoff daſelbſt an ſich ſpeciſiſch leichtrer Art, als auch, weil er zerſtreuter war, als bey dem, ſo ſich naͤher zu der Sonne bildete. Daher obgleich die Erde zuſammt dem Monde der Venus noch nicht an koͤrperli⸗ chem Inhalte gleich zu ſeyn ſcheint, ſo hat ſie dennoch um ſich ei⸗ nen groͤßern Bildungsraum erfordert: weil ſie ſich aus einem mehr zerſtreuten Stoffe zu bilden hatten, als dieſer untere Planet.
Vom Saturn iſt aus dieſen Gruͤnden zu vermuthen, daß ſeine Bil⸗ dungsſphaͤre ſich auf der abgelegenen Seite viel weiter wird aus⸗ gebreitet haben, als auf der Seite gegen den Mittelpunkt hin, 0 wie denn dieſes faſt an allen Planeten gilt; ) und daher wird der Zwiſchenraum zwiſchen dem Saturnskreiſe, und der Bahn des dieſem Planeten zu nachſt obern Himmelskörpers „den man über ihm vermuthen kann, viel weiter, als zwiſchen ru demfelben und dem Jupiter, ſeyn. a) a) Die Entdeckung des Uranus beftätigt dee Ban fein umlaufs⸗ kreis iſt faſt noch einmal ſo groß als der des Saturns: ſeine Entfernung von der Sonne beträgt 400 Mill. Meilen und vom Saturn 204 Millionen; er erweitert unſer ire g um das doppelte mehr, als es zuvor bekannt war, Nach Maaßgabe ſei⸗ nes Raums wird er alſo auch wohl at Monde, we; vielleicht guch Ringe haben, als Saturn. 0 Alſo geht alles i in dem pfanetifchen Weltbaue ſtufenweiſe, mit ö richtigen Beziehungen zu der erſten erzeugenden Kraft, die neben dem Mittelpunkte wirkſamer als in der Ferne geweſen „in alle unbeſchraͤnkte Weiten fort. Die Verminderung der eingedruͤckten ſchießenden Kraft, die Abweichung von der genauſten Ueberein⸗ ſtimmung in der Richtung und der Stellung der Kreiſe, die Dich⸗ tigkeiten der Himmelskoͤrper, die Sparſamkeit der Natur in Abe ſehen auf den Raum ihrer Bildung: alles vermindert ſich ſtufen⸗ | artig von dem Centro in die weiten Entfernungen: alles zeigt, daß die erſte Urſache an die mechaniſchen Regeln der Bewegung gebunden geweſen, und nicht durch eine freye Wahl gehandelt hat.
Allein was ſo deutlich, als irgend ſonſten etwas, die natürliche 3 Bildung der Himmelskugeln aus dem urſpruͤnglich in den Raume des Himmels, der nunmehr leer iſt, ausgebreitet geweſenen Grund⸗ ſtoffe anzeigt, iſt diejenige Uebereinſtimmung, die ich von dem Herr von Bu ffon entlehne, die aber in ſeiner Theorie bey wei⸗ tem nicht den Nutzen hat als in der unſrigen. Denn nach ſeiner | Bemerkung, wenn man die Planeten, deren Maſſen man durch 1 Rechnung beſtimmen kann, zuſammen ſummirt: naͤmlich den Sa⸗ turn, den Jupiter, die Erde und den Mond; ſo geben ſie einen Klumpen N deſſen Dichtigkeit der Dichtigkeit des Sonnenkoͤrpers wie 640 zu 630 beykoͤmmt, welche, da es die Hauptſtuͤcke in dem planetiſchen Syſteme ſind, gegen die uͤbrigen Planeten Mars, Venus und Merkur kaum verdienen gerechnet zu werden; fo wird man billig über die merkwürdige Gleichheit erſtaunen, die zwi⸗ ſchen der Materie des geſammten planetiſchen Gebaͤudes, wenn es als in einem Klampen vereiniget betrachtet wird, und zwiſchen der Maſſe der Sonne herrscht. Es waͤre ein unverantwortlicher Leichtſinn, dieſe Analogie einem Ungefähr, zuzuſchreiben „welche unter einer Mannigfaltigkeit ſo unendlich verſchiedner Materien, deren nur allein auf unſrer Erde einige anzutreffen ſind, die 1 tauſendmal an Dichtigkeit von einander uͤbertroffen werden, den⸗ noch im ganzen dem Verhaͤltniß von 1 bis 1 ſo nahe kommen: und man muß zugeben, daß, wenn man die Sonne als ein Menge ſel von allen Sorten Materie, die in dem planetiſchen Gebaͤude von einander geſchieden ſind, betrachtet, alle ins geſammt ſich in einem Raume ſcheinen gebildet zu haben, der urſpruͤnglich mit gesföruig ausgebreitetem Stoffe erfült war und auf dem Cen⸗ tralkoͤrper ſich ohne Unterſchied verſammlet, zur Bildung der pla⸗ neten aber nach Maasgebung der Hoͤhen eingetheilt worden. a) Ich überlaſſe es denen, die die mechaniſche Erzeugung der Welt⸗ koͤrper nicht zugeben aalen, aus den Bewegungsgrunden der Wahl Gottes dieſe ſo beſondere Uebereinſtimmung, wo ſie koͤn⸗ nen, zu erklaͤren. Ich will endlich aufhören, eine Sache von ſo uͤberzer gender Deutlichkeit, als die Entwicklung des Weltgebaͤu⸗ des aus den Kräften der Natur iſt, auf mehr Beweisthuͤmer zu gründen. Wenn man im Stande iſt, bey ſo vieler Ueberführung unbeweglich zu bieiben; 1 muß man entweder gar zu tief in den Feſſeln des Vorurtheils liegen, oder gaͤnzlich unfähig ſeyn, ſich uͤber den Wuſt hergebrachter Meinungen, zu der Betrachtung der allerreinſten Wahrheit, empor zu ſchwingen. Indeſſen iſt zu glau⸗ ben, daß niemand als ein Bloͤdſinniger, auf deſſen Beyfall man nicht rechnen darf, die Richtigkeit dieſer Theorie verkennen könnte, wenn die Uebereinſtimmungen, die der Weltbau in allen ſeinen Verbindungen zu dem Nutzen der vernuͤnftigen Kreatur hat, nicht etwas mehr, als bloße allgemeine Naturgeſetze zum Grunde zu haben ſcheinen. Man glaubt auch mit Recht, daß geſchickte An⸗ ordnungen ‚ welche auf einen wuͤrdigen Zweck abzielen, einen wei⸗ ſen Verſtand zum Urheber haben muͤſſen, und man wird voͤllig befriediget werden 7 wenn man bedenkt, daß, da die Naturen der Dinge keine andern, „ als eben dieſe Urquelle erkennen, ihre we⸗ ſentliche und allgemeine Beſchaffenheiten eine natuͤrliche Neigung zu anſtaͤndigen und unter einander wohl uͤbereinſtimmenden Fol⸗ gen haben muͤſſen. Man wird ſich alſo nicht wundern dürfen, wenn man zum wechſelſeitigen Vortheile der Kreaturen gereichen⸗ de Einrichtungen der Weltverfaſſung gewahr wird, dieſelben ei ⸗ ner natürlichen Folge aus dem allgemeinen Geſetzen der Natur benzumeſſen „denn was aus dieſem herfliche,; iſt nicht die Wir⸗ kung des blinden Zufalls oder der unvernuͤnftigen Nothwendigkeitz es gründet ſich zuletzt doch in der hoͤchſten Weisheit, von der die alle gemeinen Beſchaffenheiten ihre Uebereinſtimmung entlehnen.
Der eine Schluß iſt ganz richtig: Wenn in der Verfaſſun g der Welt, Ordnung und Schoͤnheit n a) Man ſehe oben pag. 39 Note b.
*